Spielberichte

„Unser Ziel ist der sofortige Wiederaufstieg“ – Friessnegger über den Kurs der Austria-Amateure

Austria Klagenfurt Amateure

Bei den Kärntner Liga-Youngsters der SK Austria Klagenfurt Amateure war das Frühjahr zweigeteilt – sportlich stabil, strategisch mit harter Zäsur. Neunter Platz und 41 Punkte stehen zu Buche, doch der Fokus verlagerte sich nach der Insolvenzmeldung bei den Profis schlagartig von Resultaten auf Entwicklung. Trainer Stefan Friessnegger erklärt, warum der Weg über die eigene Akademie jetzt noch konsequenter wird, welche Abgänge zu verkraften sind und wieso trotz Unterliga der Blick nicht nach unten, sondern klar nach oben geht: „Unser Ziel ist der sofortige Wiederaufstieg.“

Nahaufnahme auf die beine zweier Spieler

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Zweigeteiltes Frühjahr und ein klarer Kurswechsel

Stefan Friessnegger beschreibt ohne Umschweife, wie stark sein Team in den ersten Frühjahrswochen auftrat – und warum danach vieles neu gedacht wurde. „Das Frühjahr war zweigeteilt. Wir wollten unbedingt unter die ersten fünf“, sagt der Austria-Coach. „Mit vielen jungen Spielern aus der Kampfmannschaft waren wir fast in jedem Spiel eine Klasse besser. Wir hatten fünf Siege und ein Unentschieden – und ich glaube, es wäre so weitergegangen.“ Dann folgte der Einschnitt: „Dann kam die Meldung zum Insolvenzverfahren bei den Profis, und die Amateure müssen absteigen. Also haben wir ein neues Ziel gesetzt: so viele U‑18-Spieler wie möglich einbauen.“ Die Folge nahm der Trainer bewusst in Kauf: „Die Ergebnisse waren nicht mehr so gut, aber für die Entwicklung war es richtig positiv.“ Das deckt sich mit dem Blick auf die Tabelle: stabil im Mittelfeld, phasenweise bis auf Rang sechs geklettert, am Ende Neunter – mit vielen Minuten für die nächste Generation.

Junge Achse, klare Linie – und Trainingsstart Ende Juni

Aktuell ist Verschnaufpause, im Hintergrund wird die Vorbereitung feinjustiert. „Zurzeit ist Pause. Wir planen die Vorbereitung“, sagt Friessnegger. Der Fahrplan steht: „Wir werden nächstes Jahr in der Unterliga spielen. Wir werden eine ganz junge Mannschaft haben, mit Verstärkungen aus der Kampfmannschaft.“ Und das Ziel formuliert er ohne Umwege: „Unser großes Ziel ist der sofortige Wiederaufstieg.“ Am Transfermarkt bleibt die Austria ihrer Linie treu. „Zugänge haben wir nie. Wir spielen mit den eigenen Spielern aus der Akademie.“ Für Rückenwind sorgt die Durchlässigkeit nach oben: „Neun Spieler aus U18 und Amateuren trainieren im Sommer bei der Kampfmannschaft mit.“ Namen will der Coach bewusst nicht herausheben: „Wir haben viele, die sich super entwickelt haben. Einzelne hebe ich nicht hervor.“ Der Startschuss fällt bald: „Wir beginnen am 29. Juni mit dem Training.“

Abgänge, Vorlieben – und warum Fußballspielen auch in der Unterliga zählt

Ganz ohne Verluste geht es nicht. „Abgänge haben wir zwei: Julian Wittmann geht nach Deutschland, Maximilian Weber nach Deutschlandsberg“, zählt Friessnegger auf. Später ergänzt er: „Zwei Abgänge habe ich noch vergessen: Lukas Fister geht zu ATUS Ferlach und Marcel Brandner nach Traibach.“ Dass die Austria-Amateure weiter auf Spielfreude setzen wollen, zeigt ein Seitenblick aufs abgelaufene Frühjahr. „Am liebsten habe ich gegen St. Veit und gegen den KAC gespielt, weil es einfach spielerische Spiele waren“, erklärt der Trainer. Gegen andere Gegner sei es „viel Kampf, viel Spiel auf den zweiten Ball, viel Zufall“ gewesen – genau das will er mit seiner jungen Truppe anders angehen: Ball am Boden, klare Ideen, mutig nach vorne. Die Bilanz mit 41 Punkten und Rang neun liefert dafür ein solides Fundament. Und die Richtung ist ausgerufen: Unterliga hin oder her – die Austria will hoch. „Wir bleiben bei unserer Linie aus Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit – und arbeiten auf den Wiederaufstieg hin.“