Nach einer langen Saison in der 1. Klasse Mitte, die Schiefling mit 64 Punkten als Zweiter hinter SV Afritz 1975 (66) abschloss, überwiegt im Verein die Zuversicht. Trainer Christopher Hafner blickt nüchtern zurück und erklärt das knappe Rennen: „Die Frühjahrsaison war insgesamt in Ordnung. Am Schluss hatten wir Ausfälle, dazu zwei Heimniederlagen mit 0:1 und 0:5 – das hat uns den Titel gekostet.“ Trotz des späten Dämpfers steht für den Aufsteiger nun die nächste Etappe an: die Unterliga, mit viel Rückenwind im Verein.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Über weite Strecken hatte Schiefling das Rennen mitbestimmt, pendelte in den Zwischenständen oft auf Platz eins und lieferte sich bis zur Ziellinie ein Kopf-an-Kopf-Duell. Der Trend spiegelt das wider: Viele Runden an der Spitze, am Ende fehlen zwei Zähler auf Afritz (66 zu 64). Hafner ordnet die letzten Wochen offen ein: „Die Frühjahrsaison war im Großen und Ganzen in Ordnung. Zum Schluss hatten wir einige Ausfälle, dadurch waren die letzten drei Runden nicht wie gewünscht.“ Besonders bitter: die beiden Heimpleiten kurz vor Schluss. „Die Partien mit 0:1 und 0:5 haben uns am Ende den Titel gekostet“, sagt der Coach – kein Lamentieren, eher eine klare Bestandsaufnahme.
Gleichzeitig ist die Stimmung im Klub alles andere als gedrückt. „Die Stimmung innerhalb des Vereins und der Mannschaft ist sehr gut“, betont Hafner. Der Grund ist schnell erklärt: Schiefling geht als Aufsteiger in die Unterliga. „Wir freuen uns auf die neue Herausforderung. Im Verein herrscht eine große Euphorie, und die wollen wir jetzt mitnehmen“, sagt der Trainer. Bei aller Vorfreude bleibt der Zugang pragmatisch: „Wir sind aufgestiegen, um dort zu bleiben. Das erste Ziel ist der Klassenerhalt. Die genauen Ziele besprechen wir intern.“ Es ist genau diese Mischung aus Rückenwind und Realismus, die den Sommerfahrplan bestimmt – volle Energie, klare Kante, keine Luftschlösser.
Am Personalsektor setzt Schiefling auf Konstanz mit Feinschliff. „Wir haben Abgänge: Tusch beendet seine Karriere, und auch Lazarevic hört aus gesundheitlichen Gründen auf. Der Rest der Mannschaft hat verlängert, dazu holen wir punktuelle Verstärkungen“, fasst Hafner zusammen. Verletzungssorgen sollen bis zum Start abgehakt sein: „Wir haben derzeit einige Angeschlagene, aber wir gehen davon aus, dass alle bis zum Trainingsstart oder spätestens eine Woche danach fit sind.“ Strukturelle Änderungen gibt es keine – bewusst. Und zur Hierarchie bleibt der Trainer bei seinem Grundsatz: „Wir leben vom Teamgeist. Jeder hat seine Rolle, und der Star ist die Mannschaft. Das behalten wir auch in Zukunft so bei.“
Der Rückblick endet nicht bei der eigenen Tür. Hafner verteilt Anerkennung: „Ein sehr starkes Frühjahr hat sicher der GSC Liebenfels gespielt, mit Trainer Valon Sahiti – sie waren in der Rückrunde eine echte Überraschung.“ Ebenfalls auffällig für ihn: „Zum Saisonende war für mich der SC Kappel eine große Überraschung. Nach dem Trainerwechsel hat das Früchte getragen, sie sind dem Abstieg noch entkommen.“ Solche Beispiele schärfen in Schiefling den Blick für die Unterliga: enge Partien, kleine Serien, schnelle Wendungen. Der Plan bleibt daher schnörkellos: Euphorie mitnehmen, Kader klug ergänzen, angeschlagene Spieler fit kriegen – und ab dem ersten Spieltag Punkte sammeln. Oder wie es Hafner formuliert: „Wir wollen in der Unterliga ankommen und drinnen bleiben. Alles Weitere regeln wir intern – auf dem Platz.“