In der Gebietsliga West hat SV Gottsdorf/M./P. am Dienstagabend bei Purkersdorf mit 5:2 gewonnen und sich damit für eine starke erste halbe Stunde belohnt. Trainer Fabian Riedler sah vor allem die frühe Effizienz als Schlüssel: Nach schwierigem Beginn stellte sich seine Mannschaft auf das Pressing der Gastgeber ein, zog rasch auf 3:0 davon und brachte den Auswärtssieg trotz einer druckvollen Phase der Hausherren über die Linie.

Foto von Frantzou Fleurine auf Unsplash
Fabian Riedler musste aus seiner Sicht zunächst eine kurze Anlaufphase seiner Mannschaft sehen. „Die ersten fünf Minuten gegen Purkersdorf, da hatten sie ein gutes Pressing offensiv sowie defensiv“, sagte der Gottsdorf-Trainer. Entscheidend war für ihn aber, dass seine Elf danach nicht nervös blieb, sondern Lösungen fand. „Nach den ersten fünf Minuten haben wir uns ein bisschen darauf eingestellt und dann die nächsten 25 bis 30 Minuten dominiert, defensiv und offensiv, vor allem in der Chancenkreation.“ Genau in dieser Phase legten die Gäste den Grundstein für den späteren Sieg. In der 9. Minute traf Fabian Stadler zum 0:1, nachdem Gottsdorf laut Riedler „eine schöne Kombination aus der Mitte heraus über die Seite“ sauber zu Ende gespielt hatte. Nur zwei Minuten später erhöhte Thomas Hucko auf 0:2. Auch diesem Treffer war nach Riedlers Worten wieder eine Kombination aus dem Zentrum vorausgegangen. Das 0:3 in der 20. Minute passte dann ins Bild dieser starken Gottsdorfer Phase: Nach einem Diagonalball auf die rechte Seite und einer Flanke von Fabian Stadler köpfte Jonas Bredlinger ein. Für Riedler war klar, warum seine Mannschaft in dieser Phase so gefährlich war: „Die Chancenauswertung hat heute sehr, sehr gut funktioniert.“
Ganz so geradlinig blieb der Abend für die Gäste aber nicht. Riedler machte kein Geheimnis daraus, dass seine Mannschaft gegen Ende der ersten Hälfte wieder Probleme bekam. „Wir hatten dann leider gegen Ende der ersten Hälfte wieder ein bisschen Probleme mit dem Pressing-Verhalten beziehungsweise mit der Zuteilung in Bezug auf den Gegner“, erklärte er. Genau in diese Phase fiel auch das 1:3 durch Clemens Dallamassl in der 36. Minute. Damit war Purkersdorf wieder im Spiel, und Gottsdorf konnte den deutlichen Vorsprung nicht mit derselben Ruhe in die Pause tragen, mit der die Gäste ihn sich erarbeitet hatten. Beim Stand von 1:3 ging es in die Kabinen, und nach Wiederbeginn änderte sich das Bild laut Riedler noch einmal spürbar. „In der zweiten Halbzeit war Purkersdorf wie gegen Ende der ersten Halbzeit sehr präsent, sehr aggressiv und hat uns bis zur 65. Minute gut im Griff gehabt, offensiv wie defensiv.“ Der Gottsdorf-Coach zollte dem Gegner dabei ausdrücklich Respekt. Purkersdorf habe „gute Kombinationen gehabt“, vor allem durch die Mitte immer wieder Überzahl geschaffen und auch über die Außen versucht, mit Flankenbällen gefährlich zu werden. Gerade diese Phase nach der Pause zeigte, dass der Auswärtssieg zwar früh vorbereitet, aber noch längst nicht fertig abgesichert war.
Wenn Riedler nach dem entscheidenden Moment gefragt wird, muss er nicht lange überlegen. „Der entscheidende Moment war ganz klar das 3:0“, sagte er. Dahinter steckt für ihn aber ein größeres Thema, das seine Mannschaft in den vergangenen Wochen beschäftigt hatte. „Im Grundsatz war es die Chancenauswertung, was in den letzten Partien nicht der Fall war. Wir hatten aus den ersten fünf klaren Torchancen drei Tore erzielt.“ Gleichzeitig sprach Riedler aber auch einen Punkt an, der ihn trotz fünf eigener Treffer nicht ganz zufriedenstellen konnte. „Wir hätten natürlich noch mehr machen müssen“, sagte er, und das bezog sich nicht nur auf die Anfangsphase. Nach der druckvollen Purkersdorfer Phase entwickelte sich die Partie laut Riedler „zu einem offenen Schlagabtausch, wo beide Teams noch Tore erzielen konnten“. Im Spielbericht schlug sich das erst spät nieder: Sascha Becksteiner stellte in der 86. Minute auf 1:4, ehe Purkersdorf durch Manuel Farzan Farghadan in der Nachspielzeit noch einmal auf 2:4 verkürzte. Den Schlusspunkt setzte schließlich Maximilian Harrer mit dem 2:5 in der 95. Minute. So wurde aus einem zwischenzeitlich wieder offeneren Spiel am Ende doch noch ein klarer Auswärtssieg.
Riedlers Analyse geht deshalb auch über das reine Ergebnis hinaus. Er sah in erster Linie den Willen seiner Mannschaft, die Partie früh auf ihre Seite zu ziehen. „Aus meiner Sicht war der Unterschied der Siegeswille von uns. Vor allem in der ersten Halbzeit wollten wir das Spiel früh entscheiden“, sagte der Trainer. Dazu kam, dass Gottsdorf nach dem schwierigen Beginn die richtigen Antworten auf das Purkersdorfer Pressing fand und gerade über die Seiten immer wieder zu guten Lösungen kam. Gleichzeitig verschwieg Riedler nicht, dass in diesem 5:2 auch noch Luft nach oben steckte. „Wir hatten noch zwei, drei hochkarätige Chancen in der ersten Halbzeit sowie in der zweiten Halbzeit, in denen wir das Spiel früher hätten entscheiden können beziehungsweise müssen“, sagte er. Genau deshalb wirkt dieser Abend aus Gottsdorfer Sicht wie ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch nicht wie ein durchgehend runder Auftritt. Die Gäste haben sich diesmal für ihre Offensivaktionen früh belohnt, sie haben fünf Tore geschossen und den Sieg mitgenommen. Riedlers Aussagen zeigen aber auch: Wenn Gottsdorf die Phase nach der Pause stabiler gestaltet und seine Möglichkeiten noch konsequenter nutzt, kann die Mannschaft solche Spiele künftig noch souveräner gestalten.