In der 1. Klasse West hat sich FC Lurnfeld am Samstag bei ASKÖ Irschen mit 4:1 durchgesetzt und damit die Tabellenführung untermauert. Trainer Bernhard Marktl sprach trotz des klaren Resultats nicht von einem rundum gelungenen Auftritt. „Wir haben nur 20 Minuten Fußball gespielt“, sagte er, sah seine Mannschaft aber dennoch als klar bessere Elf. Überschattet wurde der Sieg durch die schwere Verletzung des Lurnfelder Torwarts in der Schlussphase.

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Auf dem Platz war die Richtung früh vorgegeben. Schon in der 4. Minute brachte Karl Matthias Jancsik die Gäste in Führung. Marktl hob diese Szene nach dem Spiel ausdrücklich hervor und sagte: „Das erste Tor war ein sehr guter Kopfball von unserem Kapitän.“ Damit bekam Lurnfeld sofort das Ergebnis auf seine Seite, obwohl der Trainer mit der eigenen Leistung insgesamt nicht zufrieden war. „Wir waren heute nicht gut, aber trotzdem die klar bessere Mannschaft“, lautete seine Einschätzung. Kurz vor der Pause legte Philipp Marco Hahn dann nach und stellte in der 44. Minute auf 0:2. Aus Sicht der Gäste war das ein wichtiger Nachschlag vor dem Seitenwechsel, weil Lurnfeld damit trotz eigener Kritik mit einer klaren Führung in die Kabine ging.
Richtig deutlich wurde es gleich nach Wiederbeginn. In der 47. Minute erhöhte Nico Payer auf 0:3, und Marktl geriet bei der Beschreibung dieses Treffers sogar ins Schwärmen: „Nico Payer hat von 20 Metern einmal abgezogen und ein super Weltschusstor geschossen.“ Spätestens da war Lurnfeld klar auf der Siegerstraße. In der 56. Minute traf Philipp Marco Hahn auch noch zum 0:4. Irschen kam durch Almir Redzic in der 70. Minute zwar noch zum 1:4, am deutlichen Auswärtssieg änderte das aber nichts mehr. Marktl blieb trotzdem bei seiner Linie und machte klar, dass ihm das eigene Spiel über weite Strecken nicht gut genug war: „Wir haben heute nur 20 Minuten Fußball gespielt und das gezeigt, was wir können. Aber es hat absolut gereicht. Wenn wir es besser fertig spielen, geht das Ergebnis noch klarer aus.“
Der Lurnfelder Trainer machte nach dem Spiel auch kein Geheimnis daraus, wie er den Gegner gesehen hat. „Irschen war für mich überraschend schwach. Ich hatte sie stärker erwartet“, sagte Marktl. Er verwies zwar darauf, dass bei den Gastgebern einzelne gute Fußballer am Platz standen, insgesamt fehlte ihm aber der geschlossene Eindruck. „Sie haben gute Fußballer drin, aber das ist keine Mannschaft, in der jeder für jeden kämpft“, meinte der Trainer. Auch zum Schiedsrichter fand der Gäste-Coach klare, aber faire Worte. Weil der Unparteiische das Spiel alleine zu leiten hatte, „hatte er sehr viel Stress“, sagte Marktl. Gleichzeitig stellte er aber auch fest, dass der Schiedsrichter „im Großen und Ganzen seine Sache gut gemacht“ habe. Damit war aus seiner Sicht auch dieses Thema schnell eingeordnet.
Dass der Abend für Lurnfeld trotz vier eigener Tore keinen unbeschwerten Charakter hatte, lag an der Schlussphase. In der 84. Minute verletzte sich der Lurnfelder Torwart ohne Fremdeinwirkung schwer. Für Marktl war das der wichtigste Moment des Spiels, obwohl das Ergebnis zu diesem Zeitpunkt längst entschieden war. „Der wichtigste und gleichzeitig schlimmste Moment war, dass sich unser Torwart in der 84. Minute schwer verletzt hat und sich ohne Fremdeinwirkung die Achillessehne gerissen hat“, sagte der Trainer. Deshalb stellte er nach dem Spiel auch die Prioritäten ganz klar zurecht: „Die Gesundheit unseres Torwarts steht an erster Stelle.“ Das war ihm hörbar wichtiger als der klare Sieg. „Obwohl wir gewonnen haben, ist das heute sehr schwierig für uns“, sagte Marktl. So bleiben für Lurnfeld zwar drei weitere Punkte, der Blick geht nach diesem 4:1 aber zuerst auf den verletzten Schlussmann.