Nach einer zähen Saison in der Kärntner Liga ordnet ATUS Ferlach den Kader neu. Trainer Mario Verdel spricht von einem klaren Neustart, einer stark verjüngten Mannschaft und einem realistischen Ziel: Top Ten statt großer Sprünge. Der Trainingsauftakt am 22. Juni ist fix, drei Wochen später steht der KFV-Cup an. Namen bei Ab- und Zugängen will Verdel noch nicht nennen, die Richtung sei aber gesetzt. „Wir bauen eine neue Mannschaft auf und drehen die Erwartung heuer bewusst runter.“

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Der Blick zurück fällt ehrlich aus. „Das letzte halbe Jahr war sehr durchwachsen, mit einem schlechten Start und einer schlechten Tabellenplatzierung“, sagt Mario Verdel. Nach dem Trainerwechsel übernahm er im Frühjahr das Kommando – und definierte die erste Aufgabe klar: „Wir mussten wieder Selbstvertrauen in die Mannschaft bringen.“ Am Ende steht Rang 14 mit 29 Punkten, die Baustellen blieben aber sichtbar. Verdel will das nicht beschönigen, sondern zum Ausgangspunkt machen. „Wir haben schnell gehandelt, viele Junge eingesetzt und schon mit Blick auf die neue Saison geplant.“ Der Verein hat damit eine Richtung vorgegeben, die über die kommende Saison hinausgeht.
Die kommenden Wochen sind eng getaktet. „Wir starten am 22. Juni mit dem Training und haben dann drei Wochen bis zum KFV-Cup-Beginn, um eine Mannschaft zu formen“, erklärt Verdel. Der Umbau wird spürbar: „Es werden fünf, sechs Spieler den Verein verlassen, fünf, sechs kommen neu dazu. Die Mannschaft wird sehr verjüngt.“ Bei Namen bleibt der Coach bewusst zu: „Mehrere Neuzugänge und Abgänge gibt es, aber die möchte ich noch nicht namentlich erwähnen.“ Dafür definiert er, worauf es in der Vorbereitung ankommt: „Der besondere Schwerpunkt ist, eine neue Kultur zu schaffen – mit den neuen Spielern und den Jungen, die wir schon eingebaut haben.“ Das ist mehr als ein Schlagwort. Es bedeutet klare Abläufe, einfache Prinzipien am Platz und das Ziel, die Mischung aus frischem Schwung und Verlässlichkeit in kurzer Zeit wettbewerbsfähig zu machen.
Was Ferlach trägt, ist der konsequente Jugendweg. „Sehr viele 15-Jährige haben zuletzt Einsatzzeiten bekommen. Man sieht, dass die Richtung passt“, sagt Verdel. Gemeinsam mit einem Partnerverein wurde eine Amateurmannschaft in der 2. Klasse aufgebaut. „Dort spielen elf 15-Jährige plus ein paar arrivierte Spieler. Das ist ein tolles Sprungbrett für die Kärntner Liga. Immer wieder werden junge Spieler künftig von der Amateurmannschaft in die Kampfmannschaft gezogen.“ Gleichzeitig gibt es Wermutstropfen. „Die größte Verletzung hat natürlich unser Martin Posratschnig. Er musste am Knie operiert werden, hat das Seitenband im Knie gerissen und fällt im Herbst aus. Er arbeitet an der Rückkehr, wir freuen uns auf nächstes Jahr.“ Um die vielen Baustellen im Alltag abzufedern, holte Ferlach zudem Unterstützung ins Staff. „Ich bleibe Trainer und habe einen neuen Co-Trainer. Weil ich beruflich viel unterwegs bin, wird er mich bei einigen Trainings und Spielen vertreten.“
Die Ansage für den Herbst ist bewusst nüchtern. „Wir schrauben die Erwartungshaltung runter“, sagt Verdel. „Mit fünf, sechs Neuen und den Jungen wird es heuer nicht darum gehen, vorne mitzuspielen. Das Ziel ist ein Platz unter den Top zehn.“ Dahinter steckt keine falsche Bescheidenheit, sondern eine klare Etappe. Erst Stabilität, dann der nächste Schritt – so liest sich der Fahrplan nach einem Jahr mit vielen Ausschlägen. Potenzial ist vorhanden, entscheidend wird nun die Konstanz. Verdel fasst zusammen: „Wir wollen schnell eine Mannschaft formen, die weiß, was sie tut – und die regelmäßig punktet.“ Mit Trainingsstart und KFV-Cup wartet der erste Prüfstein schneller, als man denkt.