In der Gebietsliga West hat sich der SV Gottsdorf/M./P. am Sonntag in einem wechselhaften Heimspiel 1:1 von SCU Ybbsitz getrennt. Für Trainer Fabian Riedler fühlte sich der Punkt nach dem späten Ausgleich durch Jonas Bredlinger zwar verdient an, gleichzeitig blieb viel Frust über eine erste Halbzeit, in der seine Mannschaft nach mehreren Großchancen eigentlich längst auf die Siegerstraße hätte einbiegen können.

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Fabian Riedler musste nach dem Schlusspfiff gar nicht lange nach dem Kern des Spiels suchen. "Die erste Halbzeit war klar auf unserer Seite", sagte der Gottsdorf-Trainer, und diese Einschätzung deckte sich mit dem Verlauf bis zur Pause. Schon nach drei bis vier Minuten hatte Thomas Hucko die große Chance auf die Führung, scheiterte nach einer Kombination alleine vor dem Tormann aber mit dem linken Fuß. Kurz darauf kam Fabian Stadler nach einem Querpass von Fabian Riedler im Fünf-Meter-Raum frei zum Abschluss, setzte den Ball jedoch über das Tor. Dazu kamen weitere gute Möglichkeiten, die ungenutzt blieben. Für den Coach war genau das der Punkt: "Wir müssen nach den Chancen in der ersten Halbzeit 3:0 führen." Dass es trotzdem mit einem 0:0 in die Kabinen ging, war aus Sicht der Gastgeber der erste große Knackpunkt dieses Nachmittags.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild deutlich. Riedler sprach von "einem ganz anderen Spiel", weil Ybbsitz in den ersten zehn bis fünfzehn Minuten der zweiten Hälfte das aktivere Team war und Gottsdorf nicht mehr denselben Zugriff hatte wie davor. Danach war die Partie laut Trainer für eine Zeit lang ausgeglichen, ehe die Gäste in der 76. Minute zuschlugen: Julian Lenz nutzte einen Eigenfehler der Heimelf zum 0:1. Riedler ärgerte sich über die Entstehung, hielt aber auch fest, dass der Abschluss "schön gemacht" war. Gottsdorf musste sich danach noch einmal sammeln, kam in der Schlussphase aber wieder auf. In den letzten Minuten baute die Heimelf noch einmal Druck auf und belohnte sich in Minute 90+4 doch noch, als Jonas Bredlinger zum 1:1 traf. Für den Trainer war dieser späte Ausgleich deshalb auch folgerichtig.
Was dem Trainer in der starken ersten Hälfte besonders gefiel, war die Art, wie seine Mannschaft ins letzte Drittel kam. "Die Ballverteilung und die Seitenverlagerungen haben gut funktioniert", sagte Riedler, der seine Elf vor allem über die rechte Seite immer wieder gefährlich sah. Dort erspielte sich Gottsdorf mehrere gute Situationen und war über weite Strecken das aktivere Team. Genau deshalb wog der fehlende Ertrag aus dieser Phase so schwer. "Über 90 Minuten bringen wir die Leistung leider noch nicht auf den Platz", meinte der Coach offen. Für ihn standen zwei sehr unterschiedliche Gesichter seiner Mannschaft am Feld. "Die ersten 45 Minuten waren sehr, sehr gut, dann waren 30 Minuten in der zweiten Halbzeit wieder genau das Gegenteil." Dass sein Team sich am Ende wenigstens noch den Ausgleich erzwang, wertete Riedler dennoch als wichtigen Beleg für den Einsatz seiner Mannschaft.
Trotz des späten Treffers blieb Riedler in seiner Einordnung sachlich. Er bescheinigte Ybbsitz eine "stabile" und "geschlossene Mannschaftsleistung" und sagte auch klar, dass sich die Gäste den Punkt in Gottsdorf verdient hätten, weil sie nach der Pause besser ins Spiel fanden und als Mannschaft geschlossen auftraten. Diskussionen um den Unparteiischen wollte der Trainer gar nicht erst aufmachen: "Das war eine solide Schiedsrichterleistung." Für Gottsdorf nimmt er aus dem 1:1 deshalb zwei Dinge mit. Einerseits den Willen seiner Mannschaft, nach dem Rückstand noch einmal alles nach vorne zu werfen. Andererseits eine sehr klare Aufgabe für die nächsten Wochen. "Daran müssen wir arbeiten", sagte Riedler mit Blick auf die fehlende Konstanz über die vollen 90 Minuten. Der späte Ausgleich rettete den Gastgebern zumindest noch einen Zähler, ließ aber gleichzeitig auch erkennen, wie viel mehr an diesem Tag drin gewesen wäre.