In der 1. Klasse Mitte hat ASK Raiding gegen ASK Baumgarten mit 4:0 gewonnen, doch der klare Endstand erzählt laut Sektionsleiter Franz Erhardt nur einen Teil der Geschichte. Vor allem in der ersten Halbzeit musste Raiding viel arbeiten, überstand die stärkste Phase der Gäste aber ohne Gegentor und ging durch das 1:0 vor der Pause auf die Siegerstraße. Genau darin sah Erhardt später den entscheidenden Punkt des Abends.

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Dass es am Ende ein so deutlicher Heimsieg wurde, war in der Anfangsphase keineswegs abzusehen. Franz Erhardt sprach nach dem Spiel von einer Partie, die „von Beginn an wirklich hart umkämpft“ war. Gerade in den ersten 45 Minuten hatte Baumgarten aus seiner Sicht starke Momente. „Baumgarten war speziell in der ersten Halbzeit sehr stark und hatte eigentlich die besseren Möglichkeiten“, sagte der Raidinger Sektionsleiter. Dazu kam, dass bei den Gastgebern drei zentrale Mittelfeldspieler fehlten, einer wegen Krankheit, einer wegen beruflicher Verpflichtungen und einer verletzungsbedingt. Entsprechend fehlte im Aufbau zunächst etwas die gewohnte Ordnung. Erhardt formulierte es offen: „Im Spielaufbau waren wir diesmal nicht so stark, weil uns unsere Regisseure im Mittelfeld gefehlt haben.“ Umso wichtiger war für ihn, dass seine Mannschaft trotz dieser personellen Lücken nicht die Geduld verlor, sondern sich „über den Kampf“ in die Begegnung hineinarbeitete. Der Ertrag dafür kam noch vor der Pause, als Norbert Janos Halasz in der 38. Minute das 1:0 erzielte und Raiding mit einer Führung in die Kabine schickte.
Genau in dieser Phase sah Erhardt auch den eigentlichen Knackpunkt der Partie. „Entscheidend war, dass wir in der Drangphase der Baumgartner kein Tor bekommen haben“, erklärte er. Diese Einschätzung passte zum Verlauf, denn Baumgarten hatte laut Erhardt vor der Pause viel richtig gemacht, ließ aber die notwendige Konsequenz vor dem Tor vermissen. Raiding dagegen nutzte seinen Moment und nahm das 1:0 als Schub mit in den zweiten Durchgang. „Wir konnten dadurch mit Selbstbewusstsein in die zweite Hälfte gehen“, sagte Erhardt. Danach veränderte sich das Spiel klar. Raiding nahm das Heft in die Hand, wurde aktiver und erhöhte spürbar den Druck. Mit dem 2:0 durch Aron Nemeth in der 63. Minute bekam das Heimteam noch mehr Sicherheit. Erhardt sagte dazu: „Mit den Treffern eins und zwei ist dann das Selbstvertrauen dazugekommen.“ In der Schlussphase wurde daraus ein klarer Erfolg. Drissa Yeo legte in der 71. und 73. Minute mit einem Doppelpack nach und machte aus einer langen offenen Partie noch einen deutlichen 4:0-Sieg.
Bei aller Freude über vier Tore stellte Erhardt vor allem die Arbeit gegen den Ball heraus. „Die Defensive ist wieder gut gestanden, darum haben wir wieder zu null gespielt“, sagte er, und genau dieser Punkt zog sich aus seiner Sicht durch das ganze Spiel. Denn auch wenn Raiding in der ersten Halbzeit spielerisch nicht an seine beste Form herankam, blieb die Mannschaft kompakt genug, um Baumgarten nicht entscheidend treffen zu lassen. Der Gegner hinterließ beim Funktionär dennoch einen ordentlichen Eindruck. „Spielerisch nicht schlecht“, sagte Erhardt über die Gäste und sprach ihnen über weite Strecken sogar ein leichtes Chancenplus zu. Erst nach der Pause habe man dann gesehen, dass in der Baumgartner Defensive Mängel auftraten, die Raiding mit zunehmendem Selbstvertrauen ausnutzen konnte. Dass die Begegnung insgesamt ohne große Aufregung über die Bühne ging, passte ebenfalls ins Bild. „Die Schiedsrichterleistung war sehr gut“, meinte Erhardt. Aus seiner Sicht habe es keine gravierenden Szenen gegeben, die für Diskussionen hätten sorgen können.
So blieb am Ende ein Heimerfolg, der zwar in der Höhe deutlich, im Entstehen aber durchaus mühsam war. Erhardt brachte den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften in einer einfachen, aber treffenden Beobachtung auf den Punkt: „In der ersten Hälfte lag es definitiv in der Effektivität. Baumgarten hatte vielleicht sogar ein Chancenplus, wir haben aber unser Tor gemacht.“ Danach habe sich, wie er sagte, „das Blatt gehörig gewendet“. Raiding war in der zweiten Halbzeit die stärkere Mannschaft, legte nach und hätte aus seiner Sicht „am Schluss vielleicht sogar noch höher gewinnen können“. Für die Gastgeber ist das 4:0 damit nicht nur ein Ergebnis, sondern auch ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft trotz Ausfällen einen Weg gefunden hat. Dass parallel zum Spiel auch noch das Oktoberfest lief, rundete den Abend zusätzlich ab. „Da waren dann alle in Feierlaune“, sagte Erhardt. Mit 18 Punkten aus acht Spielen bleibt Raiding damit auf dem sehr guten 3. Platz in der Tabelle und nimmt aus diesem Spiel vor allem mit, dass auch Stabilität, Einsatz und Geduld zum Erfolg führen kann, wenn auch spielerisch nicht alles wie gewohnt läuft.