In der 1. Klasse Mitte haben sich SC Sörg und GSC Liebenfels am Samstag mit 3:3 getrennt. Für die Gäste war es ein Spiel mit mehreren Wendungen: frühes 0:2, starker Ausgleich noch vor der Pause, später ein weiterer Rückschlag nach Rot und trotzdem noch der Punktgewinn. Trainer Valon Sahiti sah den Unterschied vor allem bei den Standards, spielerisch aber Vorteile für seine Mannschaft.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Für Liebenfels begann die Partie mit einem ärgerlichen Verlauf, obwohl der Trainer den Start seiner Mannschaft nicht nur negativ sah. Sahiti sprach davon, dass seine Elf in den ersten Minuten bereits zwei oder drei gute Möglichkeiten hatte. "Da war sicher eine Tausenderchance dabei. Wenn wir da die Tore machen, dann schaut's natürlich besser aus", sagte er. Statt einer Führung für die Gäste stellte jedoch Sörg früh die Weichen auf seine Seite: Martin Stark traf in der 6. Minute zum 1:0, Florian Stark legte in der 14. Minute das 2:0 nach. Liebenfels brauchte aber nicht lange, um wieder in die Partie zu kommen. Rexhap Mustafa verkürzte in Minute 32, nur zwei Minuten später stellte Georg Pirker auf 2:2. Genau diese Antwort vor dem Seitenwechsel hob Sahiti besonders hervor: "Wichtig war das zweite Tor für uns noch vor der Pause."
Nach der Pause bekam das Spiel aus Sicht der Gäste den nächsten Haken. In der 58. Minute musste Andreas Pirker mit Rot vom Platz, Liebenfels war damit für mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl gefordert. Dass Sörg diese Phase zunächst nützte, passte ins Bild eines offenen Spiels: Florian Stark erzielte in der 66. Minute sein zweites Tor und brachte die Hausherren mit 3:2 wieder nach vorne. Für Liebenfels war das trotzdem nicht der Moment, an dem die Partie kippte. Die Gäste blieben dran und kamen in der 78. Minute noch einmal zurück, als Rexhap Mustafa mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 3:3 stellte. Sahiti beschrieb die Ausrichtung seiner Mannschaft trotz aller Widerstände klar: "Der Gegner hat gekämpft, aber wir haben trotzdem probiert, das Spiel zu machen."
In seiner Analyse legte der Liebenfels-Trainer den Finger auf zwei Punkte, die für ihn den Nachmittag erklärt haben. Zum einen war er überzeugt, dass seine Mannschaft im Spiel nach vorne genug gute Ansätze hatte. "Spielerisch hatten wir die besseren Möglichkeiten", sagte Sahiti und verwies damit nicht nur auf die beiden Tore vor der Pause und den Ausgleich in Unterzahl, sondern vor allem auch auf die Anfangsphase, in der aus seiner Sicht mehr möglich gewesen wäre. Zum anderen machte er deutlich, wo es seiner Mannschaft am Ende wehgetan hat. "Die Genauigkeit bei der Manndeckung bei den Standardsituationen, das war der Punkt", meinte er. Positiv sprach er das eigene Anlaufen an: "Das Attackieren aus der Verteidigung heraus hat eigentlich gut funktioniert."
Unter dem Strich blieb für Liebenfels damit ein Remis, das sich nicht einfach nur als gewonnener Punkt lesen lässt. Nach einem 0:2-Rückstand und später auch noch nach einer Roten Karte wieder auf 3:3 zu kommen, zeigt zwar, dass die Gäste in diesem Spiel nicht wegbrachen. Gleichzeitig war aus Sicht des Trainers mehr drin, weil die ersten Minuten und die Standardsituationen aus seiner Sicht den Ausschlag gegeben haben. In der Tabelle hält Liebenfels nach fünf Runden nun bei sechs Punkten und bleibt damit vor den Sörgern, die auf fünf Zähler kommen. Die Richtung, die Sahiti aus diesem 3:3 ableitet, ist jedenfalls eindeutig: Wenn seine Mannschaft ihre Möglichkeiten in der Anfangsphase konsequenter nützt und bei ruhenden Bällen sauberer arbeitet, kann sie sich für solche Auftritte künftig auch mit mehr als einem Punkt belohnen.