In der II. Liga Mitte hat ASK eco-puls Horitschon-Unterpetersdorf beim SV 7023 Zemendorf-Stöttera-Pöttelsdorf ein verrücktes 5:4 geholt. Nach 0:1-Führung lag Horitschon schon 1:3 zurück, glich aber noch vor der Pause aus und zog nach Seitenwechsel auf 5:3 davon. Trainer David Witteveen machte vor allem die Moral seiner Mannschaft zum entscheidenden Punkt: „Jeder hat noch an den Sieg geglaubt.“

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Witteveen hatte genau die Partie erwartet, die auf so einem Platz schnell unangenehm werden kann. „Wir haben gewusst, dass es auf diesem Platz schwierig wird, weil er eng und klein ist und dort eine robuste Mannschaft wartet“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Zunächst lief es für seine Mannschaft trotzdem in die richtige Richtung. Zétény Szovati brachte die Gäste in der 16. Minute mit 1:0 in Führung. Danach kippte das Spiel aber deutlich. Michal Maco erzielte den Ausgleich, Markus Haider stellte auf 2:1 und Martin Haider erhöhte in der 34. Minute auf 3:1. Witteveen sprach in dieser Phase von einer „richtigen Schwächephase“ seiner Elf. Vor allem gegen den Ball habe seine Mannschaft da nicht gut ausgesehen. „Wir waren in der Defensive nicht gut und nicht aggressiv genug“, sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass Horitschon rund um den Ausgleich selbst noch zwei sehr gute Möglichkeiten hatte, die ungenutzt blieben.
Entscheidend war aus Sicht des Horitschon-Trainers, dass seine Mannschaft den Rückstand noch vor der Halbzeit korrigieren konnte. In der 45. Minute verkürzte erneut Szovati auf 2:3, tief in der Nachspielzeit machte Tobias Friedl das 3:3. Für Witteveen lag genau dort der Wendepunkt der Partie. „Dass wir vor der Pause noch eine schnelle Antwort gefunden haben und das 3:3 geschafft haben, war extrem wichtig“, sagte er. Mit einem 1:3-Rückstand in die Kabine zu gehen, wäre für seine Elf deutlich heikler geworden. Umso höher bewertete er die Reaktion seiner Mannschaft. „Die Mannschaft hat wirklich super Moral bewiesen“, meinte Witteveen. Dazu gefiel ihm, dass Horitschon trotz des engen und schwierigen Platzes spielerisch immer wieder Lösungen fand. „Wir haben teilweise sehr guten Fußball gespielt und das 3:2 und 3:3 teilweise sehr schön herauskombiniert“, sagte der Trainer.
Das 3:3 nahm Horitschon direkt mit in die zweite Hälfte. Schon in der 52. Minute drehte Endrit Mucolli die Partie und stellte auf 4:3 für die Gäste. Witteveen sah darin die Bestätigung für das, was ihm an diesem Nachmittag am meisten gefiel: seine Mannschaft hörte nach dem 1:3 nicht auf, an sich zu glauben. „Die größte Stärke war heute, dass wir den unbedingten Willen gezeigt haben, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen“, sagte er. Horitschon blieb dran und legte in der 85. Minute durch Nico Wessely das 5:3 nach. Ganz erledigt war die Sache damit aber noch nicht, weil Michal Maco in der 91. Minute noch einmal auf 5:4 verkürzte. Der Sieg geriet in der Schlussphase also noch einmal unter Druck, blieb am Ende aber bei den Gästen. Witteveen brachte es mit einem Satz auf den Punkt: „Von Tormann bis zum Stürmer hat heute jeder noch an den Sieg geglaubt und Gas gegeben.“
So groß die Freude über den Auswärtssieg auch war, ganz ohne Kritik kam Witteveen in seiner Analyse nicht aus. Vier Gegentore waren ihm klar zu viel. „Wenn man vier Gegentore bekommt, kann man als Trainer nicht zufrieden sein“, stellte er deutlich klar. Den Hauptgrund sah er nicht in sauber herausgespielten Aktionen der Gastgeber, sondern vor allem bei Standardsituationen und hohen Bällen. „Das ist eine robuste, große Mannschaft, und wir sind in der Defensive eher die Kleineren. Da hat man schon gemerkt, dass sie in der Luft einen Vorteil haben“, sagte der Trainer. Entsprechend müsse seine Mannschaft in solchen Situationen gegen den Ball noch konsequenter arbeiten. Den Gegner beschrieb er als erwartet unangenehm, robust und bei schnellen Umschaltmomenten immer wieder gefährlich. Auch dem Schiedsrichter stellte Witteveen ein gutes Zeugnis aus: In einer sehr zweikampfbetonten Partie habe er die Begegnung „eigentlich immer gut in der Hand gehabt“. Unterm Strich überwog beim Tabellenführer aber der Stolz. „Es gibt Mannschaften, die geben sich bei einem 1:3 auf. Das ist bei uns nicht der Fall“, sagte Witteveen. Genau das war für ihn die wichtigste Botschaft dieses wilden 5:4 in Zemendorf.