In der 1. Klasse Süd hat der SV Heiligenkreuz dem ASK Jabing am Freitag ein 0:0 abgerungen, oder aus Sicht der Gäste vielmehr zwei Punkte geschenkt bekommen. Denn obwohl Jabing nach der Roten Karte gegen Jure Travner fast die gesamte Partie in Unterzahl bestreiten musste, sprach Obmann Christian Gansfuss danach von einer Leistung, bei der seine Mannschaft aggressiver war, mehr vom Spiel hatte und die klar besseren Chancen vorfand.

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Die Szene, über die nach dem Schlusspfiff naturgemäß zuerst gesprochen wurde, kam schon sehr früh. In der 13. Minute sah Jure Travner die Rote Karte, und damit musste Jabing fast die komplette Partie in Unterzahl bestreiten. Für Christian Gansfuss war genau diese Situation zwar ein Einschnitt, aber keiner, der seine Mannschaft aus dem Spiel genommen hätte. „Unsere Mannschaft hat das ganz gut aufgenommen und um jeden Ball gekämpft“, sagte der Obmann. Gerade das gefiel ihm besonders, weil seine Elf nach dem Ausschluss nicht zurückwich, sondern dagegenhielt. „Wir waren besser in den Zweikämpfen, aggressiver, und man hat eigentlich das ganze Match nicht bemerkt, dass wir in Unterzahl waren“, meinte Gansfuss. Auch Trainer Benjamin Hupfer lobte er dabei ausdrücklich: „Wir waren sehr gut vom Trainer Benjamin Hupfer eingestellt.“ Dass Jabing mit einem Mann weniger dennoch so geschlossen auftrat, war für ihn der Hauptgrund dafür, warum aus dem Abend kein Abwehrkampf wurde, sondern ein Spiel, in dem die Gäste weiterhin selbst Akzente setzen konnten.
Weil es zur Pause bereits 0:0 gestanden hatte und sich am Ergebnis auch danach nichts mehr änderte, rückten die ausgelassenen Möglichkeiten noch stärker in den Vordergrund. Gansfuss hatte mehrere Szenen im Kopf, in denen seine Mannschaft das Spiel auf ihre Seite hätte ziehen können. Besonders deutlich blieb ihm ein Abschluss von Dominik Muth in Erinnerung. „Das war nach einem Eckball, aus vier Metern auf die Latte – ein Lattenpendler, und der Ball ist wieder raus“, schilderte er. Dazu kam in der zweiten Halbzeit ein weiterer Aluminiumtreffer, diesmal bei einem Schuss aus rund elf Metern. Auch einige Distanzschüsse sowie weitere Abschlüsse vor dem Tor sah der Jabing-Obmann als klare Hinweise darauf, dass mehr drin gewesen wäre. Jan Humar ließ ebenfalls Chancen liegen. Auf der anderen Seite fiel sein Urteil über Heiligenkreuz deutlich aus, allerdings klar aus der Sicht der Gäste formuliert: „Heiligenkreuz war nicht gut im Spiel. Sie haben fast keine Chancen gehabt, und die Überzahl hat man überhaupt nicht gesehen.“ Dass Gansfuss von einem Chancenplus sprach, passte damit genau zu seiner Gesamteinschätzung dieses torlosen Abends.
Entsprechend fühlte sich das 0:0 für Jabing am Ende nicht wie ein kleiner Auswärtserfolg an, sondern wie ein liegengelassener Sieg. Gansfuss formulierte das ohne Umschweife: „Im Endeffekt waren das für uns eigentlich zwei verlorene Punkte.“ Für ihn lag der Grund nicht darin, dass seine Mannschaft spielerisch oder läuferisch zu wenig angeboten hätte. Im Gegenteil: „Wir haben als Mannschaft überzeugt. Jeder ist für jeden gelaufen.“ Was aus seiner Sicht fehlte, war vor allem die letzte Konsequenz vor dem Tor. „Gefehlt hat ein wenig das Glück bei den Abschlüssen und die Cleverness, die Chancen in Tore und Punkte umzumünzen“, sagte er. Auch die Rote Karte selbst bewertete er als diskussionswürdig. „Es war ein kleiner Körperkontakt da, aber nicht so ein Foul, bei dem viele diese Rote Karte geben“, meinte Gansfuss zur Szene um Travner. In der Tabelle bleibt Jabing nach Runde acht mit zehn Punkten im Mittelfeld, während Heiligenkreuz vorne dabei bleibt. Der Auftritt der Gäste dürfte trotzdem vor allem deshalb in Erinnerung bleiben, weil sie in Unterzahl über weite Strecken das aktivere Team waren, sich dafür aber nicht mit drei Punkten belohnten.