In der 4. Runde der Gebietsliga West hat sich USC Höfler Metalltechnik Seitenstetten zuhause gegen SCU Ybbsitz mit 1:0 durchgesetzt. Entscheidend war der Treffer von Eric Michlmayr in der 34. Minute, doch Trainer Peter Thaller sah auch, warum es bis zum Ende eng blieb: Seitenstetten ließ mehrere gute Chancen aus und verlor nach der Pause etwas die Kontrolle über die Partie.

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Thaller machte nach dem Schlusspfiff gleich deutlich, dass seine Mannschaft keinen einfachen Abend erwischt hatte. "Wir fanden einen sehr guten Aufsteiger vor, der sehr leidenschaftlich gegen den Ball arbeitete und ein gepflegtes Kurzpassspiel an den Tag legte", sagte der Seitenstetten-Coach. Vor allem die Achse der Gäste gefiel ihm, dazu kamen immer wieder Situationen, in denen Ybbsitz seine Mannschaft unter Druck setzte und zu Halbschancen kam. Gerade deshalb war der 1:0-Erfolg für die Gastgeber kein Spiel, das nur über das Ergebnis erklärt werden kann. Seitenstetten hatte zwar schon in der ersten Halbzeit Räume in der Hintermannschaft des Gegners entdeckt, nutzte diese zunächst aber nicht. Thaller sprach davon, dass seine Elf zweimal alleine vor dem Tor auftauchte, ehe der entscheidende Treffer fiel. Es war also früh zu sehen, dass Chancen da waren, nur die Belohnung ließ zunächst auf sich warten.
Das einzige Tor des Abends entstand dann genau aus so einer Situation, die Seitenstetten zuvor schon mehrfach gesucht hatte. In der 34. Minute kam ein langer Ball des eigenen Torhüters nach vorne, die Defensive der Gäste unterschätzte laut Thaller die Flugbahn, und plötzlich war Eric Michlmayr durch. "Der Torhüter spekuliert aufs lange Eck, macht das lange Eck zu und Michlmayr schiebt mit links ins kurze Eck", beschrieb der Trainer die Szene. Dieses 1:0 war für ihn nicht nur der Führungstreffer, sondern auch der "Dosenöffner". Gleichzeitig passte das Tor zu seiner Analyse des Spiels: Seitenstetten nützte die Unordnung nach Ballgewinn des Gegners besser aus und kam dadurch zu den klareren Möglichkeiten. Mit der 1:0-Pausenführung war also vieles in die richtige Richtung gelaufen, ohne dass die Partie damit schon entschieden gewesen wäre.
Genau das war aus Sicht des Heimtrainers dann der große Punkt in der zweiten Hälfte. "Wir hatten nicht mehr so viel Ballkontrolle. Wir schenkten sehr viele Bälle unbedrängt her", sagte Thaller. Damit wurde Ybbsitz im Spiel gehalten, obwohl Seitenstetten die große Chance auf die Vorentscheidung hatte. Der Coach sprach davon, dass seine Mannschaft das 2:0 machen müsse, weil sie wieder alleine vor dem Torhüter auftauchte. Stattdessen blieb es beim knappen Vorsprung, und die Partie wurde bis in die Schlussphase offen gehalten. "Wir konnten den Sack nicht frühzeitig zumachen und so mussten wir bis zur letzten Minute alles reinhauen, dass wir den knappen Vorsprung über die 90 Minuten rüberbringen", meinte Thaller. Diese Aussage erklärt das Spiel sehr gut: Seitenstetten hatte die Möglichkeiten, das Ergebnis klarer zu gestalten, musste am Ende aber vor allem mit Einsatz und Laufarbeit den knappen Sieg absichern.
Dass die drei Punkte trotzdem in Seitenstetten blieben, führte Thaller nicht nur auf die besseren Chancen zurück. Ein wesentlicher Punkt war für ihn, dass seine Mannschaft die linke Seite der Gäste gut in den Griff bekam. "Wir haben ihren Legionär auf der linken Seite über den Großteil des Spiels im Griff gehabt, den wir immer versucht haben zu doppeln. Das haben die Jungs sehr gut gemacht", sagte er. Dazu kam eine Laufleistung, die dem Trainer sichtbar gefiel. "Die Arbeit gegen den Ball war heute genau das, was wir uns vorstellen." Gleichzeitig verteilte er viel Respekt an den Gegner. Ybbsitz habe "eine starke Achse mit ihren Legionären", dazu leidenschaftliche Spieler mit einer guten Grundaggressivität. Auch Felix Wodicka hob Thaller hervor, weil er "ein Gespür hat, wo der Ball hinkommt". Sein Gesamturteil fiel deshalb klar aus: Ybbsitz sei "eine Bereicherung für diese Liga" und ein Aufsteiger, den er am Ende der Saison weiter vorne erwartet. Zum Unparteiischen gab es von ihm ebenfalls nur ein kurzes, aber klares Lob: keine Auffälligkeiten, "genauso soll es sein", die Leitung sei souverän gewesen.
So steht für Seitenstetten am Ende ein Heimsieg, der in der Tabelle wichtig ist und die Mannschaft mit 12 Punkten im Spitzenfeld der Gebietsliga West hält. Thaller verband den Erfolg aber sofort mit einer klaren Forderung an seine Mannschaft. "Die Laufbereitschaft und die Arbeit gegen den Ball brauchen wir jede Woche", sagte er. Gleichzeitig sprach er die Bereiche an, in denen sein Team noch zulegen muss: "Wir müssen uns im kontrollierten Spielaufbau und natürlich in der Effektivität der Torchancen verbessern." Gerade dieser Punkt zog sich durch den ganzen Abend. Seitenstetten hatte die besseren Möglichkeiten, belohnte sich aber nur einmal. Deshalb blieb es knapp, obwohl der Spielverlauf aus Sicht der Gastgeber eigentlich mehr hergegeben hätte. Oder, wie Thaller es selbst auf den Punkt brachte: Wenn man viermal oder öfter alleine vor dem Tor auftaucht, "müssen wir mehr Tore erzielen, so mussten wir bis zum Abpfiff leiden und mit letzter Konsequenz verteidigen. Ein Kompliment auch an meine Einwechslspieler, die sich sich sofort auf die Intensität des Spiels eingestellt haben und so einen wichtigen Beitrag zum Heimsieg geleistet haben."