Spielberichte

"Teilweise haben uns 14 Kaderspieler gefehlt" – ASK Marz ordnet Platz vier und den Blick nach vorne ein

ASK Marz

In der II. Liga Mitte hat ASK Marz eine Saison hinter sich, die zwischen Aufbruch, Verletzungssorgen und einem starken Finish schwankte. Platz vier und 57 Punkte bedeuten am Ende ein erfülltes Ziel, auch wenn der Angriff auf ganz vorne ausblieb. Co-Trainer Martin Zimmermann spricht von einer "argen Verletzungsmisere", sieht aber zugleich viel Zusammenhalt und neue Energie für die kommende Spielzeit.


Eine Reihe Bälle entlang der Seitenlinie

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Zwischen starkem Herbst und schwierigem Frühjahr

Der Rückblick fällt in Marz bewusst nicht eindimensional aus. Zimmermann beschreibt die Rückrunde als "ein Auf und Ab" und verweist zuerst auf die Ausgangslage, mit der sein Team in die entscheidende Phase gegangen ist. "Wir sind als Verfolger in der Spitzengruppe gestartet und nach dem Herbst Dritter mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer gewesen", sagt er. Dazu passt auch der Saisonverlauf in der Tabelle, denn ASK Marz arbeitete sich nach frühem Rückstand stetig nach vorne und hielt sich lange in den Top fünf. "Unser Ziel war eigentlich, eine Top-5-Platzierung zu erreichen und falls möglich, vorne anzugreifen. Wir sind am Ende Vierter geworden und haben damit das Saisonziel erreicht", so Zimmermann. Dass sogar noch mehr drin schien, machte die Sache im Frühjahr nicht einfacher. Umso bemerkenswerter war, dass die Mannschaft zum Schluss noch einmal reagierte. Auf zwei Niederlagen folgten Siege gegen ASV Draßburg, Kaisersdorf/Markt St. Martin und SV 7023 Z-S-P, darunter ein klares 6:0 im letzten Heimspiel. 

Die Verletzungsmisere als Hauptgrund

Wenn Zimmermann erklärt, warum es am Ende nicht für den ganz großen Angriff gereicht hat, kommt er schnell zum entscheidenden Punkt. "Das nach vorne Angreifen hat nicht so funktioniert, was hauptsächlich daran liegt, dass wir im Frühjahr wirklich eine arge Verletzungsmisere hatten", sagt der Co-Trainer. Er spricht dabei nicht von kleinen Ausfällen, sondern von einer Phase, die den Kader über Wochen belastet hat. "Teilweise haben uns 14 Kaderspieler gefehlt und wir haben 30 verschiedene Spieler einsetzen müssen." Genau diese Zahl zeigt, wie oft improvisiert werden musste. Dass Marz unter diesen Voraussetzungen trotzdem Vierter wurde, wird intern daher auch als Beleg für die Breite und den Zusammenhalt der Mannschaft gesehen. Die Lage ist noch nicht komplett bereinigt, aber die Perspektive hat sich bereits verbessert. "Wir haben mehrere angeschlagene und verletzte Spieler. Einige davon werden schon zum Start der Vorbereitung zurück sein, manche vielleicht erst im Laufe der Vorbereitung oder in den nächsten Runden." Deshalb spricht Zimmermann bewusst auch von Rückkehrern, die fast wie Neuzugänge wirken. Patrick Scheiber oder Matej Skreptak nennt er dabei ausdrücklich als Spieler, die wieder mehr Möglichkeiten eröffnen können.

Zusammenhalt statt Einzelkritik oder Einzel-Lob

Gerade weil die vergangenen Monate so wechselhaft waren, will in Marz niemand die Saison auf einzelne Namen reduzieren. Zimmermann macht klar, worauf er die Entwicklung seiner Mannschaft zurückführt. "Ich glaube, da kann man keinen einzelnen Spieler herausheben", sagt er und schiebt sofort die Begründung nach. "Unsere große Stärke war vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit. Auch wenn es Rückschläge gegeben hat, haben wir uns immer wieder gemeinsam aus diesem Tief herausgekämpft." Für ihn ist genau das die wichtigste Erkenntnis aus den vergangenen eineinhalb Jahren. Viele Spieler hätten einen Schritt nach vorne gemacht, die Jungen an Erfahrung gewonnen und routiniertere Kräfte ihre Rollen noch klarer ausgefüllt. Interessant ist auch, woran er starke Gegner festmacht. In den Spitzenspielen gegen Lackenbach und Rohrbach habe man gesehen, "dass die beiden Vereine personell gut aufgestellt sind und über eine starke Mannschaft verfügen". Hängengeblieben ist bei ihm aber ebenso ein Derby gegen ASV Pöttsching. Marz führte 1:0, der Gegner war danach in Unterzahl, trotzdem wurde die Partie danach nicht einfacher. "Der Gegner hat uns mit zehn Mann vor große Herausforderungen gestellt und taktisch viel umgestellt", sagt Zimmermann. Dass ihm gerade dieses Spiel im Nachgang in Erinnerung geblieben ist, sagt viel darüber aus, wie genau man in Marz die Saison analysiert.

Trainerwechsel, neue Gesichter und ein klarer Plan für die Vorbereitung

Der Blick nach vorne ist trotzdem klar positiv. "Die Stimmung ist gut. Alle freuen sich auf die neue Saison", sagt Zimmermann, der nach dem Trainerwechsel von einer echten "Aufbruchstimmung" spricht. Zugleich betont er, dass im Kader ein solides Fundament geblieben ist. "Ein Großteil des Kaders ist zusammengeblieben. Die Mannschaft hat diesen Zusammenhalt, den sie in der vergangenen Saison und vor allem im Frühjahr gezeigt hat. Auf dem kann man aufbauen." Im Umfeld selbst habe sich abseits des Wechsels an der Seitenlinie – Thomas Urbanek folgte auf Gerald Linshalm – "nichts Großartiges verändert", was den Neustart erleichtern soll. Dazu kommen mehrere Neuzugänge, mit denen die Abgänge nach Einschätzung des Vereins gut aufgefangen wurden, darunter ein neuer Torwart, ein Spieler für die Abwehr und zwei Kräfte für die Offensive. Für die kommenden Wochen formuliert Zimmermann die Schwerpunkte klar: "In der Vorbereitung geht es in erster Linie darum, dass die Mannschaft und der neue Trainer sich kennenlernen, dass der neue Trainer seine Ideen und seine Spielphilosophie möglichst gut umsetzen kann und dass wir die Neuzugänge gut integrieren." Das Ziel dahinter ist ebenso einfach wie nachvollziehbar: Marz will zum Meisterschaftsstart wieder in guter Verfassung sein und die Abläufe bereits so weit verinnerlicht haben, dass die nächste starke Saison nicht nur eine Hoffnung bleibt.