In der Kärntner Liga hat TSV Grafenstein die Saison auf Rang acht beendet, doch Trainer Alexander Stroj blickt vor allem auf die Entwicklung in der zweiten Hälfte mit Zuversicht zurück. Der Coach sieht seine Mannschaft in vielen Bereichen gereift, spricht von einer starken athletischen Basis und kündigt vor der neuen Spielzeit einen größeren personellen Umbau samt klarer Ziele in Richtung Spitzengruppe an.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Auch wenn am Ende 43 Punkte und Platz acht stehen, fällt Strojs Rückblick alles andere als nüchtern aus. Der Trainer macht deutlich, dass er die vergangenen Monate nicht nur an der Endplatzierung misst. „Ich bin von der Entwicklung in der zweiten Saisonhälfte positiv angetan“, sagt er und schiebt gleich nach: „Es hätten unterm Strich durchaus noch ein paar Punkte mehr sein können.“ Gerade dieser Satz zeigt, wie der Grafensteiner Coach die Saison einordnet. Wir waren der beste Aufsteiger und waren in einem geplanten Übergangsjahr nur 5 Punkte hinter Bleiburg, das aufgestiegen ist. Es geht ihm nicht nur um das nackte Ergebnis, sondern vor allem um die Richtung, in die sich seine Mannschaft bewegt hat. Stroj betont, dass sich sein Team „im letzten halben Jahr in allen Spielphasen entwickelt“ habe und athletisch „eine der besten Mannschaften in der Liga“ gewesen sei. Dass diese Einschätzung nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt auch der Blick auf die letzten Wochen der Saison. Grafenstein holte aus den letzten fünf Spielen drei Siege, gewann gegen Sportunion Matrei, ATUS Ferlach und zum Abschluss auch gegen SV Dellach/Gail. Dazu kamen zwar auch zwei Niederlagen, insgesamt aber unterstreicht diese Phase, warum der Trainer trotz eines Mittelfeldplatzes lieber über Fortschritte als über verpasste Tabellenplätze spricht. „Der Kader hat richtig gute Schritte nach vorne gemacht“, fasst Stroj den internen Eindruck zusammen.
So positiv Stroj die sportliche Entwicklung bewertet, so offen spricht er auch über die Veränderungen, die dem Verein nun bevorstehen. „Es wird einen größeren Umbruch geben“, sagt der Trainer ohne Umschweife. Nach dem Aufstiegsjahr habe man bewusst alle Spieler gehalten und jedem die Chance geben wollen, sich in der Kärntner Liga zu zeigen. Jetzt werde der Kader aber neu ausgerichtet. Namen wollte Stroj dabei bewusst nicht nennen, in der Sache wurde er dennoch deutlich. „Einige verdiente Spieler, die verantwortlich sind, dass der Verein dort steht, wo er steht, werden uns verlassen“, erklärt er. Gleichzeitig kündigt er an, dass „einige Spieler mit Top-Qualitäten, die schon höher gespielt haben“, nach Grafenstein kommen werden. Es ist also kein kleiner Feinschliff geplant, sondern ein echter Neuaufbau innerhalb einer Mannschaft, die in den vergangenen Monaten schon eine sportliche Basis gelegt hat. Dazu kommt, dass sich laut Stroj nicht nur am Kader etwas tut. Auch der Verein selbst investiert weiter. Eine neue Überdachung beziehungsweise Tribüne soll kommen, und genau dieser Punkt passt zu der Stimmung, die der Trainer beschreibt. „Das Umfeld um uns ist sehr positiv und wir haben große Ziele für die kommende Saison“, sagt Stroj. In den Aussagen klingt nichts nach Unsicherheit, sondern nach einem Verein, der den nächsten Schritt bewusst angehen will.
Wichtig ist für Stroj dabei, dass es neben allen Veränderungen auch Konstanten gibt. Eine davon sitzt auf der Trainerbank. Der Grafensteiner Coach hebt ausdrücklich hervor, dass er weiter mit seinem gewohnten Umfeld arbeiten kann. „Ich bin dem sportlichen Leiter Mike Fromm sehr dankbar, dass ich weiterhin mit meinem altbewährten und erfolgreichen Trainerteam in die kommende Saison gehen darf“, sagt er. Gerade in einer Phase, in der sich der Kader spürbar verändern wird, ist diese Stabilität im Betreuerteam ein Punkt, den Stroj klar hervorhebt. Dazu kommt eine weitere gute Nachricht aus seiner Sicht: „Zum Trainingsstart sind alle Spieler, die weiterhin bei uns bleiben, und die Neuzugänge fit und können mit einer guten Basis starten.“ Die Vorbereitung kann damit ohne größere personelle Sorgen anlaufen. Und wohin die Reise sportlich gehen soll, daran lässt Stroj ohnehin keinen Zweifel. „Wir möchten in der kommenden Saison definitiv um den Aufstieg mitspielen und auf jeden Fall unter den ersten drei Mannschaften landen.“ Das ist eine klare Ansage, vor allem für eine Mannschaft, die erst vor einem Jahr in die Kärntner Liga aufgestiegen ist. Der Trainer weiß aber auch, dass der Weg dorthin nicht allein über neue Namen führt. „Das Hauptziel wird sein, die Neuen gut zu integrieren und wieder ein tolles Teamgefüge zu bilden, in dem jeder seinen Platz kennt.“ Genau darin liegt nun die eigentliche Aufgabe des Sommers: Aus einem veränderten Kader rasch wieder eine funktionierende Mannschaft zu formen, die den nächsten Schritt nicht nur ankündigt, sondern auch auf dem Platz zeigt.