Ein enges, körperbetontes Duell mit spürbarem Gegenwind – so beschreibt Miroslav Milosevic den Nachmittag in Zurndorf gegen den FC Hill Jois. In der 1. Klasse Nord blieb die Partie lange offen, zur Pause stand es 0:0. Nach dem Seitenwechsel kippte die Dynamik aus Sicht des ASV Raiffeisenbank Zurndorf spürbar, weil die Gastgeber schneller nach vorne spielten und konsequenter in die Abschlüsse kamen. Milosevic spricht von einem verdienten Ausgang und verweist auf das klare Chancenplus seiner Mannschaft, während die Gäste nur ein, zwei richtig gute Möglichkeiten verbuchten. Trotz des starken Winds behielt Zurndorf kühlen Kopf – auch in heiklen Momenten, die für zusätzliche Spannung sorgten. Am Ende stand ein 2:1, doch prägend waren vor allem Kontrolle, Intensität und clevere Anpassungen nach der Halbzeit.
Die Spielanlage veränderte sich mit Wiederanpfiff zugunsten der Hausherren. Milosevic’ Zusammenfassung des Verlaufs ist eindeutig: „In der ersten Halbzeit war es eher ausgeglichen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann mehr die Kontrolle über das Spiel gehabt und sind dadurch zu mehr Torchancen gekommen.“ Das deckt sich mit seiner Einschätzung der Möglichkeiten auf beiden Seiten: „Jois hatte ein, zwei richtig gute Torchancen. Wir hatten, glaube ich, fünf, sechs oder sogar mehr und im Endeffekt die besseren Möglichkeiten – somit auch verdient gewonnen.“ Diese Balanceverschiebung nach der Pause erklärt, warum die Partie trotz des 0:0 zur Halbzeit schließlich in Richtung der Heimelf ausschlug. Die Treffer fielen nach der Pause: 1:0 durch Oliver Medvid (64.), 1:1 durch Andrej Hrdlicka (67.) und das entscheidende 2:1 durch Miroslav Milosevic (72.).
Ein zentrales Thema waren die Bedingungen bei ruhenden Bällen. „Wir hatten nicht so viele Standardsituationen, bis auf einen Eckball, der einigermaßen gefährlich war. Jois hatte vor allem in der ersten Halbzeit drei, vier Eckbälle, die in Richtung Tor geschlagen wurden. Aufgrund des starken Windes wurden diese Bälle gefährlich. So ist auch eine große Torchance für Jois entstanden, aber im Großen und Ganzen haben wir das gut wegverteidigt.“ Zusätzlich gab es Momente, die für Gesprächsstoff sorgten: „Es gab eine strittige Situation, die als Schwalbe entschieden wurde – die habe ich nicht genau gesehen. Und einen Eckball, der auf der Linie geklärt wurde. Meiner Meinung nach war der Ball klar nicht über der Linie.“ Trotz dieser kniffligen Szenen blieb Zurndorf stabil, minimierte Risiken bei gegnerischen Ecken und brachte die Führung über die Zeit.
Die Partie war vom Zweikampf geprägt – genau darauf war die Mannschaft eingestellt. „Das Spiel war körperbetont, es wurden viele Zweikämpfe geführt, und darauf haben wir uns gut vorbereitet. Wir haben gewusst, dass uns das erwarten wird.“ Der Schlüssel lag aus Sicht des Trainers in der Justierung zur Halbzeit: „Wir haben ein, zwei Dinge angesprochen – vor allem, dass wir schneller nach vorne spielen und unsere Torchancen nutzen müssen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit getan.“ Für die unmittelbare Zukunft erwartet Milosevic ein ähnliches Anforderungsprofil – mit kurzer Verschnaufpause: „Wir haben nächste Woche spielfrei und danach wieder ein Auswärtsspiel. Das wird genauso intensiv geführt werden – mit vielen Zweikämpfen. Es wird eine spannende Partie für uns.“ Die Mischung aus physischer Präsenz, klareren Offensivwegen und Widerstandsfähigkeit bei Standards prägte den Sieg gegen den FC Hill Jois – ein Weg, den Zurndorf laut seinem Trainer fortsetzen will.