In der 1. Klasse Mitte hat SV Straßburg ein wildes Heimspiel gegen SC Raika Kappel mit 4:3 gewonnen. Schon wieder gerieten die Straßburger in Rückstand, schon wieder kamen sie zurück – und genau das war für Obmann Jakob Andreas Leitgeb die wichtigste Botschaft dieses Abends. "Uns kann mittlerweile nichts erschüttern", sagte er nach einem Spiel, in dem seine Mannschaft viele Chancen liegen ließ, am Ende aber dennoch auf jeden Kappeler Treffer die passende Antwort fand.

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Die Partie brauchte zunächst ein paar Minuten, ehe sie richtig Fahrt aufnahm. Dann lag Straßburg schon hinten. In der 7. Minute brachte Luka Danijel die Gäste in Führung, und Leitgeb musste danach an ein Muster denken, das seine Mannschaft zuletzt öfter begleitet hat. "Mit der ersten Chance geht Kappel wieder 1:0 in Führung", sagte er. Aus seiner Sicht war dem Treffer zwar eine Abseitsstellung vorausgegangen, "aber es hat gezählt". Danach hatte der SV nach seiner Einschätzung mehr vom Spiel, ließ aber gleich mehrere große Möglichkeiten aus. Dazu kam noch eine Szene, in der Kappel dem 0:2 nahe war, Straßburgs Tormann aber stark hielt. Erst in der 37. Minute gelang Michael Karl Schlintl der Ausgleich. Nur drei Minuten später legte Felix Andreas Schmölzer mit einem, wie Leitgeb es nannte, "wunderschönen Freistoß" zum 2:1 nach. Damit hatte Straßburg eine unangenehme Ausgangslage noch vor der Pause in eine Führung gedreht.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Bild aus Sicht des Heimteams zunächst wenig. Straßburg blieb am Drücker und hatte laut Leitgeb auch die Chancen auf das 3:1, brachte den Ball aber nicht im nötigen Maß unter. Stattdessen kam Kappel in der 62. Minute durch Stefan Stampfer zum 2:2 und stellte das Spiel wieder auf Anfang. Dass die Gastgeber darauf erneut schnell reagierten, war für den Obmann ein weiterer Hinweis auf die derzeitige Verfassung seiner Mannschaft. Zuerst traf Anze Cankar in der 69. Minute zum 3:2, dann erhöhte Michael Karl Schlintl nur drei Minuten später auf 4:2. "Das Gefühl war nach dem 4:2 da, dass das Spiel nun in die richtige Richtung kippen könnte", sagte Leitgeb. Doch noch ehe wirklich Ruhe einkehrte, verkürzte Lukas Markus Ploder in der 74. Minute auf 4:3. Nach einer Ecke war Kappel sofort wieder dran, und genau deshalb blieb die Partie bis zum Schluss eng. Straßburg hatte noch Möglichkeiten auf das 5:3, ließ diese aber aus. Für Leitgeb war der Sieg dennoch verdient: "Wir waren wahrscheinlich die bessere Mannschaft, aber wir konnten uns nicht absetzen."
Gerade dieser Verlauf erklärt auch, warum Leitgeb nach dem Schlusspfiff weniger über einzelne Tore sprach als über die Haltung seiner Mannschaft. "Uns kann mittlerweile nichts erschüttern", sagte er, und verwies darauf, dass Straßburg in den vergangenen Wochen schon mehrmals Rückstände aufgeholt oder Spiele noch gedreht hat. Für ihn steckt darin die größte Stärke dieser Elf. "Wir geben nie auf. Wir kämpfen bis zum Schluss", so der Obmann. Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass noch Luft nach oben da ist. "Wir haben sicher wieder zehn Großchancen gehabt. Wir haben vier verwertet", sagte Leitgeb und machte damit klar, woran weiter gearbeitet werden muss. Dazu kamen mehrere Ausfälle, die seine Mannschaft an diesem Abend wegstecken musste. Umso mehr freute ihn, dass die jungen Spieler "eine ausgezeichnete Leistung gezeigt haben". Kappel erlebte er als effizienten Gegner mit gefährlichen Einzelspielern, der aus wenigen Möglichkeiten drei Tore machte. Auch mit der Leistung des jungen Schiedsrichters konnte er gut leben: "Summa summarum hat er das Spiel sehr gut geleitet." Für Straßburg geht es nun mit der nächsten schweren Aufgabe in Wernberg weiter. Nach vier Spielen in Serie mit Punkten und zehn Zählern aus fünf Runden dürfen die Straßburger diese Aufgabe aber mit breiter Brust angehen.