In der Kärntner Liga hat SC St. Veit gegen Sportunion Matrei in Osttirol nach einem 0:2 zur Pause noch ein 2:2 geholt. Trainer Arno Paul Kozelsky sprach danach von einer „ganz komischen“ Partie, in der seine Mannschaft viel Ballbesitz und viele Chancen hatte, sich aber lange nicht belohnte. Erst in der Schlussphase machte St. Veit den Rückstand noch wett.

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Aus Sicht des St. Veiter Trainers begann die Partie eigentlich so, wie es sich die Gastgeber vorgestellt hatten. „Wir sind eigentlich gut in die Partie gekommen, haben gleich nach einer Minute einen Stangenschuss und haben eigentlich Kontrolle im Spiel“, sagte Kozelsky. Genau dieses Gefühl hielt aber nicht lange, weil Matrei mit seinem ersten Treffer sofort Wirkung erzielte. In der 9. Minute brachte Alexander Wibmer die Gäste mit 1:0 in Führung. Kozelsky führte das auf eine schwach verteidigte Standardsituation zurück und ärgerte sich darüber, dass seine Mannschaft trotz Übergewicht im Spiel nicht klarer und direkter nach vorne kam. St. Veit hatte weiter mehr Ballbesitz und kam laut Trainer zu Halbschancen, dazu auch noch zu einem Lattenschuss. Dennoch fiel kurz vor der Pause das 0:2, als Samuel Benedikt Berger in der 44. Minute für Matrei nachlegte. Damit war der Spielverlauf aus Sicht der Hausherren plötzlich ein ganz anderer, obwohl sie sich vom Rückstand spielerisch nicht völlig aus der Bahn werfen ließen.
Die Pause nutzte Kozelsky dann zu einer deutlichen Reaktion. „Ich habe in der Pause umgestellt und drei frische Spieler gebracht, um einfach ein Zeichen zu setzen“, erklärte der Trainer. Genau das habe seine Mannschaft danach auch angenommen. St. Veit kam mit deutlich mehr Druck aus der Kabine, spielte laut seinem Coach einige Dinge besser als in der ersten Hälfte und drängte Matrei immer stärker in die eigene Hälfte. Kozelsky sprach sogar von mehreren Aluminiumtreffern und von richtig vielen Chancen. Lange blieb es trotzdem beim 0:2, ehe in der 72. Minute endlich der Anschlusstreffer fiel: Julian Brandstätter verkürzte auf 1:2. Besonders dieses Tor hob der Trainer hervor. „Das erste war unglaublich von Leitner aufgelegt und von Brandstätter eine super Aktion“, sagte er über die Vorarbeit von Moritz Leitner und den Abschluss. St. Veit blieb danach am Drücker und kam in der 89. Minute doch noch zum verdienten Ausgleich, als David Armin Hude das 2:2 erzielte. Damit retteten die Gastgeber zumindest noch einen Punkt, nachdem die Partie schon in eine ganz andere Richtung gelaufen war.
Auch wenn St. Veit nach der Aufholjagd am Ende näher am Sieg wirkte, ordnete Kozelsky das Ergebnis nüchtern ein. „Im Großen und Ganzen geht das Unentschieden in Ordnung“, meinte er, weil der Gegner seinen Plan gut durchgebracht habe. Matrei verteidigte aus seiner Sicht aggressiv, tief und clever, machte die Räume eng und war in den Umschaltmomenten immer wieder gefährlich. „Wir waren vielleicht die Mannschaft, die mehr Chancen gehabt hat, die mehr im Ballbesitz war, aber sie haben uns das Leben in den Umschaltsituationen sehr schwer gemacht“, sagte der St. Veiter Trainer. Genau darin lag für ihn auch der Grund, warum seine Mannschaft trotz vieler Möglichkeiten nur zwei Tore erzielte. Im eigenen Spiel mit Ballbesitz sah er zwar weiterhin die klare Idee seiner Mannschaft, gleichzeitig fehlte ihm aber über weite Strecken das Tempo und die Konsequenz. „Wir haben zu langsam gespielt, wir sind nicht konkret geworden“, brachte er es auf den Punkt. Für Kozelsky war deshalb vor allem die erste Halbzeit der Abschnitt, in dem seine Mannschaft das Spiel zu wenig entschlossen an sich zog.
Trotz aller Kritik an der ersten Hälfte fand Kozelsky nach dem Schlusspfiff auch deutliche Worte des Lobes für seine Mannschaft. Ihm gefiel vor allem, dass St. Veit auch an einem Abend, „wo nicht alles funktioniert“, noch einmal zurückgekommen ist. „Ich muss der Mannschaft wieder ein Lob aussprechen, dass wir in Spielen, wo wir nicht so gut sind, wieder ungeschlagen rausgehen“, sagte er. Ebenso wichtig war für ihn der Blick auf die Breite im Kader. Die Wechsel zur Pause zeigten Wirkung, und genau das wertete der Trainer als Pluspunkt: „Wir haben wieder gesehen, dass wir, auch wenn wir von der Bank drei, vier, fünf hineinbringen, ganz viel Qualität haben und die eins zu eins ersetzen können.“ Diskussionen rund um den Unparteiischen wollte Kozelsky keine aufmachen. „Im Großen und Ganzen hat das schon gepasst“, sagte er. So bleibt für St. Veit nach dem 2:2 ein Abend mit zwei Gesichtern: erst zu wenig konsequent, dann mit viel Druck und Moral zurückgekommen. In der Tabelle steht St. Veit nach neun Runden mit 19 Punkten weiter auf Rang zwei.