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"Mit Platz zwei können wir sehr zufrieden sein" – Rohrbach geht mit Rückenwind in die neue Saison

Rohrbach

Beim II. Liga Mitte-Zweiten SV Rohrbach fällt die Saisonbilanz nach 63 Punkten und Rang zwei hinter Meister Lackenbach klar positiv aus. Trainer Hannes Friesenbichler sieht vor allem im Frühjahr einen spürbaren Schritt nach vorne, auch wenn es am Ende nicht ganz für den Sprung an die Spitze gereicht hat. Dazu kommen ein größerer personeller Umbruch, einzelne Ausfälle und trotzdem viel Zuversicht für den nächsten Anlauf.


Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Vom elften Platz nach vorne gearbeitet

Friesenbichler blickt auf eine Saison zurück, in der sich Rohrbach nicht einfach nur oben festgesetzt hat, sondern sich dorthin erst einmal hocharbeiten musste. Nach dem Start auf Rang elf ging es Schritt für Schritt nach vorne, im Laufe der Saison stand die Mannschaft immer wieder ganz weit oben und beendete die Spielzeit schließlich als Zweiter. Gerade diesen Verlauf hebt der Trainer hervor, weil für ihn vor allem die Entwicklung nach der Winterpause zählt. "Wir haben uns im Frühjahr gesteigert gegenüber dem Herbst und konnten viele Sachen umsetzen, die wir uns in der Wintervorbereitung vorgenommen haben", sagt Friesenbichler. Dass Rohrbach am Ende oben mitmischte, kam aus seiner Sicht also nicht zufällig. Er verweist darauf, dass seine Mannschaft defensiv sehr stabil gewesen sei und offensiv ebenfalls stark unterwegs gewesen sei. "Leider hat es am Ende des Tages nicht ganz gereicht, dass wir oben stehen, aber mit Platz zwei können wir für eine erste Saison mit mir als Trainer sehr zufrieden sein", ordnet er die Saison ein.

Gute Stimmung trotz spürbarer Abgänge

Dass die Stimmung im Verein zum Abschluss trotzdem gut geblieben ist, hängt für Friesenbichler auch damit zusammen, dass die Mannschaft eine starke Rückrunde gespielt hat und sich über weite Strecken in der Spitzengruppe halten konnte. Gleichzeitig macht der Coach aber kein Geheimnis daraus, dass der Sommer personell einiges verändern wird. "Die Stimmung war eigentlich zum Abschluss sehr gut. Leider haben uns ein paar Spieler verlassen", sagt er. Unter den Abgängen nennt er die drei Ungarn, außerdem Gustavo Silva und Jason Bauer, der seinen Weg in Pöttsching fortsetzt. Friesenbichler findet dafür respektvolle Worte und betont: "Ich wünsche natürlich allen alles Gute, sportlich wie auch privat." Entscheidend ist für ihn nun, wie gut es gelingt, diese Verluste aufzufangen. Genau da sieht er Rohrbach aber ordentlich aufgestellt. Mit Emil Haladay und Samuel Mischitz seien zwei namhafte Spieler dazugekommen, außerdem ein slowakischer Stürmer aus Horn. Dazu kommen mit Tobias Wendel von Hellas Kagran und einem jungen Spieler Jonas Reitbauer aus Deutschkreutz zwei Neuzugänge, von denen sich der Trainer viel frischen Schwung erwartet. "So können wir gut in die Zukunft blicken", sagt Friesenbichler.

Entwicklung im Kader und ein Ausfall, der wehtut

Im Rückblick auf die vergangenen Monate spricht der Trainer nicht nur über Ergebnisse und Tabellenplätze, sondern auch über einzelne Entwicklungen im Kader. Aus seiner Sicht haben mehrere Spieler einen klaren Schritt gemacht. "Definitiv haben sich sehr viele Spieler technisch und taktisch weiterentwickelt", sagt Friesenbichler. Besonders hebt er dabei seinen Torschützenkönig hervor, der laut Trainer auf 34 Tore und 16 Assists kam und damit eine beachtliche Bilanz auflegte. Ebenso erwähnt er Jason Bauer, der aus einer unteren Klasse gekommen sei und "sensationell eingeschlagen" habe, dessen Abgang nach Pöttsching aber natürlich wehtue. Nicht ganz so erfreulich ist die personelle Lage bei Dominik Stöger. Der habe sich im Spiel gegen Pöttsching einen Muskelbündelriss zugezogen und werde "noch längere Zeit" brauchen, bis er wieder langsam ins Training einsteigen kann. Bessere Nachrichten gibt es hingegen bei Manuel Mihalits. "Er wird mit Trainingsauftakt nächsten Mittwoch voll einsteigen können", sagt der Trainer, der damit rechnet, dass der Spieler Mitte der Vorbereitung wieder voll belastbar sein wird.

Lackenbach als Maßstab, Jubiläumsspiel als Auftakt

Wenn Friesenbichler über die Saison spricht, kommt er auch auf den Meister zu sprechen. Lackenbach hat ihn am meisten beeindruckt, und zwar nicht nur wegen der Punktezahl, sondern vor allem wegen der Breite im Kader. "Die Kaderqualität war sicher über unsere zu stellen, auch die Tiefe des Kaders", sagt der Rohrbach-Coach. In Erinnerung geblieben ist ihm besonders die letzte Heimpartie gegen den Meister, in der Lackenbach mehrere Spieler von der Bank bringen konnte, "und man hat überhaupt nicht gemerkt, dass da jetzt ein Leistungsabfall wäre". Genau dort sieht er einen Unterschied zu seiner eigenen Mannschaft, denn bei Rohrbach sei die Kaderdichte gegen Ende der Saison zu spärlich gewesen. "Wir hatten in den letzten drei, vier Runden das eine oder andere Problem", sagt Friesenbichler. Der Blick geht nun aber klar nach vorne. Am Mittwoch startet die Vorbereitung, am Samstag steht bereits das 80-Jahr-Jubiläumsspiel gegen den Regionalligameister SV Gloggnitz an. Danach folgen sechs weitere Vorbereitungsspiele. "Wir wollen die natürlich bestmöglich nutzen, um die neuen Spieler zu integrieren", erklärt der Trainer. Dazu hofft er auf viele Zuschauer beim Jubiläum und auf einen guten Auftakt mit dem Cup, ehe dann auch die Meisterschaft wieder beginnt.