In der 1. Klasse West hat TSU Ainet gegen ESV Admira Villach am Samstag eine klare 0:6-Heimniederlage hinnehmen müssen. Für Admira-Sportleiter Siegfried Mödritscher war der Auftritt seiner Mannschaft über weite Strecken sehr souverän. Die Gäste seien dominant gewesen, hätten kaum etwas zugelassen und sich am Ende auch in dieser Höhe verdient durchgesetzt.

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Ganz so einseitig, wie es das Endergebnis vermuten lässt, begann die Partie nach Einschätzung von Mödritscher zunächst nicht. „Das Spiel war in den ersten zehn Minuten noch etwas verkrampft, da beide Mannschaften noch nicht genau ihren Spielfluss gefunden haben“, sagte der sportliche Leiter. Ainet habe in dieser Phase viel mit langen und weiten Bällen gearbeitet, während die Admira versucht habe, den Ball flach laufen zu lassen. Mit zunehmender Spielzeit bekam der Tabellenfünfte dann aber mehr Kontrolle ins Spiel. In der 15. Minute brachte Fabian Michael Pinter die Villacher nach einer Aktion über die linke Seite mit 1:0 in Führung. Mödritscher beschrieb diese Szene als Einzelleistung, bei der Pinter mehrere Gegenspieler überlief und dann souverän abschloss. Beim zweiten Treffer in Minute 33 half ein Standard nach: Nach einem Eckball erhöhte Marco Kudler auf 2:0. „Wir haben eigentlich nichts anbrennen lassen, waren von Anfang an dominant und es war nur eine Frage der Zeit, wann die Tore fallen“, fasste Mödritscher die erste Hälfte aus seiner Sicht zusammen.
Zur Pause führte Admira also mit 2:0, und genau an diesem Punkt setzte für Mödritscher der entscheidende Abschnitt des Spiels an. „Entscheidend war dann eigentlich nach der Pause, dass wir das dritte Tor gemacht haben. Damit war der Deckel drauf“, sagte er. Dieses 3:0 fiel in der 66. Minute durch Daniel Brandauer. Wieder kam der Vorstoß laut Mödritscher über die linke Seite, wieder war Fabian Pinter beteiligt, und Brandauer setzte den Ball schließlich ins Tor. Danach blieb die Admira am Drücker und legte in kurzer Folge nach. In Minute 76 traf Fabian Michael Pinter selbst zum 4:0, nur zwei Minuten später stellte Julian Pinter auf 5:0. Den Schlusspunkt setzte dann der eingewechselte Mario Kleinbichler in der 89. Minute mit dem 6:0. Für Mödritscher war es deshalb nicht nur ein klarer, sondern auch „ein verdienter und in der Höhe verdienter“ Auswärtssieg, weil seine Mannschaft nach der Pause nicht nachließ.
Besonders zufrieden war der Admira-Funktionär mit den Abläufen gegen den Ball und mit dem Verhalten nach Ballgewinnen. „Wie schon in den letzten Spielen war das Umschaltspiel eigentlich der entscheidende Faktor, wo wir uns den Ball erkämpft haben und dann sofort umgeschaltet haben in die Gegenrichtung“, erklärte Mödritscher. Dazu habe auch das Gegenpressing sehr gut funktioniert. Diese beiden Punkte nannte er als Hauptgründe dafür, dass Ainet nur selten zu geordneten Angriffen kam und die Villacher immer wieder rasch in gute Situationen kamen. Ganz ohne Kritik wollte er den deutlichen Sieg aber ebenfalls nicht stehen lassen. „Was immer zu verbessern wäre, ist natürlich der Abschluss. Obwohl wir heute sechs Tore erzielen konnten, hätten es natürlich auch mehr werden können“, sagte Mödritscher. Gerade dieser Satz zeigt, wie die Gäste den Nachmittag gesehen haben: nicht bloß als erfolgreichen Ausflug, sondern als Spiel, in dem sie viele Dinge im Griff hatten und vorne noch weitere Möglichkeiten vorfanden. Hinzu kam aus seiner Sicht, dass Ainet „bis auf zwei Möglichkeiten im ganzen Spiel eigentlich nichts gehabt“ habe, während die Villacher ihre Chancen konsequent nutzten.
Auch den Gegner ordnete Mödritscher nach dem Spiel sachlich ein. Er sprach Ainet Moral und Kampfgeist nicht ab, machte aber zugleich deutlich, dass er die derzeitige personelle Lage beim Gastgeber als schwierigen Faktor sieht. „Die Moral und der Kampfgeist beim Gegner haben gepasst, aber es ist momentan aufgrund von Verletzungen und aufgrund der vielen Abgänge, die sie hatten, einfach nicht mehr drin“, sagte er. In der Summe sah er deshalb einen klaren Unterschied zwischen den Teams vor allem in der Kompaktheit und in der Verwertung der Möglichkeiten. „Ich glaube, der entscheidende Unterschied ist einfach, dass die Admira kompakt aufgetreten ist und ihre Möglichkeiten in Tore umgewandelt hat“, erklärte Mödritscher. Bei der Spielleitung habe es seiner Meinung nach zwar die eine oder andere strittige Foulentscheidung und unterschiedliche Maßstäbe bei Gelben Karten gegeben, „Grobes hat es eigentlich nicht gegeben“. So blieb am Ende vor allem das Sportliche stehen: eine Admira, die nach kurzem Abtasten das Spiel übernahm, Schritt für Schritt davonzog und in Ainet einen sehr deutlichen 6:0-Erfolg mitnahm.