Am Freitagabend stand im Sportpark Siegendorf ein richtungsweisendes Meisterschaftsspiel der Burgenland-Energie-Landesliga auf dem Programm. Für die Hausherren vom ASV Siegendorf ging es im brisanten Nachbarschaftsduell um enorm wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Nur mit einem Sieg kann die Hoffnung auf den Verbleib in der Liga weiterhin am Leben gehalten werden. Entsprechend groß war der Druck auf die Heimischen, vor eigenem Publikum eine starke Leistung abzuliefern.
Der SC Oberpullendorf reiste hingegen mit einer alles andere als erfreulichen Serie an. Vier Niederlagen in Folge ließen die zuvor starke Saison der Oberpullendorfer zuletzt ins Wanken geraten. Nun will die Mannschaft die Negativspirale mit Philipp Moser, dem neuen Trainer an der Seitenlinie, unbedingt durchbrechen und wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Die Voraussetzungen für eine spannende und umkämpfte Begegnung waren damit jedenfalls gegeben. Mit dem 2:1-Erfolg haben die Hausherren den ersten Schritt in Richtung Klassenerhalt getan.
Die Gäste aus Oberpullendorf fanden deutlich besser in die Begegnung und bestimmten in der Anfangsphase das Spielgeschehen. Mit gefälligem Kombinationsspiel setzte die Mannschaft die Hausherren früh unter Druck und kam zu ersten gefährlichen Torannäherungen. In der 12. Minute jubelten zunächst die Heimischen, doch der Treffer wurde wegen Abseits aberkannt. Nur fünf Minuten später gingen die Gäste verdient in Führung: Nach einem Corner krachte ein Kopfball von Raphael Fischer an die Latte, Tobias Blazovich reagierte am schnellsten und staubte zum 1:0 ab.
In der 23. Minute folgte dann eine kuriose Szene, die dem Spiel eine Wende gab. Tarik Akbiyik spielte einen Rückpass aus rund 40 Metern auf seinen Torhüter, doch der Ball sprang unglücklich über den Torhüter hinweg zum 1:1 ins eigene Tor. Ein Eigentor der besonders bitteren Sorte, das wohl Kandidat für das Kack-Tor in „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ gewesen wäre. Dieser Treffer verlieh den Hausherren plötzlich Auftrieb. Kurz vor dem Pausenpfiff setzte sich Lukas Dostal energisch gegen mehrere Gegenspieler durch und schob den Ball zur 2:1-Führung für Siegendorf ins Netz. Mit diesem knappen Vorsprung ging es in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel neutralisierten sich beide Mannschaften zunächst weitgehend im Mittelfeld. Viele Zweikämpfe prägten das Spiel, klare Torchancen blieben vorerst Mangelware. Ab der 60. Minute erhöhte Oberpullendorf nochmals den Druck und drängte auf den Ausgleich. Vor allem über schnelle Kombinationen kamen die Gäste immer wieder gefährlich vor das Tor der Hausherren.
So wurde ein Angriff über Christoph Frühwirth und Alex Damasdi erst im letzten Moment an der Strafraumgrenze gestoppt. Wenig später sorgte ein abgefälschter Schuss von Meik Bauer immerhin für einen Eckball, der jedoch nichts einbrachte. In der 80. Minute hatte Andreas Hofer den Ausgleich auf dem Fuß, doch Siegendorf-Keeper Jakub Krepelka konnte den strammen Abschluss gerade noch entschärfen. Die Hausherren brachten den knappen Vorsprung schließlich mit viel Kampfgeist über die Zeit und feierten damit einen wichtigen Heimsieg im Abstiegskampf.
„Wir haben einige Zeit gebraucht, um ins Spiel zu kommen und haben auch den Gegentreffer erhalten. Es war nicht leicht in unserer Situation, einen Rückstand aufzuholen, aber meine Mannschaft hat sich in die Partie zurückgekämpft. In der zweiten Halbzeit haben wir einige vielversprechende Konter vergeben. Mannschaftlich gesehen war es heute eine Top-Leistung von uns, mit Kampf und Einsatz, wie man sich ein Spiel im Abstiegskampf vorstellt. Wir haben nun vier Heimspiele in Serie gewonnen und ich hoffe, dass im Abstiegskampf sportlich alles fair abläuft.“
Die Besten: Lukas Dostal und Shoma Shimooka
„Wir haben stark angefangen und sind auch verdient in Führung gegangen. Das Gegentor wäre vermeidbar gewesen. Beim 1:2 haben wir zu schlecht verteidigt, so einen billigen Gegentreffer muss man vermeiden. In der zweiten Halbzeit haben wir gedrückt und ein Remis wäre das gerechte Ergebnis gewesen.“