Spielberichte

„Der Knackpunkt war die Info, dass die 1b aufgelöst wird“ – Kremser über ein schwieriges Bad-Sauerbrunn-Halbjahr

Bad Sauerbrunn 1b

In der II. Liga Mitte endet die Saison von Bad Sauerbrunn 1b mit Rang 17 und 31 Punkten, vor allem aber mit der Gewissheit, dass die Mannschaft aufgelöst wird. Trainer Heinz Kremser zeichnet im Gespräch das Bild eines Teams, das sportlich nicht hoffnungslos unterwegs war, dann aber von der Entwicklung abseits des Platzes hart getroffen wurde. „Der Knackpunkt war die Info, dass die 1b mit Ende des Jahres aufgelöst wird“, sagt er.


Fußballschuhe auf Ersatzbank, alle mit roten Stutzen

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Ein ordentlicher Anlauf, der nicht getragen wurde

Kremser selbst kam erst spät in diese Aufgabe hinein. Drei Runden vor Ende des Herbstes wurde er gefragt, ob er die 1b übernehmen könne, nachdem seine Tätigkeit bei der 1a bereits beendet war. In der Winterpause stellte er dann einen neuen Kader zusammen und hoffte zusätzlich auf Unterstützung aus der 1a. Aus seiner Sicht war das kein Start ins Ungewisse, sondern durchaus einer mit Perspektive. „Bis zur neunten Runde ist es ganz gut gegangen. Wir haben sechs Siege eingefahren, die zwei Siege aus dem Herbst dazu, da hat es ganz gut ausgesehen“, blickt er zurück. Dass sich daraus trotzdem kein ruhigeres Frühjahr entwickelte, lag für ihn auch daran, dass die direkte Konkurrenz ebenfalls immer wieder anschreiben konnte. Bad Sauerbrunn 1b arbeitete sich also nicht entscheidend frei, sondern blieb in einer Lage, in der jeder Rückschlag sofort wieder Gewicht bekam.

Die junge Mannschaft zog trotzdem mit

Was Kremser im Rückblick besonders hervorhebt, ist weniger ein einzelnes Ergebnis als die Haltung seiner Mannschaft. Das Team war im Schnitt rund zwanzig Jahre alt und damit sehr jung aufgestellt. Gerade deshalb misst der Trainer dem Verhalten seiner Spieler in dieser Phase hohen Wert bei. Als die Nachricht über das Ende der 1b durchsickerte, sei das für die Motivation natürlich heikel gewesen, doch einen Stimmungsabfall im täglichen Arbeiten wollte er nicht beklagen. „Die jungen Spieler haben das mit Anstand zur Kenntnis genommen und trotzdem tadellos weiter trainiert“, sagt Kremser. Dieser Satz erklärt viel von seinem Ton im ganzen Gespräch. Er spart die Schwierigkeiten nicht aus, macht aber zugleich klar, dass er der Gruppe menschlich nichts vorwirft. Im Gegenteil: „Menschlich waren alle ausnahmslos schwer in Ordnung.“ 

Ausfälle als weiterer Knackpunkt in der Schlussphase

Zu der Unsicherheit rund um die Auflösung kamen aus Kremsers Sicht dann noch die personellen Probleme dazu. Vor allem der Ausfall von Michael Stanislaw habe der jungen Mannschaft wehgetan. „Stanislaw hat uns in den letzten sechs, sieben Spielen gefehlt, und das war auch ein Knackpunkt, der uns nicht geholfen hat“, sagt der Trainer. Dazu nennt er weitere Spieler, die immer wieder ausfielen, darunter Bence Harangozo, Florian Schusser und Emirhan Özdemir. In der Summe fehlten damit genau jene Kräfte, die einer jungen Mannschaft Stabilität geben können. Die letzten fünf Spiele gingen allesamt verloren, und auch der Blick auf die Tabelle zeigt, wie schwer die Schlussphase wog. Vor dem Finish hatte sich Bad Sauerbrunn 1b zwischenzeitlich etwas aus dem Tabellenkeller herausgearbeitet, am Ende stand aber wieder der letzte Platz. Kremser formuliert das nüchtern: „Leider konnten wir dann nicht mehr reüssieren.“

Ein leiser Abschied und viel Bewegung im Sommer

Mit dem Ende der 1b wird sich der Kader nun zwangsläufig verteilen. Nach Kremsers Informationsstand bleiben Timo Marzi, Emirhan Özdemir und Christoph Edelbauer im Verein und rücken in den 1a-Kader. Für die übrigen Spieler geht die Suche andernorts weiter, auch wenn der Trainer über deren neue Stationen nichts Genaueres sagen kann. Im Vereinsumfeld gibt es ebenfalls Verschiebungen: Michael Stanislaw übernimmt eine Co-Trainer-Funktion in der U23a, der bisherige Co-Trainer wird dort Cheftrainer. Persönlich bleibt Kremser vor allem ein Name hängen. „Besonders hervorgetan hat sich für mich Dmytro Artemenko“, sagt er und bedauert zugleich, dass der Spieler ihm mitgeteilt habe, seine Laufbahn beenden zu wollen. Auch Kremser selbst zieht einen Schlussstrich. „Mir persönlich tut es leid, dass sich das so entwickelt hat und dass es die 1b nicht mehr geben wird. Ich werde mich komplett vom Fußball zurückziehen und freue mich auf einen Sommer ohne Termine.“ Viel klarer lässt sich ein Abschied kaum formulieren.