In der II. Liga Süd traf der SK Unterschützen im Nachbarschaftsduell auf Bad Tatzmannsdorf und setzte sich mit 1:0 durch. Nach einer zähen ersten Hälfte ohne Tor fiel die Entscheidung nach der Pause, Zeyran Ergül traf in Minute 65 zum Goldtor. Trainer Patrick Tölly sprach von Geduld und Kontrolle: "Die neunzig Minuten haben den Unterschied gemacht." Gleichzeitig mahnte er mehr Kaltschnäuzigkeit an: "Wenn wir effizienter sind, fällt das 1:0 früher." Unterm Strich bleiben drei wichtige Punkte in Runde 25 für das anstehende Saisonfinish.

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Die Partie entwickelte sich genau so, wie es viele vor einem Derby erwartet hatten: Unterschützen machte das Spiel, Bad Tatzmannsdorf stand tief. "Wir hatten sehr viel Ballbesitz, der Gegner hat sich sehr defensiv eingerichtet und die Räume eng gemacht", beschrieb Patrick Tölly die Partie aus seiner Sicht. Zwischen den Linien war lange kaum ein Durchkommen, über weite Strecken blieb es beim geduldigen Anlaufen. Chancen waren vorhanden, "aber zu wenig konsequent" genutzt, wie der Coach einräumte. Zur Halbzeit stand es 0:0, und auch danach musste Unterschützen weiter schuften. Der Moment der Erleichterung kam Mitte der zweiten Hälfte: In Minute 65 netzte Zeyran Ergül zum 1:0 ein. Danach blieb die Tölly-Elf kontrolliert, ließ kaum etwas zu und brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.
Für den Trainer war es weniger ein Spiel mit einer großen Schlüsselszene als vielmehr ein dauerhafter Kraftakt im Kopf. "Einen bestimmten Moment hat es nicht gegeben. Wir hatten die Oberhand, aber gegen einen tiefen Gegner kann ein Standard oder ein Konter immer gefährlich werden", erklärte Tölly. Deshalb lobte er die Balance seiner Mannschaft ausdrücklich: "Wichtig war, konzentriert in der Restverteidigung zu bleiben. Wenn du offensiv sehr hoch stehst und viel riskierst, darfst du hinten trotzdem nichts aufkommen lassen." Die Spielidee zahlte sich mit zunehmender Dauer aus. "Wenn du mehr Ball hast als der Gegner, kommst du irgendwann zu Chancen", sagte Tölly und ergänzte den selbstkritischen Teil: "Wir können uns das Leben leichter machen, wenn wir an der Effizienz arbeiten. Wenn das 1:0 früher fällt, wird es ein ruhigerer Nachmittag." So zog sich das Thema Kontrolle, Geduld und Abschlussqualität durch die Partie vom Anpfiff bis zum Schlusspfiff.
Dass es zäh werden würde, kam für Unterschützen nicht überraschend. "Es war klar, dass es ein Nachbarschaftsduell ist und Bad Tatzmannsdorf alles versuchen wird, einen Punkt oder Punkte mitzunehmen. Diesen Block zu bespielen ist schwer – das habe ich vorausgesehen", so Tölly über den Gegner, der aktuell in der Tabelle im Abstiegskampf steckt. Eine Randnotiz lieferte der Unparteiische: "Er hat jeder Mannschaft ein Tor aberkannt, was meines Erachtens gestimmt hat und nicht spielentscheidend war", nahm der Coach jede Aufregung aus dem Thema. "Im Gedächtnis bleibt, dass wir drei Punkte aus einem ganz wichtigen Spiel mitnehmen und uns jetzt auf das Saisonfinish vorbereiten, um positiv abzuschließen", fasste Tölly zusammen.