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„Die Abwehr war unser größtes Problem“ – Pipunic blickt bei Arnoldstein nach vorn

SV Arnoldstein

In der Unterliga West hat der SV WEB-STAPLER Arnoldstein die Saison nach 26 Runden auf Rang zwölf abgeschlossen. Trainer Stevo Pipunic zieht einen offenen Rückblick und erklärt, warum vor allem die Defensive Kopfzerbrechen bereitete – und wie der Klub im Sommer nachschärfen will. „Wir haben zum Schluss gute Partien geliefert“, sagt er. Trotzdem bleibt die Baustelle klar benannt: Arnoldstein sucht gezielt einen Tormann und einen Innenverteidiger, dazu kehren zwei Langzeitverletzte zurück.

Pinker Fußball neben Torstange

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Junge Truppe, harte Lehren – warum die Defensive wackelte

Stevo Pipunic beschreibt ohne Umschweife, woher die Schwankungen kamen: „Wir sind mit der Aufstiegsmannschaft in die Saison gegangen. Es ist eine junge Truppe, da sind wir in Schwierigkeiten geraten.“ Für den Trainer waren Herbst und Frühjahr eine deutliche Lektion: „Das war für uns eine große Lehre. Die jungen Spieler brauchen Erfahrung, vor allem gegen starke Gegner.“ Einzelne gute Auftritte gab es zwar, doch der Grundton bleibt ehrlich: „Wir waren grundsätzlich zu naiv. Uns hat die Erfahrung gefehlt und wir haben uns in der Abwehr schwergetan.“ Diese Einschätzung passt zur Platzierung – oft ordentlich mitgespielt, aber in entscheidenden Phasen zu viel zugelassen. Umso wichtiger war für Arnoldstein, dass zuletzt die Linie stimmte und das Team erwachsener wirkte.

Kader im Umbau: drei Abgänge, Fokus auf Tormann und Innenverteidiger

Die Planungen laufen längst auf Hochtouren. „Wir haben drei Abgänge“, bestätigt Pipunic, ohne Namen zu nennen. Viel entscheidender ist für ihn die Richtung: „Zugänge sind noch nicht fix, wir sind in Gesprächen. Wichtig ist für uns ein neuer Tormann und ein Innenverteidiger.“ Damit adressiert Arnoldstein genau den Bereich, der in vielen Partien den Ausschlag gab. Der Stamm bleibt dabei zusammen – auch das betont der Coach: „Der restliche Kader ist geblieben.“ Für eine junge Mannschaft bedeutet Kontinuität nicht Stillstand, sondern die Chance, auf gewachsenen Abläufen aufzubauen. Gleichzeitig soll Konkurrenz den nächsten Schritt erzwingen: Ein gestandener Keeper bringt Ruhe, ein klarer Abwehrchef ordnet – zwei Profile, die dem Team sofort helfen und enge Spiele wieder auf die eigene Seite kippen können.

Rückkehrer als Schub und klarere Zuständigkeiten im Betreuerteam

Ein zweiter Hebel kommt aus der Reha. „Zwei Spieler mit Kreuzbandriss kommen zurück“, sagt Pipunic. Einer habe bereits im Frühjahr drei Partien absolviert, der andere sei „jetzt komplett gesund“ und werde „uns im Mittelfeld verstärken“. Genau dort fehlte zuletzt hin und wieder die Balance vor der Abwehr – mit frischen Beinen und Erfahrung könnte das Zentrum stabiler wirken. Auch abseits des Rasens wurden Weichen gestellt: „Wir haben für unsere Challenge-Mannschaft einen erfahrenen Trainer geholt. Er betreut die Challenge, und ich arbeite mit meinem Co-Trainer bei der Kampfmannschaft.“ Klare Zuständigkeiten sollen die tägliche Arbeit erleichtern, die Durchlässigkeit zwischen den Teams bleibt erhalten. Für Pipunic ist das kein Nebenaspekt, sondern Teil des Plans, junge Spieler gezielt ranzuführen, ohne die Erste zu überladen.

Respekt vor der Spitze, Blick nach vorne – ohne Personenkult

Wenn es um Namen geht, hält der Coach den Ball flach: „Ich will keinen einzelnen hervorheben. Für mich sind alle gleich wichtig.“ Stattdessen lenkt er den Blick auf das Niveau der Liga. „Im Herbst hat mich Seeboden beeindruckt. Auch Sillian, Rothenthurn und Thal/Assling haben guten Fußball gespielt“, sagt er – Teams, die in der Tabelle vorne mitmischten. Für Arnoldstein ist das Maßstab und Motivation zugleich. Die spürbare Steigerung am Saisonende gibt Rückenwind, doch der Sommer bleibt arbeitsreich: Defensive schließen, Automatismen schärfen, Rückkehrer integrieren. Pipunic klingt dabei bewusst bodenständig: erst Stabilität, dann Schritt für Schritt nach oben. „Die Erfahrung ist jetzt ein bisschen da“, sagt er – nun soll das Team sie Woche für Woche auf den Platz bringen.