Nach dem letzten Platz in der II. Liga Süd ordnet der UFC Lumitech Jennersdorf sein sportliches Selbstverständnis neu. Martin Sitzwohl, der sportliche Leiter des UFC Jennersdorf, spricht im Gespräch mit Ligaportal von einer Saison, die klar hinter den Erwartungen geblieben ist. Die Antwort darauf soll kein Schnellschuss sein, sondern ein bewusster Kurswechsel: mehr einheimische, junge Spieler, ein neuer Trainer und eine Mannschaft, die wieder als Einheit auftritt. Aufstiegsdruck gibt es keinen, der Anspruch an den Fußball ist aber klar formuliert.

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Die Bilanz der vergangenen Spielzeit fällt intern schonungslos aus. „Die Saison war über weite Strecken nicht zufriedenstellend“, sagt Sitzwohl. Vor allem der Start habe den Verein zurückgeworfen. Jennersdorf hatte zu Beginn mit vielen neuen Spielern zu tun, die sich laut dem sportlichen Leiter nicht wirklich in die Mannschaft integrieren konnten. Im Winter reagierte der Verein noch einmal und stellte personell nach. Sitzwohl sieht darin zwar durchaus Fortschritte: „Von der Qualität her denke ich, dass wir das geschafft haben.“ Auf dem Platz sei das aber zu selten sichtbar geworden. Die Folge war ein Ende, das im Verein niemand schönredet. Jennersdorf landete am Tabellenende, Sitzwohl spricht selbst davon, man sei „zu Recht abgestiegen“. Entscheidend sei nun, aus diesem Jahr die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Genau daraus ist nun ein klarer Kurs entstanden. Jennersdorf will stärker mit einheimischen Spielern arbeiten und sich mehr als Ausbildungsverein verstehen. Der personelle Umbruch fällt deutlich aus. Verabschiedet wurden Tormann Aljaz Colig, die beiden Brüder Luka Laci und Ziga Laci, Raphael Wien, Artem Marchenko sowie Stürmer Jure Kokol. Besonders der Abgang von Ziga Laci schmerzt den sportlichen Leiter. „Er ist ein sehr guter Fußballer, aber auch ein toller Mensch“, sagt Sitzwohl.
Demgegenüber steht eine lange Liste an Neuzugängen. Mit Florian Herczeniak und Tobias Herczeniak kommen zwei Stürmer mit Jennersdorf-Bezug zurück. Kevin Hergovits soll im Tor den Konkurrenzkampf mit Robin Tschandl anheizen. Dazu stoßen mit Moritz Jost, Marc Krammer und Matteo Krachler drei Spieler aus Fürstenfeld. Für den Strafraum wurde außerdem Patrick Riegler geholt. Sitzwohl betont dabei weniger große Namen als das Profil der Spieler: jung, dynamisch und mit Bezug zur Region.
Zum personellen Umbau passt auch die Entscheidung auf der Trainerbank. Neuer Cheftrainer ist Thomas Wilfling, der zuletzt Fürstenfeld II betreut hat. In Jennersdorf soll er eine junge Mannschaft formen und dem Team ein klares System geben. „Wir haben einen Trainer gefunden, der diesen Weg mitgeht, der selbst jung und motiviert ist“, sagt Sitzwohl. In der Vorbereitung geht es deshalb nicht nur um Fitness und Abläufe, sondern auch um das Innenleben der Gruppe. Jennersdorf hat bereits am Teambuilding gearbeitet, unter anderem am Tennisplatz. Der Verein erwartet eine Mannschaft, „die 100 Prozent gibt und als Einheit agiert“. Genau das war im vergangenen Jahr zu selten zu sehen. Zum Saisonstart wird zumindest ein Spieler verletzungsbedingt fix fehlen, auf eine baldige Rückkehr hofft man dennoch.
Die Zielsetzung für die neue Saison ist bewusst anders formuliert als in vielen Sommern zuvor. Jennersdorf will nicht mit einer Aufstiegsparole ins Rennen gehen. „Wir haben nicht die Absicht, wieder aufzusteigen, sondern die Absicht, vorne mitzuspielen“, sagt Sitzwohl. Im Zentrum steht zunächst, aus der jungen Gruppe ein Team zu machen, das jedem Gegner wehtun kann.
Dazu kommt ein Anspruch, der über Punkte und Tabellenplätze hinausgeht. Die Zuschauer sollen wieder sehen, „dass man auch in Jennersdorf guten Fußball spielen kann“ – etwas, das laut Sitzwohl in den vergangenen eineinhalb Jahren zu selten gelungen ist. Der Zeitpunkt für einen Neuanfang passt auch zum Umfeld des Vereins: Im kommenden Jahr steht die 100-Jahr-Feier an, außerdem soll ein Tribünenbau umgesetzt werden. Der Vorstand und der übrige Trainerstab bleiben unverändert. Auf dem Platz hingegen soll sich der Verein wieder klarer zeigen.