Spielberichte

"Wir haben im Winter keinen Zaubertrank angerührt" – Draßburgs Turnaround macht Mut

ASV Draßburg

In der II. Liga Mitte hat der ASV Draßburg eine Saison mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern hinter sich. Nach nur acht Punkten in der Hinrunde stand der Klassenerhalt lange auf der Kippe, am Ende blieb die Mannschaft mit 32 Zählern doch in der Liga. Sport-Vorstand Oliver Frank spricht von einer Achterbahnfahrt, sieht im starken Frühjahr aber ein klares Signal für die Zukunft.


Fußballspieler holt zum Schuss aus

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Vom Tabellenkeller zur Wende im Frühjahr

Oliver Frank macht in seinem Rückblick keinen Hehl daraus, wie eng es zwischendurch war. "Hinter dem ASV Draßburg liegt eine sportliche Achterbahnfahrt", sagt der neugewählte Sport-Vorstand, und ein Blick auf den Saisonverlauf gibt ihm recht. Nach der Hinrunde standen lediglich acht Punkte zu Buche, über viele Wochen lag die Mannschaft im Tabellenkeller und stand laut Frank "mit dem Rücken zur Wand". Dass am Ende doch der Klassenerhalt gelang, war für ihn deshalb mehr als nur ein nacktes Resultat. Im Winter reagierte der Verein mit einem Trainerwechsel zu Dominik Schiefer und personellen Änderungen, im Frühjahr folgte dann die große Gegenbewegung. "Wir haben im Winter keinen Zaubertrank angerührt, aber die Mannschaft hat einen doppelten Espresso getrunken", sagt Frank mit Augenzwinkern. 

Eine klare Linie statt bloßem Überlebenskampf

Für Oliver Frank lag der Aufschwung nicht bloß an besseren Ergebnissen, sondern vor allem an einer neuen Art, Fußball zu spielen. Aus einem verunsicherten Abstiegskandidaten sei eine Mannschaft mit klarer Linie geworden. Statt im Druck des Tabellenkellers nur lange Bälle zu schlagen, setzte Draßburg laut seinem Sport-Vorstand auf "kontrollierten Ballbesitz, präzises Kombinationsspiel aus einer stabilen Defensive heraus und den Mut zu spielerischen Lösungen im letzten Drittel". Gerade das sei im Frühjahr der Unterschied gewesen. "Wir haben den Gegnern oft unser Spiel aufgezwungen", betont Frank. Dass diese Entwicklung nicht nur auf dem Papier stand, zeigte sich auch in den entscheidenden Wochen der Saison, in denen Draßburg unter anderem in Pöttsching gewann, gegen Bad Sauerbrunn 1b drei Punkte holte und sogar Meister SV Lackenbach mit 1:0 besiegte. Selbst das spätere 1:1 gegen SV Draßmarkt sowie die Niederlagen gegen ASK Marz im Pappelstadion und USC Pilgersdorf änderten für ihn nichts am Gesamtbild eines klar verbesserten Frühjahrs.

Neustart auch abseits des Rasens

Oliver Frank blendet dabei auch die Begleitumstände nicht aus. Er sagt offen, dass der endgültige Ligaverbleib zusätzlich von Rückzügen in der Liga von FSG Oberpetersdorf/Schwarzenbach und SC Bad Sauerbrunn 1B begünstigt wurde. "Im Fußball nimmt man, was man bekommt", formuliert er es nüchtern. Viel wichtiger ist ihm aber, dass sich in dieser Phase ein neues Momentum aufgebaut hat. "Das Glück, das im Herbst oft gefehlt hat, ist am Ende wieder zurückgekommen. Wir bleiben in der Liga und das ist das Einzige, was für uns im Verein gezählt hat." Der sportliche Aufschwung sei zudem nicht losgelöst vom Umfeld zu sehen. Nach sehr schwierigen Jahren, wobei man hofft, den "Ostliga-Kater" endgültig abgeschüttelt zu haben, habe der Verein einige Spuren mitgeschleppt. Nun seien bei der Mitgliederversammlung auch hinter den Kulissen die Weichen neu gestellt worden. 

29. Juni erfolgt Trainingsauftakt

Genau darum richtet sich der Blick in Draßburg längst nach vorne. Der große Umbruch im Winter mit zahlreichen Neuzugängen soll kein einmaliger Kraftakt bleiben, sondern der Startpunkt für eine klarere Linie sein. Einzelne Spieler wollte Frank ausdrücklich nicht herausheben, weil für ihn das Kollektiv entscheidend war und der Fokus schon auf dem 29. Juni liegt, wenn die Vorbereitung am Rasen auf die neue Saison beginnt. Schon in dieser Woche hat das intensive Heimprogramm für die Spieler begonnen. "Wir wollen weg von kurzfristigen Lösungen und hin zu einer echten regionalen Entwicklung mit spielerischer Qualität", sagt er. Das Grundgerüst des Frühjahrs soll weitgehend zusammenbleiben, punktuelle Änderungen schließt er aber nicht aus. Sein Fazit klingt entsprechend entschlossen: "Das Fundament steht. Die Schreibtische sind aufgeräumt und wir brennen auf die neue Saison." Und auch den Blick auf die Konkurrenz liefert Oliver Frank mit: Der SV Rohrbach habe ihn in Spielweise und Kollektiv am meisten beeindruckt, dort sei "in der kommenden Saison extrem zu rechnen".