In der Kärntner Liga hat die Sportunion Matrei in Osttirol am Samstag beim FC Moden Illiasch Lendorf ein wildes 3:3 mitgenommen. Nach einer starken ersten Hälfte führten die Osttiroler 2:0, mussten nach der Pause in Unterzahl aber viel Druck aushalten. Sportlicheleiter Harald Panzl sprach von einem „ausgezeichneten Spiel“ und hielt fest, dass das Remis nach spannenden 90 Minuten „mit Sicherheit in Ordnung“ geht.
Aus Sicht der Gäste begann der Abend genau so, wie man sich ein schweres Auswärtsspiel wünscht. Panzl sagte: „Für die Zuschauer war es ein ausgezeichnetes Spiel mit sehr vielen Toren. In der ersten Halbzeit waren wir spielbestimmend und sind eigentlich verdient 2:0 in Führung gegangen.“ Diese Führung hatte Matrei sich mit den Treffern von Adrian Steurer in der 23. Minute und Benjamin Cosic vier Minuten später erarbeitet. Dass Lendorf noch vor der Pause durch Mario Zagler auf 1:2 verkürzte, störte den guten ersten Eindruck der Osttiroler zwar, änderte aber zunächst nichts daran, dass Matrei mit einem Vorsprung in die Kabine ging. Vor diesem Anschlusstreffer sah Panzl allerdings eine Szene, über die man aus seiner Sicht reden kann, denn er sprach von einer „fragwürdigen Entscheidung“ des Schiedsrichters.
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich die Partie dann deutlich. Panzl schilderte es sehr klar: „Zweite Hälfte war Lendorf besser, offensiver.“ Dazu kam aus Sicht der Gäste ein entscheidender Umstand, weil Matrei in Unterzahl weiterspielen musste. Der Sportlicheleiter betonte trotzdem, dass sein Team auch in dieser schwierigen Phase noch die Chance auf das dritte Tor hatte: „Wir hatten noch die Chance aufs 3:1 durch zwei super Konterchancen, einmal von Samuel Berger und einmal von Benjamin Cosic.“ Lendorf blieb aber mit einem Mann mehr am Drücker, bekam mehr Zugriff auf das Spiel und kam durch Christian Kautz in der 65. Minute zunächst zum 2:2. Als Kautz sechs Minuten später auch noch das 3:2 nachlegte, war die Partie endgültig gedreht. Panzl ordnete diese Phase nüchtern ein: „Mit einem Mann weniger ist es in Lendorf extrem schwierig.“
Ganz verloren hatte Matrei die Partie damit aber noch nicht. Die Gäste warfen in der Schlussphase noch einmal alles hinein, suchten trotz Unterzahl den Weg nach vorne und wurden in der 89. Minute belohnt, als Eldar Abilov zum 3:3 traf. Genau diesen Schlusspunkt hob Panzl auch hervor: „Wir haben dann noch einmal alles in die Waagschale geworfen, alles nach vorne, und aus unserer Sicht verdient den Ausgleich erzielt.“ Insgesamt ging das Ergebnis für ihn deshalb klar in Ordnung. „Das Unentschieden geht nach den spannenden 90 Minuten mit Sicherheit in Ordnung“, sagte der Sportlicheleiter auch den Gegner anerkennend beschrieb: Lendorf sei „sehr kompakt“, habe „eine gute Mischung zwischen älteren, erfahrenen Spielern und jungen Spielern“ und besitze „in der Offensive einen Akteur, der jeder Mannschaft extrem wehtut“. Dass es in einzelnen Szenen Diskussionsstoff gab, verschwieg Panzl nicht, seine Gesamtbewertung fiel aber knapp aus: „Im Endeffekt sind beide Mannschaften noch ausbaufähig.“ Unter dem Strich überwog bei Matrei ohnehin die Zufriedenheit. „Auswärts in Lendorf ist ein Punkt mit Sicherheit schwer in Ordnung, und mit dem Punkt sind wir hochzufrieden“, sagte Panzl nach einem 3:3, das für seine Mannschaft nach starkem Beginn, schwieriger zweiter Hälfte und spätem Treffer noch einen guten Ertrag brachte.