Spielberichte

„Die Einwürfe waren für uns das Mittel zum Erfolg“ – UFC Lumitech Jennersdorf dreht 0:2 und siegt 5:4

SV Mühlgraben
UFC Jennersdorf

In der II. Liga Süd hat UFC Lumitech Jennersdorf beim SV Mühlgraben ein verrücktes 5:4 geholt und dabei nach 0:2-Rückstand noch die Wende geschafft. Für den sportlichen Leiter Martin Sitzwohl lag der Schlüssel nicht im Kombinationsspiel, sondern in einer Partie, die vom Platz und von Standards geprägt war. Besonders klar wurde er bei einem Punkt: „Die Einwürfe waren für uns das Mittel zum Erfolg.“


Spieler in grünem Trikot führt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Mühlgraben kommt auf dem schwierigen Platz besser hinein

Schon in seiner Schilderung machte Sitzwohl klar, warum diese Begegnung nur wenig mit feinem Fußball zu tun hatte. „Der Platz war sehr mitgenommen aufgrund der Dürre, deshalb war kein Spiel auf hohem Niveau möglich“, sagte er. Beide Mannschaften hätten deshalb oft mit weiten Bällen gearbeitet, dazu sei immer wieder auch viel Zufall im Spiel gewesen. In dieser Phase kam der SV Mühlgraben besser zurecht und ging in der 22. Minute durch Matic Donko mit 1:0 in Führung. Sitzwohl sprach von einer verdienten Pausenführung der Gastgeber und verwies darauf, dass der Treffer aus einer Standardsituation entstanden sei. Elias Josef Niederl stellte neun Minuten nach der Pause auf 2:0.

Vier Jennersdorfer Tore binnen zwölf Minuten

Mit dem 0:2 war die Sache aus Sicht der Gäste aber noch lange nicht erledigt. Sitzwohl hob ausdrücklich hervor, dass seine Mannschaft nie aufgesteckt habe und gerade nach der Pause deutlich besser ins Spiel gekommen sei. „Wir haben in der zweiten Halbzeit viel besser agiert und dem Gegner unser Spiel aufgezwungen“, sagte der sportliche Leiter. Den Anfang der Aufholjagd machte Nico Boandl in der 59. Minute mit dem 2:1, nur drei Minuten später stellte Tobias Herzenjak auf 2:2. Als Florian Herzenjak in der 66. Minute auch noch das 2:3 nachlegte und Nico Boandl in der 71. Minute zum 2:4 traf, war aus einem scheinbar klaren Rückstand plötzlich eine Jennersdorfer Führung geworden. „Wenn man ein Spiel von 2:0 auf 4:2 dreht, dann stimmt der Charakter der Mannschaft“, sagte Sitzwohl.

Marcijus gleicht aus, Riegler hat am Ende die Antwort

Die wilde Schlussphase passte dann zum ganzen Abend. Der SV Mühlgraben kam noch einmal zurück, zunächst durch Jan Marcijus in der 74. Minute zum 3:4 und dann durch denselben Spieler in der 80. Minute sogar zum 4:4. Sitzwohl hatte genau in dieser Phase das Gefühl, wie eng die Partie trotz der Wende geblieben war. „Nach dem 4:2 hatte man schon das Gefühl, jetzt ist es auf unserer Seite. Aber wir haben schnell den Anschlusstreffer bekommen, dann stand das Spiel auf Messerschneide“, sagte er. Ganz entschieden war die Begegnung deshalb bis zuletzt nicht. Erst in der 90. Minute machte Patrick Riegler das 4:5 und sicherte den Gästen den Auswärtssieg. Sitzwohl sprach am Ende auch von einem glücklichen Erfolg, betonte aber ebenso: „Das Glück hat sich die Mannschaft redlich verdient.“

Einwürfe als Waffe, Defensive bleibt trotzdem ein Thema

Dass die Gäste trotz der neun Tore nicht einfach nur von einem offenen Schlagabtausch sprechen wollten, lag für Sitzwohl auch an einem ganz konkreten Mittel. „Die Einwurfstärke von Moritz Jost war für uns entscheidend. Auf dem kleinen Platz ist fast jeder Einwurf wie eine Standardsituation“, erklärte er. Jennersdorf habe diese Situationen bewusst forciert und sei darauf „vom Trainer gut eingestellt“ gewesen. Gleichzeitig rückte der sportliche Leiter den Zusammenhalt seiner Mannschaft in den Vordergrund, weil mehrere Ausfälle auf wichtigen Positionen zu verkraften waren. Gerade deshalb freute ihn, dass die Torschützen aus den eigenen Reihen kamen und der eingeschlagene Weg mit vielen Einheimischen weiter sichtbar sei. Für die nächsten Wochen sieht er trotz des Spektakels aber klaren Verbesserungsbedarf: „Wenn man vier Tore bekommt, müssen wir defensiv den Hebel ansetzen.“ Und auch für den Gegner fand er am Ende noch deutliche Worte: „SV Mühlgraben war ein sehr guter Gegner.“

II. Liga Süd: Mühlgraben : Jennersdorf - 4:5 (1:0)

  • 90
    Patrick Riegler 4:5
  • 80
    Jan Marcijus 4:4
  • 74
    Jan Marcijus 3:4
  • 71
    Nico Boandl 2:4
  • 66
    Florian Herzenjak 2:3
  • 62
    Tobias Herzenjak 2:2
  • 59
    Nico Boandl 2:1
  • 54
    Elias Josef Niederl 2:0
  • 22
    Matic Donko 1:0