Sportunion Matrei in Osttirol hat den KAC 1909 mit 3:2 niedergerungen und dabei einen Rückstand weggesteckt. Für Sportlicherleiter Harald Panzl war genau das der Kern dieses Abends: Matrei blieb nach dem 0:1 ruhig, legte nach der Pause zu und brachte den Vorsprung mit viel Laufarbeit, großer Disziplin und lautstarker Unterstützung von mehr als 800 Fans ins Ziel.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Dass es für die Gastgeber kein gerader Abend werden würde, zeigte sich nach einer halben Stunde. In der 30. Minute brachte Alexander Kerhe den KAC mit 1:0 in Führung, Matrei musste damit früh einem Rückstand nachlaufen. Panzl sah seine Mannschaft aber gerade in dieser Phase sehr stabil. „Es war ein ausgezeichnetes Spiel. Taktisch waren wir hervorragend eingestellt“, sagte der Sportlicherleiter nach dem Schlusspfiff. Vor allem der Umgang mit dem 0:1 gefiel ihm. „Wir sind 0:1 in Rückstand gekommen und haben das trotz der tollen Unterstützung von mehr als 800 Fans super weggesteckt.“ Noch vor der Pause fand Matrei die passende Antwort, als Samuel Benedikt Berger in der 41. Minute zum 1:1 traf. Mit diesem Ausgleich ging es in die Kabinen, und genau dieser Treffer hielt die Partie für die Gastgeber komplett offen.
Die Pause war für Matrei nicht nur zum Durchschnaufen wichtig, sondern auch für die nächste Korrektur im Spiel. Panzl sprach danach sehr offen darüber, wo seine Mannschaft beim Gegner ansetzen wollte. „Der KAC ist offensiv eine sehr gute Mannschaft. Ihre defensiven Schwächen haben wir gewusst, das haben wir in der Halbzeit noch einmal besprochen und dann toll umgesetzt“, erklärte er. Genau diese Einschätzung bekam nach dem Wechsel auch ein klares Gesicht auf der Anzeigetafel. Samuel Benedikt Berger traf in der 70. Minute ein zweites Mal und brachte Matrei erstmals in Führung. Acht Minuten später legte Luca Ronacher das 3:1 nach.
Ganz ohne Druck blieb es aber nicht. „Beim Stand von 2:1 hatte der KAC eine Drangphase, die wir dank eines hervorragenden Torhüters Julian Weiskopf überstanden haben“, sagte Panzl. Diese Aussage zeigt gut, warum der Sieg aus seiner Sicht nicht nur mit den Toren zu erklären war, sondern auch mit dem Widerstand dagegen. In der 84. Minute brachte ein Eigentor von Alexander Wibmer die Gäste noch einmal auf 2:3 heran, die Schlussphase blieb damit knapp. Für Panzl stand trotzdem fest, worauf der Erfolg aufgebaut war. „Jeder einzelne Spieler ist läuferisch und kämpferisch ans Limit gegangen, deshalb ist der Sieg auch verdient.“ Mit diesem Heimerfolg gegen den Tabellendritten setzte Matrei ein Ausrufezeichen. Und wenn man den Sportlicherleiter hört, dann nimmt seine Mannschaft aus diesem Abend vor allem eines mit: die Bestätigung, dass sie mit einer geschlossenen, disziplinierten Leistung auch enge Spiele auf ihre Seite ziehen kann.