In der Kärntner Liga stellt der KAC 1909 die Weichen klar auf Eigenbau. Nach Rang 15 und 29 Punkten blickt Trainer Christian Rauter trotz trübem Tabellenbild positiv auf das Saisonfinish – auch, weil der Klub konsequent auf die eigene Jugend setzte. „Wir leben die Jugend“, sagt Rauter und kündigt einen zügigen Umbruch samt Neuzugängen an. In der Vorbereitung warten Tests gegen höherklassige Gegner – und der Verein sucht einen Co-Trainer, der die junge Truppe mitentwickeln will.

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Christian Rauter blickt ohne Ausreden, aber mit klarer Erklärung auf die abgelaufene Halbserie zurück. „Bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir sportlich den Klassenerhalt geschafft hatten, waren wir sehr zufrieden. Danach hat vielleicht der Nachdruck gefehlt, die letzten Spiele fertigzuspielen“, sagt der Coach. Der Grund dafür lag nicht im Nachlassen allein, sondern in einer bewussten Entscheidung: „Wir haben die letzten Partien mit vielen eigenen, sehr jungen Spielern bestritten, damit sie in der Kärntner Liga Fuß fassen.“ Unterm Strich bleibt für ihn ein positiver Eindruck: „Im Großen und Ganzen sind wir mit der Rückrunde zufrieden, weil wir relativ früh sportlich den Klassenerhalt geschafft haben.“ Besonders stolz ist Rauter auf ein starkes Signal zum Abschluss: „Allein im letzten Spiel gegen Spittal/Drau hatten wir ein Durchschnittsalter von 17,6 Jahren – ausschließlich Spieler aus unserem Nachwuchs.“ Für ihn ist das mehr als eine Randnotiz: „Es gibt viele Vereine, die ständig darüber sprechen. Wir als KAC 1909 leben das.“
Trotz des vorletzten Tabellenplatzes beschreibt Rauter die Lage in der Kabine als gefestigt. „Die Stimmung ist gut“, sagt er, verweist aber auf einen Umbruch durch Abgänge, etwa aus Studiengründen. Dass der 15. Platz sticht, verschweigt er nicht – ordnet ihn jedoch ein: „Der vorletzte Tabellenplatz trübt, weil er ohne Kontext hart aussieht. Wir haben zum Schluss extrem jung agiert und das auch so gewollt.“ Über das Sportliche hinaus will der Trainer ein Thema forcieren, das ihm am Herzen liegt: „Ich möchte mehr Vereinsgefüge. Wir wollen uns etwa die Trainingsbekleidung selber finanzieren und als Kampfmannschaft die Juniors stärker unterstützen.“ Dahinter steht für ihn Respekt vor den Ehrenamtlichen: „Viele Helferinnen und Helfer opfern viel Freizeit für uns. Es ist unsere Verpflichtung, da etwas zurückzugeben – in welcher Form auch immer.“ Als Kapitäns- und Charakterfrage sieht er das tägliche Miteinander: „Niemand nimmt sich zu wichtig und keiner stellt sich zu weit hinten an – das große Ganze bleibt im Blick.“ Ein Sonderlob hebt er sich für einen seiner Akteure auf: „Alexander Bergmann hat nach einem Vier-Augen-Gespräch eine starke Entwicklung genommen – sportlich und menschlich.“
Personell ist der Umbruch schon spürbar. „Unter den Abgängen sind Maximilian Leipold und Moritz Jesacher, die nach Wien studieren. Auch Nino Martinak sowie weitere Spieler werden uns verlassen“, erklärt Rauter. Auf der anderen Seite wurden die ersten Puzzlesteine gesetzt: „Wir haben Denin Mataroga, Edin Sadikovic, Mario Gugganig, Jonas Reithofer und Alexander Kerhe verpflichtet.“ Ein Blick auf den Betreuerstab zeigt ebenfalls Bewegung: „Co-Trainer Robert Kontic hat uns verlassen und wird U15-Cheftrainer in Maria Gail. Torwarttrainer Alexander Schenk wechselt zum SV Donau. Im Gegenzug haben wir einen neuen Torwarttrainer Ing. Endrit Sagiku geholt.“ Was noch fehlt, sagt der Cheftrainer offen: „Wir sind auf der Suche nach einem Co-Trainer. Falls jemand Interesse hat, eine junge Mannschaft mit mir gemeinsam in der Kärntner Liga zu führen, soll er sich melden.“ Auch zum Lazarett gibt es News: „Mihret Topcagic und Maxi Watscher sind in Betreuung und im Aufbau, bei Paul Zuschlag sieht es gut aus, dass er nach seiner Schambeinentzündung am 24.06. beim Trainingsstart erstmals dabei ist. Bei Topo und Messi werden wir sehen, ob es sich bis zum Saisonstart ausgeht.“
Sportlich will Rauter den eingeschlagenen Weg nahtlos in die Vorbereitung tragen. „Wir wollen unsere Testspiele so bestreiten, wie wir auch in der Meisterschaft spielen wollen – egal, ob der Gegner höher- oder unterklassig ist“, erklärt er. Dabei hat jedes Spiel einen klaren Zweck: „Wichtig ist mir, dass jeder Spieler seine 45 Minuten bekommt. Die Tests sind ein guter Kontrast zu den Einheiten, die mir als Trainer sehr wichtig sind.“ Das Programm ist knackig: Am 26. Juni geht es in Krumpendorf gegen ATUS Velden, am 3. Juli wartet daheim in der Magazingasse die Regionalligatruppe der Austria Klagenfurt, am 12. Juli ein Auswärtstest beim FC Farkasse. „Wir werden das Spiel gegen den Regionalligisten so intensiv wie möglich gestalten“, kündigt Rauter an – und lädt die Fans ein: „Wir freuen uns über jeden Besuch, speziell beim Heimspiel gegen die Austria Klagenfurt.“ Inhaltlich bleibt die Linie klar: „Wir treiben den größeren Umbruch zügig voran und integrieren die Neuen schnell.“ Ein Blick über den Tellerrand zeigt zudem, was Rauter schätzt: „Cool fand ich das Spiel gegen Austria Klagenfurt – da standen sich junge Mannschaften am Feld gegenüber. Ich mag Mannschaften, die Fußball spielen lassen, nicht nur auf Konter warten, sondern wo auch klare Muster egal ob mit oder ohne Ball ersichtlich sind." Für den KAC 1909 ist das kein Lippenbekenntnis, sondern die Marschroute für den Sommer.