Spielberichte

„Die Routine fehlt uns noch ein Stück“ – Seeboden lässt nach früher Führung den Sieg gegen Ferlach liegen

SV Seeboden
ATUS Ferlach

In der Kärntner Liga hat SV Seeboden am Millstättersee im Heimspiel gegen ATUS Ferlach ein 1:1 geholt und dabei lange an einer Überraschung geschnuppert. Trainer Damir Kukic sprach nach dem Remis von einem „dynamischen, hochkarätigen Spiel“ und brachte seine Analyse rasch auf den Punkt: „Die Routine fehlt uns für diese Liga noch ein Stück.“ Genau darin sah er auch den Grund, warum aus der frühen Führung kein Sieg wurde.

Zweikampf zwischen Spielern in Rot und Weiß-Blau - Ball in der Luft

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Starker Beginn, Druckphase vor der Pause, Ausgleich nach dem Seitenwechsel

Seeboden war sofort im Spiel und ging schon in der 2. Minute durch Seid Zukic mit 1:0 in Führung. Für Kukic war das der Start in eine Phase, in der seine Mannschaft mutig auftrat und den Gegner zunächst gut beschäftigte. Der Trainer erzählte, dass seine Elf danach gleich auf das zweite Tor gehen wollte und diesem Treffer auch nahe war. Eine große Möglichkeit blieb ungenutzt, ein weiterer Abschluss landete zwar im Tor, wurde aber wegen Abseits nicht anerkannt. Gerade in den ersten zwanzig Minuten sah Kukic sein Team sehr präsent und auch als die aktivere Mannschaft. Danach änderte sich das Bild aber spürbar. Ferlach kam besser auf, hatte mehr vom Spiel und erarbeitete sich laut Kukic drei bis vier Topchancen. Dass Seeboden dennoch mit der 1:0-Führung in die Halbzeit ging, lag aus seiner Sicht auch an Filip Stanojevic, der wichtige Situationen entschärfte. Nach der Pause nahm der Druck der Gäste weiter zu, ehe Hannes Marcel Schwarz in der 56. Minute zum 1:1 traf. Kukic sprach dabei von einem „wirklich super Schnittball“, der dem Ausgleich vorausging. Ganz erledigt war die Sache damit aber noch nicht, denn auch in der Schlussphase hatte Seeboden noch drei gute Möglichkeiten nach Standards. Der Siegtreffer fiel dennoch nicht mehr.

„Ich fühle mich heute mit meiner Mannschaft als Sieger“

Bemerkenswert war nach dem Spiel vor allem, wie Kukic diesen Punkt einordnete. Der Seebodner Trainer sprach mit viel Respekt über den Gegner und machte deutlich, wie stark er Ferlach einschätzt. „Für mich ist Ferlach bis jetzt die stärkste Mannschaft. Das ist eine Traummannschaft mit richtig guten Fußballern“, sagte er. Gerade deshalb war ihm wichtig, wie seine eigene Mannschaft dagegenhielt. „Wir sind in dieser Liga der Underdog und spielen mit Freude, mit Spaß und vollem Einsatz“, betonte Kukic. Dass am Ende trotzdem auch ein wenig Wehmut blieb, verschwieg er nicht. In seinen Augen lag ein Schlüssel des Spiels in jener Phase, in der Seeboden das 2:0 hätte machen können. Auch die späten Standards nannte er noch einmal, verbunden mit einem ausdrücklichen Lob für Ferlachs Schlussmann Florian Heindl, den er als überragenden Rückhalt hervorhob. Gleichzeitig überwog bei ihm aber klar der Stolz. „Wenn ich sehe, wie sich die jungen Spieler reinhauen und was sie investieren müssen, dann fühle ich mich heute mit meiner Mannschaft wirklich als Sieger“, sagte Kukic. Es war also kein Satz aus Frust, sondern einer aus Überzeugung.

Junge Mannschaft, eigener Weg und ein Punkt, der Seeboden bestärkt

So sehr Kukic den Spielverlauf aufarbeitete, so deutlich wurde auch sein größerer Blick auf die Entwicklung dieser Mannschaft. Für ihn geht es beim SV nicht nur um das einzelne Ergebnis, sondern um einen Weg, der über Wochen und Monate wachsen soll. „Die Routine fehlt uns für diese Liga noch ein Stück. In der Kärntner Liga wirst du für Kleinigkeiten sofort bestraft“, erklärte er offen. Genau das sei ein Lernprozess, den seine junge Mannschaft gerade durchmacht. Umso wichtiger war ihm der Hinweis, worauf Seeboden aufbaut: „Wir bestehen zu 85 Prozent aus eigenen Spielern. Das ist der Schlüssel zum Erfolg, auf das bauen wir auf.“ Kukic ist überzeugt, dass dieser Kurs der richtige ist, und formulierte seine Hoffnung sehr klar: „In zwei Jahren wird das eine super Mannschaft sein.“ Dazu passte für ihn auch die Atmosphäre rund um das Spiel. Er sprach von einer tollen Kulisse und hob die Unterstützung von den Rängen besonders hervor. „Unsere Fänneke Ost ist für uns der zwölfte Mann“, sagte der Trainer. Deshalb blieb nach dem 1:1 auch kein Jammern über einzelne Entscheidungen oder Nebenschauplätze zurück. Kukic formulierte es nüchtern und fair: „Wenn das Spiel 10:10 ausgeht, darf sich keiner beschweren.“ Für Seeboden war dieses Remis damit mehr als nur ein Punktgewinn. Es war ein weiterer Beleg dafür, dass die junge Mannschaft in dieser Liga nicht nur mithält, sondern auch starken Gegnern über weite Strecken alles abverlangen kann.

Kärntner Liga: Seeboden : Ferlach - 1:1 (1:0)

  • 56
    Hannes Marcel Schwarz 1:1
  • 2
    Seid Zukic 1:0