Spielberichte

Alexander Stroj (Trainer TSV Grafenstein): „Ab Minute 46 war ich höchst optimistisch“

TSV Grafenstein
Austria Klagenfurt Amateure

In der 22. Runde der Kärntner Liga feierte der TSV Grafenstein nach 0:1-Pausenrückstand einen späten 3:1-Heimsieg gegen die Austria Klagenfurt Amateure. Nach einem holprigen ersten Durchgang legte Grafenstein nach der Pause deutlich zu, glich durch Bernhard Walzl aus und drehte die Partie in der Schlussphase durch Joker Thomas Wallner und Marco Raunegger. Trainer Alexander Stroj sprach von einer klaren Reaktion und lobte vor allem die Bank. „Die Jungs von der Bank waren ein großer Faktor“, so Stroj – zugleich mahnte er mehr Konstanz über neunzig Minuten ein.

Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Schwung, dann Rückstand: Grafenstein rettet sich mit 0:1 in die Kabine

Grafenstein begann schwungvoll. „Wir sind in den ersten fünf bis zehn Minuten sehr gut gestartet, hatten durch Fabian Strasser eine Eins-gegen-eins-Situation und noch einen Stangenschuss – die ersten zehn Minuten waren richtig gut“, schilderte Alexander Stroj. Doch die Austria-Amateure fingen sich schnell und übernahmen das Kommando. „Danach haben wir total den Faden verloren. Die Austria Amateure waren von der zehnten Minute bis zur Halbzeit klar besser und bei Standards sehr gefährlich.“ Die Führung der Gäste fiel folgerichtig: In Minute 16 traf Moritz Ferdinand Tatschl zum 0:1. Grafenstein wackelte, hielt aber das Ergebnis. „Wir müssen uns bei unserem Tormann Nico Grubor bedanken, dass wir nur mit 1:0 im Rückstand waren“, betonte Stroj. Die Gastgeber suchten bis zur Pause vergeblich nach Zugriff, Austria hatte mehr vom Spiel und den gefährlicheren Zug zum Tor. Mit dem 0:1 zur Halbzeit waren die Hausherren gut bedient und wussten, dass es Anpassungen benötigt.

Umstellung greift: Walzl eröffnet, Grafenstein bleibt am Drücker

Zur Pause zog Stroj die Reißleine. „Wir haben unsere Ausrichtung verändert und sind zu einem unserer alten Systeme zurückgekehrt, weil wir ab Minute zehn überhaupt keinen Zugriff mehr hatten.“ Der Effekt war sofort sichtbar: „Ab der 46. Minute hatten wir super Zugriff, waren aggressiver, besser in der Partie. Die Amateure sind mit unserer veränderten Herangehensweise nicht mehr so gut zurechtgekommen – ab diesem Zeitpunkt war ich höchst optimistisch, dass wir das Spiel drehen.“ Grafenstein war nun das aktivere Team, blieb am Drücker und ging mehr Risiko in der Restverteidigung. „In der zweiten Halbzeit waren wir klar besser – ein dominanter, guter Auftritt. Die Tore hätten auch früher fallen können“, so Stroj. Der verdiente Lohn kam in Minute 74: Bernhard Walzl stellte auf 1:1 und setzte das Zeichen, dass hier noch mehr drin ist. Der Ausgleich gab zusätzlich Rückenwind, Grafenstein schob die Linie konsequent nach und hielt das Tempo hoch.

Wallner entscheidet, Raunegger setzt den Deckel drauf – Bank als Trumpf

Die Partie bog auf die Zielgerade ein – und die Grafensteiner Joker entschieden das Spiel. „Es hat mir extrem getaugt, dass Thomas Wallner, der dieses Mal aus der Startelf gefallen ist und nur fünfzehn Minuten gespielt hat, hineinkommt, brutal aggressiv ist – wie alle Einwechselspieler – und mit einem tollen Weitschuss auf 2:1 stellt“, sagte Stroj über den Matchwinner. In Minute 89 war es so weit: Wallner drehte die Partie. Für den Trainer war das der Knackpunkt: „Die endgültige Entscheidung war das 2:1 von Thomas Wallner. Danach hatten die Amateure in den verbleibenden Minuten keine Chance mehr.“ Grafenstein blieb clever und nutzte den Raum. In der Nachspielzeit lief ein Konter perfekt: Marco Raunegger traf in Minute 92 zum 3:1 und setzte den Deckel darauf. „Die Jungs von der Bank waren ein großer Faktor – ich bin sehr stolz auf unsere Kaderbreite“, betonte Stroj.

Respekt für die Austria-Amateure, klare Hausaufgaben – und Lob fürs Schiri-Team

Trotz des späten Comebacks vergaß Stroj die schwache Phase vor der Pause nicht. „Nach den ersten zehn Minuten haben wir die Bälle viel zu schnell verloren, hatten zu wenig Ruhe im Ballbesitz und waren nicht aggressiv genug.“ Der Auftrag für die nächsten Wochen ist klar: „Schön wäre, wenn wir so eine Leistung wie in der zweiten Halbzeit einmal über neunzig Minuten abrufen. Dann sind wir sehr, sehr schwer zu schlagen.“

Für den Gegner fand der Grafenstein-Coach großen Respekt: „Eine sehr technisch gute und aggressive junge Mannschaft. Wenn man ihren Altersschnitt sieht, ist das beeindruckend – nicht zu Unrecht die beste Rückrundenmannschaft bis jetzt. Großes Lob an den Gegner.“ Auch die Unparteiischen bekamen Anerkennung: „Die Schiedsrichterleistung war gut, unaufgeregt und so, wie man sich's wünscht – ruhig und sachlich von Herrn Meier und seinen Assistenten geleitet.“ Mit diesem Dreier und der starken zweiten Hälfte im Rücken blickt Grafenstein zuversichtlich nach vorn – mit dem klaren Ziel, das Level künftig über die volle Distanz zu halten.

Kärntner Liga: Grafenstein : Austria Klagenfurt Amateure - 3:1 (0:1)

  • 92
    Marco Raunegger 3:1
  • 89
    Thomas Wallner 2:1
  • 74
    Bernhard Walzl 1:1
  • 16
    Moritz Ferdinand Tatschl 0:1