In der II. Liga Mitte hat sich SV Schattendorf am Freitagabend mit 3:1 gegen ASK Marz durchgesetzt. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich blieb die Mannschaft von Trainer Gerald Linshalm ruhig, legte noch vor der Pause wieder vor und entschied die Partie unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Genau diese Reaktion war für den Coach der Kern eines Abends, an dem ihn vor allem die stabile Defensivarbeit überzeugte.

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Schattendorf war von Beginn an das aktivere Team und fand laut Linshalm sofort in die Partie. Schon in der achten Minute hatte Mateo Guttmann nach einem Eckball die erste gute Möglichkeit, setzte seinen Kopfball aber knapp neben die Stange. Viel Platz gab es danach allerdings nicht. Marz stand kompakt im Mittelfeldpressing, suchte seine Momente im Umschalten und machte das Spiel damit über weite Strecken zu einer taktischen Sache. Linshalm merkte beiden Mannschaften nach der letzten Woche eine gewisse normale Verunsicherung an, weshalb die Partie zunächst nur wenige klare Chancen brachte. Die Führung der Gastgeber fiel in der 23. Minute trotzdem sehenswert: Julian Salamon spielte Mateo Guttmann am Flügel frei, dessen Hereingabe verwertete Michael Pils entschlossen per Kopf zum 1:0. Lange hielt der Vorsprung aber nicht, denn Can Uygun glich nur drei Minuten später bei einem glücklich abgefälschten Querpass für die Gäste zum 1:1 aus.
Gerade diese Phase war für Linshalm der wichtigste Punkt des Abends. „Wir sind trotz des schnellen Gegentreffers sehr stabil geblieben. Das war mental nicht einfach, vor allem nach letzter Woche“, sagte der Trainer. Statt unruhig zu werden, blieb Schattendorf bei seinem Plan und belohnte sich noch vor der Pause. Wieder war Mateo Guttmann über die Seite beteiligt, wieder kam die Flanke auf die zweite Stange, und diesmal setzte sich Roman Bobak energisch durch und köpfelte per Flugkopfball in der 42. Minute zum 2:1 ins Eck ein. Noch wichtiger war für den Coach aber der Gesamtmoment rund um die Pause: „Dass wir noch vor der Halbzeit mit dem 2:1 in die Pause gegangen sind, war für mich eine Schlüsselszene.“ Und die nächste Antwort folgte sofort, denn direkt nach Wiederbeginn stand es 3:1. Nach einem Ballgewinn auf der Seite und einer nicht geklärten Hereingabe zog Márk Szileszki mit einer starken Einzelaktion aus rund 20 Metern ab und traf in der 47. Minute.
Linshalm hob nach dem Spiel vor allem die Arbeit gegen den Ball hervor. „Besonders gut war heute unsere defensive Kompaktheit. Wir wussten, wie Marz agieren wird und wo sie ihre stärken haben, sind aber diesmal sehr diszipliniert geblieben“, sagte er. Aus seiner Sicht ließ seine Mannschaft über die gesamte Spielzeit kaum klare Möglichkeiten zu. Neben dem Treffer der Gäste sprach er nur von zwei weiteren Chancen, beide aus spitzem Winkel. Dass die Partie trotzdem nie völlig einfach wurde, lag auch am Gegner. „Marz war defensiv sehr kompakt und sehr gut eingestellt. Das war kein einfaches Spiel. Ich denke, dass sie zu Unrecht so weit hinten in der Tabelle sind. Sie haben viele Ausfälle und das merkt man einfach“, meinte Linshalm. Auch abseits der Tore sah er deshalb einen reifen Auftritt seiner Elf, weil sie gegen einen gut organisierten Gegner die Ordnung hielt und nicht von ihrem Plan abwich.
Darum war dieser Heimsieg für Schattendorf mehr als nur das nackte 3:1. Linshalm bekam genau die Reaktion, die er nach der Vorwoche sehen wollte, und machte daraus nach dem Abpfiff auch keinen Hehl. Zum Schluss wurde der Trainer noch deutlicher: „Mit der Reaktion meiner Mannschaft und mit der Leidenschaft in der Defensive war ich sehr zufrieden. So wünsche ich mir das weiter. Bedanken möchte ich mich auch bei der Südkurve so wie allen anderen Fans, die uns gestern Abend toll unterstützt haben.“ Viel lauter musste der Abend für die Gastgeber gar nicht werden. Sie hatten über weite Strecken mehr vom Spiel, nutzten ihre Möglichkeiten besser als der Gegner und brachten sich mit dem schnellen 3:1 nach der Pause in eine Lage, aus der sie die Partie nicht mehr aus der Hand gaben.