In der 1. Klasse Mitte hat sich SPG Rabnitztal am Freitagabend SC Kroatisch Geresdorf knapp mit 2:3 geschlagen geben müssen. Die Gäste stellten mit einer starken ersten Hälfte die Weichen auf den Auswärtssieg, führten zur Pause 3:1 und brachten den Vorsprung trotz deutlich mehr Druck der Heimischen nach dem Seitenwechsel ins Ziel. Trainer Andreas Gruber machte vor allem die bessere Effizienz und die starke erste Halbzeit für den Erfolg verantwortlich.

Image by Daniel Allgyer from Pixabay
Gruber musste nach dem Schlusspfiff nicht lange überlegen, wie er die 90 Minuten einordnet. "Es waren komplett zwei unterschiedliche Halbzeiten", sagte der Trainer, und genau so las sich auch der Spielverlauf. In der ersten Hälfte war Kroatisch Geresdorf das klar aktivere Team, setzte Rabnitztal immer wieder unter Druck und belohnte sich früh. Nach 17 Minuten brachte Szilveszter Wertetics die Gäste mit 1:0 in Führung. Rabnitztal fand durch György Nyari in der 31. Minute zwar noch einmal den Ausgleich, doch die Antwort der Gäste kam noch vor der Pause mit Nachdruck. Mátyás Krizsonits traf in der 38. Minute zum 1:2 und legte kurz vor dem Seitenwechsel in der 44. Minute auch noch das 1:3 nach. Gruber sprach von "immensem Druck", den seine Mannschaft in dieser Phase auf den Platz brachte. "Wir haben mit viel Schnelligkeit gespielt, den Gegner überlaufen und nicht nachgelassen", sagte er. Dass Kroatisch Geresdorf mit diesem Auftritt verdient mit zwei Toren Vorsprung in die Kabine ging, war für ihn deshalb keine Frage.
Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Bild dann fast komplett. Was vor der Pause für die Gäste galt, traf nun auf Rabnitztal zu. Die Heimischen hatten mehr vom Spiel, kamen zu Torchancen und arbeiteten sich Schritt für Schritt zurück in die Partie. Gruber sprach von einem "Spiegelbild der ersten Halbzeit", nur eben mit vertauschten Rollen. Für seine Mannschaft wurde es auch deshalb komplizierter, weil sie laut Trainer "aus Verletzungsgründen taktisch umstellen" musste. "Das ist uns nicht entgegengekommen, da müssen wir noch nachschärfen", sagte Gruber offen. Trotzdem hatte Kroatisch Geresdorf nach seiner Einschätzung auch in dieser Phase noch Möglichkeiten, auf 4:1 zu erhöhen, ließ diese Chancen aber liegen. Rabnitztal blieb dadurch im Spiel und verkürzte in der 83. Minute durch Nikolas Reitgruber auf 2:3. Dieser Treffer blieb auch dem Gäste-Trainer besonders in Erinnerung. "Das war ein Weitschuss aus gut 25 Metern genau unter die Latte, ein wirklich sehenswerter Treffer", sagte Gruber. Zum Punktgewinn reichte der späte Anschlusstreffer aber nicht mehr.
Dass Kroatisch Geresdorf am Ende trotzdem mit drei Punkten nach Hause fuhr, erklärte Gruber vor allem mit zwei Punkten. "Ich glaube, dass wir in der Breite mehr Qualität gehabt haben und deutlich effektiver vor dem Tor gewesen sind", sagte der Trainer. Dazu kam aus seiner Sicht noch ein Faktor, den er klar ansprach: "Ich glaube, dass wir den Sieg mehr gewollt haben." Gleichzeitig verteilte er auch ein deutliches Lob an Rabnitztal und machte klar, dass der knappe Spielstand kein Zufall war. "Die haben über 90 Minuten Fußball gespielt, ein gutes Kombinationsspiel gezeigt, gekämpft und sich in den Zweikämpfen nicht versteckt", meinte Gruber. Auch rund um den Unparteiischen sah der Trainer keinen großen Gesprächsstoff. Wirklich strittige Szenen habe es nicht gegeben, höchstens Entscheidungen, die beide Seiten unterschiedlich gesehen hätten. Für Kroatisch Geresdorf steht damit nach fünf Runden ein starker Start mit 13 Punkten zu Buche. Der Auswärtssieg in Rabnitztal zeigte dabei vor allem eines: Wenn die Gäste ihre Druckphase so konsequent nutzen wie in der ersten Halbzeit, sind sie in dieser Liga nur schwer zu stoppen.