In der II. Liga Süd setzte es für den SV Güssing am Samstag eine 2:6-Heimniederlage gegen den ASKÖ Schlaining. Die Gäste drehten das frühe 0:1 noch vor der Pause und legten in der Schlussphase kräftig nach. Trainer Roman Schaffer sprach von „Siegermentalität, Einsatz und Teamgeist“ – Tugenden, mit denen seine Mannschaft die richtige Antwort auf die Niederlage der Vorwoche gab und sich dank mehrerer Torschützen auswärts klar durchsetzte.

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Die Partie begann aus Sicht der Schlaininger holprig. Bereits in Minute sechs nutzte Güssings Julian Laky einen individuellen Fehler zur 1:0-Führung. Roman Schaffer ordnete das nüchtern ein: „Wir waren klar dominant, sind aber durch einen individuellen Fehler früh in Rückstand geraten.“ Seine Elf ließ sich davon nicht aus der Spur bringen. Mit viel Druck und klarer Körpersprache fiel der Ausgleich rasch: In der 14. Minute stellte Akos Füzi auf 1:1. Schlaining blieb danach das aktivere Team und suchte konsequent den Weg nach vorne. Der Lohn folgte noch vor der Pause: Erst traf Tobias Glösl in der 39. Minute zum 1:2, ehe Füzi mit seinem zweiten Streich unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff auf 1:3 stellte. „Wir haben durch Siegeswillen und Teamgeist schnell in die Partie zurückgefunden und vor der Halbzeit wichtige Tore gemacht“, sagte Schaffer zufrieden – der Bruch im Spiel der Hausherren war da, die Gäste hatten die Kontrolle.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Güssing, noch einmal Feuer zu entfachen. Ein gelungener Angriff brachte tatsächlich das 2:3: Olivér Nyári verkürzte in der 56. Minute und machte die Begegnung wieder offen. In dieser Phase war mentale Stabilität gefragt, und genau die hob Schaffer hervor: „Der Teamgeist hat sehr gut funktioniert. Der Einsatzwille war da, aber wir haben natürlich sehr viel Luft nach oben, wo wir uns in allen Bereichen verbessern können.“ Obwohl die Hausherren speziell am Anfang „stark dagegengehalten“ hatten, wie Schaffer betonte, ließ Schlaining jetzt hinten wenig zu, ordnete die Abstände besser und suchte geduldig die Entscheidung. Der Ausgleich lag nie wirklich in der Luft, weil die Gäste die wichtigen Räume dicht machten und vorne weiter konsequent auf das vierte Tor arbeiteten, ohne die Balance zu verlieren.
In der Schlussviertelstunde zahlte sich diese Ruhe im Spiel endgültig aus. Zuerst besorgte Matthias Resner in der 83. Minute das wichtige 2:4, das den Druck von den Schultern nahm. Kurz darauf legte Zoltan Daniel Nagy in der 88. Minute eiskalt nach – 2:5. Den Schlusspunkt setzte in der Nachspielzeit erneut Akos Füzi (90+2), der mit seinem dritten Treffer des Abends den 2:6-Endstand fixierte. „Wir haben uns gegenüber voriger Woche wesentlich besser präsentiert – und mit verschiedenen Torschützen auch wieder gezeigt, was in uns steckt. Unsere Youngsters sind wieder zum Zug gekommen“, erklärte Schaffer und unterstrich damit Breite und Konkurrenzkampf im Kader. Einen Wermutstropfen sah er in einer strittigen Szene: Aus seiner Sicht hätte es dort Rot geben müssen, der Unparteiische beließ es aber bei Gelb. Laut aktuellem Tabellenstand hält Schlaining bei 38 Punkten auf Rang acht – ein satter Auswärtssieg, der Selbstvertrauen gibt und die Linie vorgibt, die Schaffer nun bestätigt sehen will.