In der 2. Klasse B hat SV Obermillstatt am Samstagabend bei SV Sachsenburg mit 3:1 gewonnen und damit den fünften Sieg im fünften Spiel eingefahren. Trainer Thomas Herndl sprach von einer Partie "auf einer schiefen Ebene" und sah den entscheidenden Moment direkt nach der Pause. Dass es zur Halbzeit noch 0:0 stand, änderte für ihn nichts am klaren Bild dieses Auswärtserfolgs.

Image by Phillip Kofler from Pixabay
Der Trainer der Gäste machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wie er die 90 Minuten gesehen hatte. "Es war tatsächlich ein Spiel auf einer schiefen Ebene, wo 90 Minuten nur der SV Obermillstatt gespielt hat", sagte Herndl, der seine Mannschaft über die gesamte Spielzeit als das klar bessere Team sah. Gerade deshalb wirkte das 0:0 zur Pause aus seiner Sicht fast ungewöhnlich. Herndl sprach von "unzähligen Chancen" schon vor dem Seitenwechsel, dazu von drei Aluminiumtreffern und einem sehr starken Sachsenburger Torhüter, der "im Verlauf des Spieles mindestens sechs oder sieben Großchancen" seiner Elf entschärft habe. Dass dennoch mit einem torlosen Remis in die Kabinen gegangen wurde, hielt Obermillstatt zwar im Ergebnis auf, nicht aber im Spielverlauf. "Wir hätten auch schon in der ersten Halbzeit mit drei oder vier zu null in die Pause gehen können", meinte Herndl, der zugleich festhielt, dass Sachsenburg über weite Strecken kaum zu nennenswerten Möglichkeiten gekommen sei.
Die Phase unmittelbar nach Wiederbeginn wertete Herndl dann als eigentlichen Knackpunkt der Partie. "Nachdem es bis zur Pause doch 0:0 gestanden ist und wir den Ball in der ersten Halbzeit einfach nicht über die Linie bekommen haben, war das 1:0 direkt nach der Pause in der ersten Minute nach Wiederanpfiff definitiv der wichtigste Moment im Spiel", sagte der Obermillstatt-Coach. Genau dieses 1:0 fiel in der 46. Minute, als Matthias Krammer im Strafraum entschlossen blieb und den Ball am Torhüter vorbeischob. Nur wenig später legten die Gäste nach. Beim 2:0 in der 60. Minute war erneut Krammer zur Stelle, nachdem sich Obermillstatt laut Herndl "wunderschön durchs Mittelfeld" kombiniert hatte und der Stürmer den Abschluss im Eins-gegen-eins verwertete. Ganz entschieden war die Partie damit aber noch nicht, weil Daniel Urbas in der 78. Minute für Sachsenburg auf 1:2 verkürzte. Herndl schilderte diese Szene als etwas kurios, weil ihr ein länger besprochener Freistoß rund 20 Meter vor dem eigenen Tor vorausgegangen sei. Ein großes Thema wollte er daraus aber nicht machen: "Dürfte aber die richtige Entscheidung des Schiedsrichters gewesen sein."
Dass Obermillstatt das Spiel dennoch unter Kontrolle hielt, führte Herndl vor allem auf das eigene Verhalten gegen den Ball zurück. "Richtig gut funktioniert hat das Angriffspressing. Wir haben Sachsenburg eigentlich keine Sekunde lang das Spiel aufziehen lassen", sagte der Trainer. Dazu kam, dass sich seine Mannschaft laut eigener Aussage gut auf die langen Bälle des Gegners eingestellt hatte. Sachsenburg habe "eigentlich nur mit hohen Bällen agiert", vor allem auf Daniel Urbas, und genau das sei unter der Woche mehrfach trainiert worden. "Dementsprechend waren wir darauf vorbereitet und haben den Sachsenburgern kaum erste und zweite Bälle in unser Angriffsdrittel zugelassen." Auch mit Ball fand Obermillstatt nach Herndls Eindruck immer wieder die passenden Lösungen, weil der Gegner im Mittelfeld große Räume offenließ. "Ich hatte mir Sachsenburg deutlich stärker erwartet. Es war für uns sehr einfach zu spielen", sagte der Coach, schob aber ebenso nach, dass die Begegnung trotz dieser Überlegenheit vom Resultat her lange offen geblieben sei. Besonders hob er zudem die personelle Breite hervor. Die Einwechselspieler seien für ihn "ein ganz, ganz großer Bonus", weil es bei Wechseln keinen Leistungsabfall gebe.
In der Schlussphase musste Obermillstatt also noch einmal wach bleiben, weil Sachsenburg laut Herndl alles nach vorne warf, um doch noch zum Ausgleich zu kommen. Den endgültigen Schlusspunkt setzte dann Florian Müller in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Beim Konter zum 3:1 lief er alleine auf den Torhüter zu und brachte den Ball mit einem Chip im Netz unter. Damit war die Partie entschieden, ehe es kurz darauf noch hektisch wurde. In der 94. Minute sah Daniel Urbas die Rote Karte, und Herndl bedauerte vor allem die letzten Szenen des Abends. "Was sich in der letzten Minute abgespielt hat, ist auf einem Fußballplatz nicht nötig", sagte er und sprach davon, dass der Schiedsrichter in dieser Situation "völlig richtig reagiert" habe. Für Obermillstatt blieb am Ende dennoch das Sportliche stehen: ein verdienter 3:1-Auswärtssieg, fünf Siege aus fünf Spielen und die Bestätigung, dass diese Mannschaft derzeit nicht nur vorne sehr viel Druck erzeugt, sondern auch von der Bank her stabil besetzt ist.