In der Kärntner Liga hat sich KAC 1909 am Freitag mit einem 2:2 gegen SV Sportastic Spittal begnügen müssen. Nach einer 2:1-Pausenführung fühlte sich das Remis für die Klagenfurter klar nach liegengelassenen Punkten an. Trainer Christian Rauter fand nach dem Spiel deutliche Worte, sprach von fehlender Konsequenz in den Duellen, von ausgelassenen Chancen und am Ende sogar davon, dass seiner Mannschaft "die Arroganz" den Sieg gekostet habe.

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Rauter hatte den Verlauf im Grundsatz genau so kommen sehen. "Wir haben gewusst, dass wir viel Ballbesitz haben werden", sagte der KAC-Trainer, weil Spittal aus seiner Sicht sehr tief und kompakt verteidigen würde und vor allem auf Umschaltmomente lauere. Genau dieses Bild zeigte sich dann auch. Schon in der 3. Minute gingen die Gastgeber durch Mihret Topcagic mit 1:0 in Führung. Rauter hob danach hervor, dass seine Mannschaft bei diesem Treffer etwas umgesetzt habe, das unter der Woche vorbereitet worden war: eine Seite überladen, sauber verlagern und dann in den Strafraum kommen. Lange hielt die Führung aber nicht, denn Spittal kam durch Ziga Anzelj in der 9. Minute zum 1:1. Der KAC blieb dennoch bei seinem Plan, hatte weiter viel Ballbesitz und legte in der 25. Minute erneut vor. Alexander Kerhe traf zum 2:1, wieder nach einer Verlagerung und einem Pass in den Sechzehner. Mit dieser Führung ging es auch in die Pause, und aus Sicht Rauters war das Spiel bis dahin in jene Richtung gelaufen, die er erwartet hatte.
Dass am Ende trotzdem nur ein Punkt blieb, machte Rauter an zwei Dingen fest: an den zu einfach hergegebenen Gegentoren und an der Chancenverwertung. Das 2:2 fiel schon in der 50. Minute, als Deni Petrovic für die Gäste traf. Rauter beschrieb die Szene so, dass seine Mannschaft zuvor im letzten Drittel nicht genug Druck auf den Ball bekam und Spittal über Mersad Ramic den Angriff fertig spielen konnte. Danach, so der Trainer, hätte der KAC das Spiel aber trotzdem für sich entscheiden müssen. "Für uns sind das zwei verlorene Punkte", sagte er und verwies auf mehrere klare Möglichkeiten, die ungenutzt blieben. Besonders die Phase zwischen der 63. und 70. Minute nannte er ausdrücklich, weil seine Mannschaft dort gleich mehrere sehr gute Einschussmöglichkeiten hatte. Dazu kamen laut Rauter schon vorher eine große Chance in der 47. Minute, weitere Kopfbälle im Strafraum und ein guter Freistoß. Gerade deshalb sprach er von einem für Spittal "schmeichelhaften und glücklichen" Punkt. Ganz ausblenden wollte er aber auch die Schlussphase nicht: In der 88. Minute gab es nach einem Ballverlust der Klagenfurter noch einen Stangenschuss der Gäste, weshalb der KAC das Spiel in dieser Phase sogar noch ganz hätte verlieren können.
Die deutlichsten Aussagen hob sich der KAC-Coach für die Bewertung der eigenen Leistung auf. "Wir waren in den Duellen nicht gut", sagte Rauter, und er ließ keinen Zweifel daran, dass ihm die Haltung seiner Mannschaft in manchen Phasen nicht gefiel. Sein Eindruck war, dass seine Elf gedacht habe, "dass das alles ein Selbstläufer ist". Den markantesten Satz schob er noch nach: "Die Arroganz hat uns heute den Sieg gekostet." Die Spieler müssen wieder verinnerlichen, wie wir dorthingekommen sind, wo wir aktuell stehen, in jedem Training, bei jedem Spiel haben wir füreinander gefightet, hart gearbeitet um erfolgreich zu sein." Gleichzeitig differenzierte er in seiner Kritik. Mihret Topcagic nahm er ausdrücklich aus, weil er viel gearbeitet habe, auch Wallner, Gugganig und den wieder geneßenen Legner erwähnte er positiv. Den Gegner beschrieb Rauter als tief stehendes, kompaktes Team, das wenig fürs Spiel tue, aber genau damit zu seinem Punkt gekommen sei. Den Schiedsrichter wollte er bewusst nicht bewerten, weil der Fokus nach so einem Spiel auf der eigenen Mannschaft liegen müsse. Für den Tabellenführer ist das 2:2 damit mehr als nur ein kleiner Dämpfer. Rauter machte klar, dass die eigene Spielidee nur dann etwas wert ist, wenn sie auch seriös und mit vollem Einsatz durchgezogen wird. "Wenn wir die Tugenden nicht an den Tag legen, dann wird man halt wahrscheinlich nicht mehr so einfach die Spiele gewinnen", sagte er. Trotz des Remis bleibt der KAC nach neun Runden vorne, zufrieden klang sein Trainer nach diesem Abend aber überhaupt nicht.