In der Kärntner Liga hat sich FC St. Michael/Lav. am Samstag mit ATUS Ferlach 1:1 getrennt. Nach torloser erster Hälfte brachte Jakob Opressnig die Gastgeber per Elfmeter voran, ehe Erik Kovac spät ausglich. Für Ferlach-Trainer Mario Verdel passte das Ergebnis am Ende, weil seine Mannschaft auf schwierigem Boden nie richtig zu ihrem Spiel fand und sich trotzdem noch mit dem Ausgleich belohnte.

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Mario Verdel stellte nach dem Schlusspfiff vor allem die Bedingungen in den Mittelpunkt. „Es war ein sehr schwieriges Spiel, weil die Platzverhältnisse sehr schlecht waren“, sagte der Ferlach-Coach. Gerade für eine Mannschaft, die über den Ball kommen will, sei das ein klarer Nachteil gewesen. „Wir sind eine spielerische Mannschaft, aber unser Kombinationsspiel am Boden konnten wir nicht umsetzen“, erklärte Verdel. Dazu kam ein Gegner, der nach seinen Worten „sehr aggressiv begonnen“ und früh mit Angriffspressing gearbeitet habe. So entstand keine flüssige Partie, sondern ein Spiel, in dem sich beide Seiten schwertaten. Ferlach hatte laut Verdel in den ersten 45 Minuten zwar „drei, vier gute Möglichkeiten“, nutzte sie aber nicht. Auf der anderen Seite kam auch St. Michael kurz vor der Pause noch zu einer guten Chance. Das 0:0 zur Halbzeit passte daher zu einem Spiel, das wenig Rhythmus und viel Stückwerk hatte.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng, ehe in der 74. Minute der erste Treffer fiel. St. Michael ging durch Jakob Opressnig mit 1:0 in Führung, der Treffer fiel per Elfmeter. Verdel sprach danach von einer „fragwürdigen Entscheidung“, blieb in seiner Bewertung aber sachlich. „Schiedsrichterentscheidungen sind Entscheidungen, die man hinnehmen muss“, sagte er. Für Ferlach war der Rückstand dennoch kein Bruch. Der Trainer hob vielmehr hervor, dass seine Mannschaft weiter nach vorne spielte und nicht auseinanderfiel. Genau das wurde spät noch belohnt. In der 85. Minute traf Erik Kovac zum 1:1 und sorgte damit dafür, dass die Gäste doch noch einen Punkt mitnahmen. „Was mich freut, ist, dass meine Mannschaft nach dem Rückstand weiter nach vorne spielte und sich spät mit dem Ausgleich belohnte“, so Verdel.
Verdels Analyse fiel insgesamt klar aus. Er sprach offen davon, dass es „sicher nicht der beste Tag“ seiner Mannschaft gewesen sei. Für ihn hing das aber nicht nur mit der eigenen Leistung zusammen, sondern ganz wesentlich auch mit dem Platz. „Unser Ballhaltespiel, unser Ballbesitzspiel und unser Umschaltspiel funktionierten nicht gut“, sagte der Trainer. Besonders deutlich wurde das an der Art, wie Ferlach spielen musste. „Wir mussten mit langen Bällen spielen, was absolut nicht unserem Matchplan entsprochen hat“, erklärte er. Damit war genau das gefragt, was die Gäste eigentlich vermeiden wollten. Gleichzeitig fand Verdel auch anerkennende Worte für den Gegner. St. Michael sei „sehr mutig“ gewesen, „sehr aggressiv“ aufgetreten und habe „wirklich sehr brav gekämpft“. Mehr noch: Die Gastgeber hätten nicht nur dagegengehalten, sondern auch selbst nach vorne gespielt. „Das ist ein sehr guter Aufsteiger“, sagte der Ferlach-Coach, der die Leistung der Gastgeber damit ausdrücklich einordnete.
Unter dem Strich wollte Verdel aus Sicht seiner Mannschaft weder etwas schönreden noch unnötig dramatisieren. „Am Ende geht das 1:1 in Ordnung“, lautete sein klares Fazit. Auch die Leistung des Unparteiischen ordnete er nüchtern ein. Abgesehen von der aus seiner Sicht zu schnellen Entscheidung vor dem Elfmeter sei „die Schiedsrichterleistung in Ordnung“ gewesen. Für Ferlach bleibt damit ein Punkt, der vor allem wegen des späten Ausgleichs Wert hat, auch wenn spielerisch diesmal wenig zusammenlief. Nach elf Runden halten die Gäste bei 16 Punkten und bleiben im Tabellenmittelfeld. Entscheidend aus Ferlacher Sicht dürfte aber weniger die Platzierung als die Erkenntnis sein, dass man unter besseren Bedingungen wieder deutlich mehr vom eigenen Spiel sehen will. In St. Michael reichte es diesmal nur phasenweise dazu, immerhin aber noch zu einem Zähler.