Ein wilder Nachmittag in Gerersdorf-Sulz mit einem Ende, das Burgaubergs Bank zum Überschäumen brachte: In der 2. Klasse Süd B wandelte der USV Burgauberg ein klares Defizit in späten Jubel um und drehte die Partie gegen den UFC Gerersdorf-Sulz noch zu einem 5:4. Im Mittelpunkt steht Walter Paul, Trainer von USV Burgauberg, der den doppelten Charakter dieses Spiels klar benennt: „Die erste Halbzeit war nicht optimal. In der zweiten Halbzeit wurde das, was wir in der Pause korrigiert haben, umgesetzt.” Seine Mannschaft präsentierte sich nach dem Seitenwechsel zielstark und widerstandsfähig – und belohnte sich im Finish mit der vollen Ausbeute.

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Gerersdorf-Sulz erwischte den besseren Start: Bereits in der 8. Minute traf Matthias Schmidt zum 0:1, vier Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Mate Temlen auf 0:2. Als Laszlo Toth in der 60. Minute auf 0:3 stellte, schien der Nachmittag für die Heimelf zu laufen. Doch praktisch im Gegenzug leitete Sebastian Kühberger mit dem 1:3 in Minute 61 den Umschwung ein. Patrick Hirschbeck schob das Comeback mit dem 2:3 in der 72. Minute weiter an. In einer dramatischen 78. Minute glich Rok Sinko erst zum 3:3 aus, ehe Valentin Tschech postwendend das 3:4 erzielte. Burgauberg antwortete erneut: Sebastian Kühberger schnürte mit dem 4:4 in der 81. Minute seinen Doppelpack. Den Schlusspunkt setzte Patrick Hirschbeck in der 90. Minute – 5:4 und grenzenloser Auswärtstaumel.
Walter Paul stellte nach Abpfiff zwei seiner Protagonisten ins Rampenlicht – ohne dabei die Gesamtleistung aus den Augen zu verlieren: „Mann des Spiels war wohl die ganze Mannschaft. Aber einen möchte ich trotzdem hervorheben, und zwar Patrick Hirschbeck. Einen Elfer verschossen, aber trotzdem zwei Tore gemacht, zwei Assists. Und den zweiten, den ich hervorheben möchte, ist der Kühberger, der Kapitän – er hat Geburtstag gehabt. Ein super Geburtstagsgeschenk mit zwei Toren. Es ist nicht alltäglich, dass ein Defensivmann zwei Tore macht in so einem Spiel.” Hirschbecks Doppelpack mit dem späten Siegtor krönte die Aufholjagd, während Abwehrchef Kühberger mit zwei Treffern und großem Einfluss im zweiten Durchgang prägte – ein markantes Duo an einem ohnehin denkwürdigen Spieltag.
In der Einschätzung des Gegners schwang viel Routine mit. Paul sagte: „Na, wir spielen schon so oft gegeneinander, also hat mich nichts überrascht. Wir haben gewusst, wie der Gegner agiert und wie gesagt, wir spielen schon oft gegeneinander, fast die gleichen Leute immer. Da weiß man Bescheid, wie der Gegner sein Konzept auslegt.” Auch zu den Unparteiischen gab es ein klares Feedback: „Nein, das war komplett in Ordnung.” Personell musste Burgauberg unterwegs improvisieren. Paul erklärte: „Ja, momentan Sebastian Feigl. Den haben wir heute ausgetauscht gehabt. Der ist ein bisschen angeschlagen und alles andere ist eigentlich an Bord.” Ob der angeschlagene Sebastian Feigl zeitnah wieder einsatzfähig ist, bleibt offen; Paul stellte klar: „Das ist noch unklar, ungewiss. Es sind noch sieben Tage, wo und es kann allerhand passieren. Ich lasse mich überraschen.” Unabhängig davon stand am Ende eines wechselhaften Spiels das Gefühl, zur rechten Zeit die richtigen Knöpfe gedrückt zu haben – und die Überzeugung, dass Geschlossenheit in engen Momenten den Unterschied macht.