In der 1. Klasse Mitte erwischte der Friesacher AC/Hirter Pils gegen den SV Cleverdruck Wernberg einen Sahnetag und gewann klar mit 6:1. Schon früh stellte Munib Ibric die Weichen, bis zur Pause legten Florian Londer und Jon Fridl Jarc nach. Nach dem Seitenwechsel schnürte Londer binnen elf Minuten einen Dreierpack, ehe Philipp Ronacher für Wernberg Ergebniskosmetik betrieb. Wernbergs Trainer Michael Lattacher sprach von „gnadenloser Effizienz“ des Gegners und einem Knackpunkt ganz zu Beginn, von dem sich seine junge Truppe nicht mehr erholte.

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Wernberg kam laut Trainer Michael Lattacher eigentlich gut rein – und hatte gleich zu Beginn die große Chance auf die Führung. „In der zweiten Minute haben wir eine Hundertprozentige, die das 1:0 für uns bedeutet hätte“, schilderte er. Im direkten Gegenzug, so Lattacher, fiel nach einem Eckball das 0:1. „Das war der Schlüsselpunkt.“ Offiziell traf in Minute 3 Munib Ibric zum 1:0, danach übernahm der Favorit das Kommando. Der SVW lief an, doch Friesach blieb eiskalt: In der 22. Minute erhöhte Florian Londer, in der 30. stellte Jon Fridl Jarc auf 3:0 – der Pausenstand war damit klar. „Wir sind an einer gnadenlosen Effizienz von Friesach gescheitert. Die ersten fünf Chancen haben sie eiskalt genutzt und erst ab etwa der 60. Minute etwas liegengelassen“, meinte Lattacher. Für Wernberg blieben bis dahin nur Halbchancen, während Friesach das Geschehen kontrollierte und genau im richtigen Moment zupackte.
Nach der Pause drückte Friesach sofort weiter aufs Tempo. Kaum wieder angepfiffen, legte Florian Londer nach: 48. Minute 4:0, 57. Minute 5:0, 59. Minute 6:0 – dreimal schlug der pfeilschnelle Angreifer zu und krönte damit seinen großen Auftritt. „Friesach hat uns klassisch ausgekontert“, sagte Lattacher. „Nachdem sie 1:0 in Führung waren, haben sie uns das Spiel machen lassen und die Konter perfekt gespielt.“ In seinen Augen war es die Mischung aus Tempo nach Ballgewinn und der Abgeklärtheit im Abschluss, die den Unterschied machte. „Florian Londer hatte einen Sterntag und hat die Chancen perfekt genutzt“, zollte der Wernberger Coach dem Vierfach-Torschützen Respekt. Seine eigene Mannschaft war bemüht, suchte Wege nach vorn, aber lief immer wieder in die offenen Messer. „Wir haben alles probiert, sind auch zu Halbchancen gekommen. Aber Friesach war im Konter und vor dem Tor überragend.“
Unmut über die Unparteiischen gab es keinen. Im Gegenteil: „Der Schiedsrichter hatte das Spiel im Griff und hat gepfiffen, was zu pfeifen war“, stellte Lattacher klar. Als weiteren Faktor nannte er die Personalsituation: „Leider mussten wir sechs Stammspieler vorgeben.“ Gegen eine an diesem Tag so abgebrühte Friesacher Elf – die in der Tabelle auf Rang vier steht – wog das schwer.
Wernberg hält nach dieser Runde bei 28 Punkten und rangiert auf Platz 13, will sich davon aber nicht aus dem Tritt bringen lassen. „In Summe gilt es, das Spiel abzuhaken, die Kräfte zu bündeln und den eingeschlagenen Weg mit der Jugend fortzusetzen. Die Leistungskurve der jungen Spieler geht nach oben, sie lernen von Spiel zu Spiel“, blickte der Trainer nach vorn. Für den SVW heißt das: Mund abwischen, weiterarbeiten – und die nächsten Chancen konsequenter nutzen.