Spielberichte

"Wir haben nicht aufgegeben": Loosdorf holt im Derby in Minute 95 noch das 3:3

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ASK Loosdorf
FC Leonhofen

In der Gebietsliga West hat ASK Loosdorf im Derby gegen FC Leonhofen nach einem turbulenten zweiten Durchgang noch ein 3:3 gerettet. Trainer Christoph Koppensteiner sah eine offene erste Halbzeit, einen mitentscheidenden Ausschluss kurz nach der Pause und danach viel Moral. Weil Loosdorf in Unterzahl erst einen Rückstand drehte und sich ganz spät noch zum Ausgleich schoss, blieb für den ASK zumindest ein Punkt.

Spieler schnürt auf der Bank seine Fußballschuhe

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Schon vor dem Anpfiff der erste Rückschlag

Für Loosdorf begann der Abend bereits vor dem Anpfiff unglücklich. „Valentin Rülling hat sich beim Aufwärmen verletzt, dadurch mussten wir die Startelf noch kurzfristig umstellen“, schilderte Koppensteiner. Diese Hiobsbotschaft war für die Gastgeber natürlich alles andere als ideal, gerade in einem Derby, in dem man von Beginn an mit voller Klarheit auftreten wollte. Auf dem Platz entwickelte sich danach aber genau nicht jener Zugriff, den sich der Trainer vorgestellt hatte. „Wir sind nicht richtig reingekommen, so wie wir uns das vorgenommen haben“, sagte er. Die erste Halbzeit sei offen gewesen, spielerisch habe seine Mannschaft nicht die besten Lösungen gefunden. Leonhofen kam mit dem Selbstvertrauen aus drei Siegen nach Loosdorf und präsentierte sich laut Koppensteiner als „gute, kompakte Mannschaft“. Chancen gab es auf beiden Seiten, auch der ASK kam über die Flügel immer wieder in ordentliche Zonen. Nur der letzte Ball fehlte. „Wir sind über die Seiten gut runtergekommen, haben die Stanglpässe und Flanken dann nicht hundertprozentig an den Mann gebracht“, erklärte der Loosdorf-Coach. So blieb es bis zur Pause beim 0:0.

Mit zehn Mann dreht Loosdorf das Derby

Nach dem Seitenwechsel wollte Loosdorf kompakter und zielstrebiger aus der Kabine kommen, doch kurz danach wurde die Aufgabe noch schwerer. Ein Ausschluss gegen die Gastgeber in dieser Phase war für Koppensteiner „mitentscheidend“, weil seine Mannschaft damit lange in Unterzahl auskommen musste. Kurz darauf nützte Leonhofen die Situation aus und ging in der 56. Minute durch Nikolaus Weinfurter mit 1:0 in Führung. Dass Loosdorf danach trotzdem nicht auseinanderfiel, war für den Trainer der zentrale Punkt dieses Abends. „Wir haben mit zehn Mann zielstrebig nach vorne gespielt, wir haben nicht aufgegeben und Kampfgeist bewiesen“, sagte Koppensteiner. Diese Reaktion war auch am Ergebnis abzulesen. Marco Moser glich in der 65. Minute zum 1:1 aus, Daniel Rapavý legte in der 71. Minute sogar das 2:1 nach. Plötzlich war das Spiel trotz Unterzahl auf die Seite der Hausherren gekippt. „Da hatten wir das Momentum auf unserer Seite und das Gefühl, dass wir das Match auch mit zehn Leuten gewinnen können“, meinte der ASK-Trainer. Lange hielt diese Phase allerdings nicht an, weil Stefan Strohner nur drei Minuten später das 2:2 erzielte. Koppensteiner sprach in diesem Zusammenhang von einem Gegentor, das nach einem Abwehrfehler „eigentlich zu verhindern gewesen wäre“.

Gansberger trifft spät, Wetzel antwortet noch später

Nach dem 2:2 war die Partie laut dem Loosdorf-Coach wieder völlig offen, auch wenn Leonhofen mit einem Mann mehr natürlich Vorteile hatte. Koppensteiner formulierte das im Rückblick nüchtern: „Mit dem 3:2 in der 90. Minute war Leonhofen natürlich näher am Sieg.“ Tatsächlich gingen die Gäste in der Nachspielzeit noch einmal in Front, als Fabian Gansberger das 2:3 erzielte. Der Trainer sprach von einem Angriff über die Seite, nach dem das Spiel eigentlich schon verloren schien. Dass Loosdorf trotzdem noch einmal zurückkam, passt zur Geschichte dieses Abends. In der 95. Minute traf Martin Wetzel zum 3:3 und rettete damit zumindest noch einen Zähler. „Unterm Strich muss man natürlich mit dem Punkt zufrieden sein, wenn man so spät den Ausgleich macht“, sagte Koppensteiner. Ganz zufrieden klang er dennoch nicht, weil seine Mannschaft vor dem Spiel mehr erwartet hatte. Vor allem im Ballbesitz sieht er weiter Arbeit. „Wir müssen bessere spielerische Lösungen finden und uns in den Räumen besser bewegen“, erklärte der Trainer. Dazu kamen laut Koppensteiner weitere Ausfälle und auch die Sperre von Gabriel Kerschbaummeier. Für Loosdorf bleibt damit ein Remis, das zwar nicht alle Wünsche erfüllt, der Mannschaft nach diesem Verlauf aber „sicher gut tut“.

Gebietsliga West: Loosdorf : Leonhofen - 3:3 (0:0)

  • 95
    Martin Wetzel 3:3
  • 92
    Fabian Gansberger 2:3
  • 74
    Stefan Strohner 2:2
  • 71
    Daniel Rapavý 2:1
  • 65
    Marco Moser 1:1
  • 56
    Nikolaus Weinfurter 0:1