Nach dem 2:2 gegen FC VEGANIS Sankt Andrä in der 1. Klasse Nord überwog bei Trainer Patrick Castek von UFC RAIBA Purbach am See spürbare Unzufriedenheit. „Wir hatten mehr vom Spiel und hätten aufgrund der 2. Halbzeit den Sieg mehr als verdient“, erklärte der Coach, der vor allem die klare Steigerung nach der Pause, mehr Offensivdruck und zahlreiche Abschlüsse hervorhob. Viel Ballbesitz, viele Chancen, hohe Intensität – am Ende dennoch nur ein Remis. Standardsituationen prägten die Partie ebenso wie der Mix aus Körperlichkeit und Technik. Der Blick nach vorne bleibt offensiv: Schon nächste Woche wartet das Derby in Jois, wo – so die Hoffnung des Trainers – das Gefühl der verlorenen zwei Zähler korrigiert werden soll.

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Der Start gehörte Purbach: Filip Krchnak stellte in der 11. Minute auf 1:0. Ein unglückliches Eigentor von Ömer Akbiyik brachte Sankt Andrä zurück (1:1, 18.), kurz darauf drehten die Gäste durch Adrián Márton die Partie (1:2, 28.). Nach der Pause drückten die Hausherren – sinnbildlich für das Selbstverständnis des Trainers, der betonte, seine Mannschaft habe „viel mehr vom Spiel“ gehabt. Christian Rosner belohnte den Aufwand mit dem Ausgleich zum 2:2 (61.). Castek haderte besonders mit der verpassten Vorentscheidung im ersten Durchgang: Beim Stand von 1:0 hätte sein Team das 2:0 nachlegen müssen; stattdessen führten – wie er es ausdrückte – „Gastgeschenke“ zum 1:2-Pausenrückstand.
Aus seiner Sicht erspielte sich Purbach nach dem Seitenwechsel die klareren Möglichkeiten – mehr Offensivdruck, mehr Abschlüsse, mehr Kontrolle, aber am Ende lediglich ein Punkt.
Castek legte Wert auf strukturelle Vorteile: „Ich würde sagen, wir hatten ungefähr 65 zu 35 Prozent Ballbesitz.“ Die Partie sei zudem von einer starken physischen Note und zugleich von gelungenen Kombinationen geprägt gewesen: „Es war sehr körperbetont, aber auch mit vielen technischen Finessen und schönen Spielzügen.“
Auch ruhende Bälle hatten Gewicht in seinem Eindruck: „Es gab einige Standardsituationen, sowohl für Sankt Andrä als auch für uns.“ Insgesamt ergibt sich aus seinen Aussagen ein Bild, in dem Purbach die Spielkontrolle über weite Strecken beanspruchte – ein weiterer Baustein seines Urteils, dass ein Sieg möglich und aus seiner Perspektive verdient gewesen wäre.
Die Kabinenansprache und der Plan für Halbzeit zwei waren deutlich offensiver ausgelegt: „Wenn du beim 1:2 hinten bist, musst du etwas ändern. Wir haben den Spielfluss viel offensiver gestaltet, viel aggressiver gegen den Ball gearbeitet – so sind wir besser ins Spiel gekommen.“ Dass es am Ende 2:2 blieb, wollte der Trainer nicht an strittigen Entscheidungen festmachen: „Das möchte ich gar nicht beurteilen. In manchen Situationen hätte ich vielleicht früher eine Gelbe Karte gezeigt, aber das betraf beide Seiten.“
Für die kommende Woche formuliert er eine klare Erwartungshaltung: anknüpfen, was Intensität und Spielfreude angeht – und im Derby gegen Jois die gefühlten „verlorenen zwei Punkte“ zurückholen. Oder, wie er es zusammenfasst: „Ja, einfach, dass wir da ansetzen, wo wir aufgehört haben.“