In der Gebietsliga West ist der SC Herzogenburg gegen den SC Rabenstein mit 0:6 klar unterlegen gewesen. Schon zur Pause lagen die Gastgeber 0:3 zurück, nach dem Seitenwechsel wurde es noch deutlicher. Trainer Horst Giller fand danach sehr klare Worte, sprach von einem Auftritt ohne Idee und Überzeugung und sah seine Mannschaft dem Gegner in fast allen Bereichen deutlich unterlegen.

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Aus Sicht der Herzogenburger nahm die Partie von Beginn an eine Richtung, aus der sie nie mehr herausfanden. Bereits in der 8. Minute brachte Clemens Lippert die Gäste mit 1:0 in Führung, und genau dieses frühe Gegentor passte zu dem Bild, das Horst Giller nach dem Schlusspfiff schilderte. „Von der ersten Minute an waren wir nicht im Spiel. Wir hatten keine Idee und keine Überzeugung. Jeder ist weit von seiner Leistung entfernt geblieben“, sagte der Trainer. Nach dem 0:1 kam seine Mannschaft nicht in die Partie hinein, und als Jonas Niederer in der 30. Minute auf 2:0 stellte, wurde die Lage noch klarer. Gerade dieses Tor nannte Giller später als einen wichtigen Punkt im Spielverlauf. „Entscheidend war wahrscheinlich das 0:2 nach dem Eckball. Da haben wir alles zugelassen und nicht entsprechend verteidigt.“ Noch vor dem Seitenwechsel legte Lippert mit seinem zweiten Treffer in der 43. Minute das 3:0 nach, womit die Partie zur Pause bereits deutlich zugunsten der Gäste stand.
Wer auf eine Reaktion der Gastgeber nach dem Seitenwechsel gehofft hatte, sah stattdessen, wie Rabenstein die Sache weiter konsequent herunterspielte und das Ergebnis in kurzer Zeit in die Höhe schraubte. In der 62. Minute traf Michael Eder zum 4:0, nur sieben Minuten später erhöhte Matej Chorvat auf 5:0, und in der 71. Minute stellte Vladislav Cicek den Endstand von 6:0 her. Spätestens in dieser Phase war auch für den Herzogenburger Trainer klar, dass an diesem Nachmittag praktisch nichts ineinandergriff. „Es hat sehr vieles nicht funktioniert, sonst bekommt man keine sechs Tore“, sagte Giller offen. Dass personell nicht alles ideal war, wollte er dabei nicht verschweigen, zugleich aber auch nicht als billige Erklärung stehen lassen. „Fünf aus dem Stammkader haben gefehlt. Das ist keine Ausrede, aber wir haben das heute nicht kompensieren können.“ Gerade diese Kombination aus personellen Ausfällen und einer insgesamt schwachen Mannschaftsleistung machte sich über die gesamte Spielzeit bemerkbar.
Deutlich wurde nach dem Spiel vor allem eines: Giller suchte keine komplizierten Erklärungen, sondern sprach die Unterschiede sehr direkt an. Für ihn lag der Abstand zwischen beiden Mannschaften nicht in einem einzelnen Moment, sondern in den einfachen Dingen, die im Unterhaus oft über Sieg oder Niederlage entscheiden. „Rabenstein war bissiger, hatte mehr Willen und mehr Miteinander. Sie haben heute absolut alles richtig gemacht“, sagte der Herzogenburg-Coach. Damit beschrieb er genau das Bild, das sich auch im Resultat widerspiegelte. Während die Gäste früh in Führung gingen, konsequent nachlegten und sowohl vor als auch nach der Pause ihre Tore machten, fand Herzogenburg nie zu Stabilität oder Zugriff. Giller fasste den Unterschied noch schärfer zusammen: „Ein Team hat alle Grundlagen vom Fußball verstanden, wie man sie umsetzt, und ein Team hat das nicht verstanden.“ Härter kann ein Trainer die eigene Leistung kaum einordnen, ohne sich hinter Ausreden zu verstecken.
Auch den Unparteiischen sprach Giller nach dem Spiel an, wobei er zugleich klarstellte, dass die Niederlage für ihn nicht dort ihren Ursprung hatte. „Der Schiedsrichter hat keine Schuld an den sechs Toren, aber die Gelben Karten waren sehr einseitig verteilt“, meinte der Herzogenburg-Trainer und ergänzte, dass er die Spielleitung in dieser Hinsicht nicht als gerecht empfunden habe. Entscheidend blieb für ihn aber die eigene Vorstellung, für die er unmittelbar nach dem Schlusspfiff selbst keine echte Erklärung hatte. „Ich habe keine Erklärung, warum das in dieser Art und Weise passiert ist“, sagte Giller. Für Herzogenburg bleibt damit nach sechs Runden der Gebietsliga West ein schwer einzuordnender Nachmittag stehen, der mit fünf Punkten in der Tabelle doppelt weh tut. Rabenstein hingegen nimmt nach diesem klaren Auswärtssieg nicht nur drei Punkte mit, sondern auch das klare Gefühl, in dieser Partie in jeder Phase das bessere Team gewesen zu sein.