In der II. Liga Nord setzte sich SV Gols gegen SC Kittsee mit 3:2 durch. Für Kittsee-Trainer Martin Grabenbauer lag der Grund für die Auswärtsniederlage klar auf der Hand: Seine Mannschaft ließ sich dreimal auskontern, war "nicht entschlossen genug" und bekam gegen einen tief stehenden, gut organisierten Gegner zu selten den gewohnten Zugriff. Dass Kittsee zweimal nach Standards traf, war einer der wenigen Lichtblicke.

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Die Partie entwickelte sich so, wie es Grabenbauer nach dem Schlusspfiff auch beschrieben hat: "Es war ein interessantes Match, ein sehr aktives Match." Gols ging in der 13. Minute durch Milos Angelovic mit 1:0 in Führung, Kittsee antwortete aber und glich in der 29. Minute durch Romulo Silva Santos aus. Lange Ruhe brachte das den Gästen nicht, denn nur vier Minuten später stellte Thomas Kettner wieder auf 2:1 für die Gastgeber. Noch vor der Pause fand Kittsee aber ein zweites Mal zurück. Michal Slezak traf in der 44. Minute zum 2:2, womit es auch in die Halbzeit ging. Nach dem Seitenwechsel fiel dann früh die Entscheidung: In der 52. Minute erzielte David Alexander Krutzler das 3:2 für Gols. Diesem Rückstand lief Kittsee bis zum Ende nach.
Dass seine Mannschaft am Ende leer ausging, erklärte der Kittsee-Trainer sehr klar. "Wir waren nicht entschlossen genug. Wir hatten zu viele Eigenfehler", sagte Grabenbauer. Vor allem mit der Spielweise der Gastgeber hatte sein Team große Probleme. Gols habe "sehr destruktiv gespielt" und "sehr auf Konter", dazu tief verteidigt und auf Fehler gewartet. Genau dort sah der Trainer den Knackpunkt. "Wenn du 3:2 verlierst und dich dreimal auskontern lässt, dann sagt das alles aus", meinte er. Besonders ärgerlich war für ihn, dass seine Mannschaft auf die Gefahr vorbereitet gewesen sei. Beim 1:0 sprach er von einem "klassischen Konter", obwohl man noch darauf hingewiesen habe, dass dieser Spieler schnell und torgefährlich sei. Beim zweiten Gegentor sah Grabenbauer einen Fehler im Mittelfeld, den Gols sofort bestrafte, ehe beim 3:2 aus seiner Sicht ein weiterer Abwehrfehler dazukam, weil der Ball nicht geklärt wurde und ein Gegenspieler frei zum Kopfball kam. Entsprechend deutlich fiel sein Gesamturteil aus: "Wir waren an diesem Tag nicht präsent genug, nicht aktiv genug."
Ganz ohne positive Punkte wollte Grabenbauer die Fahrt nach Gols dennoch nicht abhaken. "Dass wir zwei Tore geschossen haben, dass wir zwei Tore nach Standards geschossen haben, das war positiv", sagte er. Dazu habe seine Mannschaft speziell in der zweiten Halbzeit noch "zwei, drei gute Chancen" herausgespielt. Gerade das stimmt ihn für die nächsten Wochen weiter positiv, weil Kittsee selbst an einem Tag, "an dem wir nicht so gut waren", zu Möglichkeiten gekommen sei. Gleichzeitig machte der Trainer deutlich, dass die Niederlage zu akzeptieren sei. "Es war nicht unser Tag", sagte er, ohne seiner jungen Mannschaft Vorwürfe zu machen. Auch für den Gegner fand er klare Worte: Gols habe das "hervorragend gemacht", sei gut organisiert, zweikampfstark und konsequent gewesen. Die Rote Karte gegen Ibrahim Kamasik in der 87. Minute empfand Grabenbauer zwar als "etwas überzogen", insgesamt bescheinigte er dem Schiedsrichter aber eine ordentliche Leistung. Für Kittsee bleibt damit eine Niederlage, die weh tut, die im Spitzenfeld der Tabelle mit 22 Punkten aber vorerst nichts Grundsätzliches ändert.