In der Gebietsliga West setzte sich SC Rabenstein im Heimspiel gegen USC Höfler Metalltechnik Seitenstetten mit 4:1 durch. Aus Sicht der Gäste war es ein Abend, an dem zu vieles nicht zusammenpasste. Trainer Peter Thaller sprach nach dem Spiel von fehlender Energie, zu wenig Zweikampfstärke und einem 3:1, das seiner Mannschaft endgültig den Stecker zog.

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Für Seitenstetten begann die Partie genau so, wie man es aus Trainersicht vermeiden wollte. „Es hat sich nicht so entwickelt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir wollten auf jeden Fall mit viel mehr Engagement, Energie und Zweikampfstärke in Rabenstein auftreten“, sagte Peter Thaller nach dem 1:4. Stattdessen gerieten die Gäste schon in der 15. Minute in Rückstand. Vladislav Cicek traf zum 1:0, nachdem Seitenstetten laut Thaller einen billigen Ballverlust im Mittelfeld hatte und ein Doppelpass reichte, damit der gegnerische Angreifer alleine vor dem Torhüter auftauchte. Auch beim zweiten Gegentor, das Daniel Schilcher in der 36. Minute erzielte, war der Seitenstetten-Coach unzufrieden. Nach einem Eckball sei seine Mannschaft „nicht konsequent genug im Blockverhalten“ gewesen und habe den Gegner zum Tor kommen lassen. Ganz ohne Möglichkeiten blieb Seitenstetten aber nicht. Thaller sprach davon, dass man „den einen oder anderen Torschuss am Fuß oder am Kopf“ gehabt habe, der Abschluss aber meist ungefährlich in den Händen des Torhüters landete. Kurz vor der Pause kam dann doch noch einmal Leben in das Spiel der Gäste. Nach einem seitlichen Freistoß verlängerte Manuel Hausberger auf der zweiten Stange, Eric Michlmayr köpfte den zweiten Ball in der Nachspielzeit zum 2:1 ein. „Mit diesem Momentum gingen wir in die Halbzeitkabine“, sagte Thaller, und genau das ließ die Gäste zumindest kurz auf einen anderen zweiten Durchgang hoffen.
Was Seitenstetten aus diesem Anschlusstreffer mitnehmen wollte, verpuffte nach dem Wechsel aber rasch. Thaller machte klar, dass seine Mannschaft das gute Gefühl vor der Pause nicht in die zweite Halbzeit retten konnte. „Leider konnten wir das Momentum in der zweiten Halbzeit nicht wirklich nutzen. Wir konnten vorne keine Bälle durchstecken oder zu wirklicher Torgefahr kommen“, sagte der Trainer. Die entscheidende Szene war für ihn das 3:1 in der 57. Minute durch Clemens Lippert. „Ich denke, das 3:1 war für uns so der Genickbruch. Danach konnten wir uns nicht mehr aufraffen“, ordnete Thaller diesen Moment ein. Noch deutlicher wurde er bei seiner Beschreibung des Gegentreffers. „Keiner hat Verantwortung übernommen und ist ins Pressing gegangen geschweigedenn Druck gemacht. Wir ließen sie eigentlich durch unsere Reihen durchspielen, ohne dass wir ein taktisches Foul machen oder einen entschlossenen Zweikampf führen“, sagte er. Dass Rabenstein diese Nachlässigkeit sofort bestrafte, passte aus seiner Sicht zum ganzen Abend. Lippert zeigte laut Thaller genau jene Qualität, die Seitenstetten nicht auf den Platz brachte. „Wir brachten den schnellen Lippert nicht unter Kontrolle. Er zeigte seine Qualität, die wir an diesem Tag nicht auf den Platz bringen konnten“, erklärte der Coach. Mit zwei Haken nach innen stand der Rabensteiner schließlich frei vor dem Tor und schob zum 3:1 ein.
Dass Rabenstein die Partie am Ende klar für sich entschied, hatte für Thaller mehrere Gründe, die sich durch den gesamten Abend zogen. Das 4:1 in der 80. Minute fiel nach einem Aufbaufehler der Gäste, dazu kam ein Distanzschuss aus rund 25 bis 30 Metern wieder durch Lippert. Auch dieses Tor passte in das Gesamtbild, das der Seitenstetten-Trainer nach dem Schlusspfiff zeichnete. „Unser Torhüter hat an diesem Tag nie die Chance bekommen, eine Torschance zu vereiteln. So war gefühlt jede Chance ein Treffer“, sagte Thaller. Gleichzeitig war seine Mannschaft nach vorne zu harmlos, um noch einmal zurückzukommen. „Mit dem 3:1 war an diesem Tag die Messe gelesen, da wir vorne viel zu harmlos waren“, meinte er offen. Den Unterschied zwischen beiden Teams sah er daher weniger in einer einzelnen Aktion als in der Summe vieler kleiner Dinge. Rabenstein sei „hinten kompakter, resoluter und zweikampfstärker“ gewesen, dazu habe man über die Seiten mehr Druck aufgebaut. „In den Offensivsituationen war Rabenstein uns deutlich überlegen. Sie spielten den gepflegteren, sauberen Fußball und ihre Zweikampfstärke hat unsere einfach übertroffen“, sagte Thaller. Noch deutlicher fiel seine Kurzfassung aus: „Sie waren qualitativ einfach besser.“ Für Seitenstetten gehe es nun darum, die Niederlage schnell abzuhaken. „Jetzt gilt es, den Kopf freizubekommen, wieder Lust am Fußballspielen zu finden und uns schnell zu regenerieren, damit wir am Freitag gegen Gottsdorf ein anderes Gesicht zeigen können.“ Damit war die Richtung nach einem enttäuschenden Abend klar vorgegeben.