In der 1. Klasse Süd hat FC Minihof-Liebau das Kellerduell gegen SV Güssing mit 2:3 verloren. Nach frühem Rückstand liefen die Gastgeber lange hinterher, kamen aber in der Schlussphase noch einmal heran. Trainer Christoph Knausz sah vor allem zwei Probleme: das nicht umgesetzte Pressing zu Beginn und die fehlende Durchschlagskraft vorne. Trotzdem betonte er nach dem Schlusspfiff, dass seine Mannschaft „nie aufgegeben“ habe.

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Für Knausz begann die Partie gleich mit einem Gefühl, das seine Mannschaft durch den ganzen Nachmittag begleiten sollte. „Wir haben in den ersten dreißig, vierzig Sekunden eine Topchance gehabt zum 1:0. Leider ist der Ball nicht ins Tor gegangen“, sagte der Trainer. Statt eines Starts nach Maß lag Minihof-Liebau kurz darauf zurück, weil Kristóf Németh in der 2. Minute das 0:1 für Güssing erzielte. Knausz sprach von einer offenen ersten Hälfte, auch wenn seine Elf einem Rückstand nachlaufen musste. Gerade das frühe Gegentor passte aus seiner Sicht in eine schwierige Phase, in der man „einfach durch muss“. Bis zur Pause blieb es beim 0:1, und schon in dieser Spielphase zeigte sich, dass die Gastgeber zwar immer wieder den Ball hatten, daraus aber zu wenig klare Abschlüsse machen konnten.
Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie dann jene Wendungen, über die Knausz später offen sprach. Den Knackpunkt sah er in einem Fehler vor dem zweiten Güssinger Treffer: „Der entscheidende Moment war für mich der Fehler.“ Kurz danach erhöhte erneut Kristóf Németh in der 53. Minute auf 0:2. Minihof-Liebau fand aber sofort eine Antwort, denn Muhammed Emin Korkusuz verkürzte in der 55. Minute auf 1:2. Knausz betonte nach dem Spiel, dass sein Team „durch einen Elfmeter“ zurückkam und damit wieder Hoffnung bekam. Als Martin Simon in der 61. Minute das 1:3 nachlegte, wurde die Aufgabe wieder größer, doch aufgeben wollte die Heimelf nicht. „Meine Mannschaft hat nie aufgegeben“, sagte der Trainer, und genau das zeigte sich in der Schlussphase noch einmal deutlich. Clemens Leitgeb brachte Minihof-Liebau in der 86. Minute mit dem 2:3 wieder heran. Dazu kamen fünf Minuten Nachspielzeit, und Knausz meinte rückblickend: „Wenn es noch zwei Minuten gegangen wäre, hätten wir vielleicht noch einen Ausgleich gemacht.“
In seiner Analyse wurde der Trainer vor allem bei zwei Punkten sehr konkret. Zum einen habe seine Vorgabe für die Anfangsphase nicht gegriffen. „Ich habe die ersten zwanzig Minuten Pressing vorgegeben. Das hat leider nicht funktioniert“, erklärte Knausz. Gerade in einem Heimspiel gegen Güssing, das er selbst als Duell „Letzter gegen Vorletzter“ beschrieb, hätte er sich mehr Druck und mehr Zugriff gewünscht. Zum anderen fehlte seiner Mannschaft im letzten Drittel die nötige Durchschlagskraft. „Wir haben mehr Ballbesitz gehabt und sind bis zum Sechzehner gekommen, haben aber keine Torchancen herausspielen können“, sagte er. Auch den Gegner ordnete er in diesem Punkt klar ein: Güssing habe nach dem frühen 1:0 „kompakt“ verteidigt und nur wenig zugelassen. Dazu kamen personelle Probleme bei den Gastgebern. Knausz sprach es deutlich an: „Uns fehlt zurzeit wirklich ein Brecher, ein Stürmer.“ Dass er trotz der Niederlage nicht alles schlechtreden wollte, lag am Einsatz seiner Mannschaft über die gesamte Spielzeit.
Am Ende blieb bei Minihof-Liebau das Gefühl, dass in diesem Spiel mehr drin gewesen wäre als die nächste knappe Niederlage. „Ein X wäre gerecht gewesen“, meinte Knausz und verwies auf „zweimal Pfosten, einmal Latte“ sowie auf die späte Druckphase nach dem 2:3. Gleichzeitig benannte er ohne Ausflüchte, worin für ihn der Unterschied zwischen den beiden Teams lag: „Der Unterschied war die Nummer sieben von Güssing. Der hat zwei Tore gemacht.“ Gemeint war damit Kristóf Németh, der mit seinen Treffern in der 2. und 53. Minute entscheidend zum Auswärtssieg beitrug. Auch mit der Leistung des Unparteiischen hatte Knausz keinerlei Probleme. „War alles okay“, sagte er. Für Minihof-Liebau bleibt damit eine Niederlage, die weh tut, weil die Mannschaft nach dem Rückstand noch einmal zurückkam. Der Trainer machte aber ebenso klar, worauf er in den nächsten Wochen setzt: auf den vorhandenen Kampfgeist und darauf, dass sein Team diese schwierige Phase gemeinsam annimmt.