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„Wir wollen uns breiter aufstellen“: SG Gitschtal startet nach dem Meistertitel mit viel Zuversicht

SG Gitschtal

In der 1. Klasse West hat sich SG Gitschtal mit einem starken Frühjahr den Meistertitel geholt und die Saison mit 63 Punkten abgeschlossen. Trainer Philipp Werner Kofler spricht von einem „soliden Frühjahr“ und blickt schon weiter. Mit wenigen Ausnahmen wurde gewonnen, am Ende lag Gitschtal neun Punkte vor SV Egg. Genau daraus leitet Kofler auch den Kurs für den Sommer ab.

Ersatzspieler auf der Bank am Spielfeldrand

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Von Runde sechs an ganz vorne

Der Rückblick des Trainers fällt klar positiv aus, und die Zahlen stützen diese Einschätzung. SG Gitschtal arbeitete sich im Saisonverlauf von Rang sieben über die Plätze sechs, vier und drei nach vorne und stand ab Runde sechs durchgehend an der Spitze. Dort blieb die Mannschaft dann bis zum Schluss. Kofler formuliert es ähnlich nüchtern wie treffend: „Wir sind Meister geworden in der 1. Klasse, und es war eigentlich ein solides Frühjahr.“ Gleichzeitig blendet er die kleineren Schwankungen nicht aus. „Mit ein, zwei Ausnahmen haben wir ein bisschen nachgelassen, aber ansonsten haben wir grundsätzlich viele Spiele gewonnen.“ Gerade der Schlussspurt zeigt, wie stabil Gitschtal unterwegs war. Die letzten fünf Partien wurden allesamt gewonnen, darunter das 3:0 gegen Oberlienz, das 4:0 bei SV Penk/Reisseck, das torreiche 7:4 gegen den Magdalener SC und zum Abschluss das 3:1 bei OSK Kötschach-Mauthen. So liest sich der Meistertitel nicht wie ein Zufallsprodukt, sondern wie das Ergebnis einer Saison, in der sich die Mannschaft früh festgesetzt und die Führung nicht mehr hergegeben hat.

Der Meister will in der Breite zulegen

So zufrieden Kofler mit dem Frühjahr ist, so deutlich spricht er auch an, worauf es nun ankommt. Die Richtung für die neue Saison ist intern längst vorgegeben. „Die Stimmung ist sehr gut und optimistisch für die kommende Saison“, sagt der Trainer. Dieser Optimismus ist also da, aber er ist nicht losgelöst von der Realität. Kofler weiß, dass sich mit dem Schritt in die Unterliga auch die Anforderungen ändern. „Wir werden uns in der Kaderbreite ein bisschen verstärken beziehungsweise breiter aufstellen, um in der Unterliga wieder zu bestehen beziehungsweise mitzuhalten.“ Genau dieser Punkt zieht sich durch seine Aussagen. Es geht weniger um einen großen Umbruch als um eine saubere Ergänzung des bestehenden Kaders. Gitschtal will nicht alles neu machen, sondern auf dem aufbauen, was den Meistertitel möglich gemacht hat. Nach außen klingt das bewusst sachlich, im Kern ist es aber eine klare Ansage: Die Basis passt, jetzt soll der Kader so aufgestellt werden, dass die Mannschaft auch eine höhere Liga über eine ganze Saison tragen kann.

Keine Abgänge, drei Einheimische kommen dazu

Auch rund um den Kader bleibt es bei Gitschtal ruhig, und gerade das dürfte dem Trainer gefallen. Größere personelle oder strukturelle Veränderungen gibt es nicht. Kofler sagt dazu: „Wir haben weder im Betreuerteam große Veränderungen noch bei der Kadersituation.“ Damit ist die Linie klar: Das Umfeld bleibt stabil, die Mannschaft soll in einem vertrauten Rahmen weiterarbeiten. Dazu kommt, dass der Meister keine Abgänge hinnehmen musste. „Es ist keiner weggegangen, und drei einheimische Spieler kommen hinzu, die uns natürlich verstärken und unsere Kaderbreite ausbauen werden“, erklärt Kofler. Mehr wollte er zu den Neuzugängen noch nicht sagen. Auch das passt ins Bild. Gitschtal geht die nächsten Schritte ohne große Bühne an, aber mit einer erkennbaren Idee. Dass es drei einheimische Neuzugänge sind, unterstreicht zusätzlich, dass der Verein seinen Weg mit regionalem Bezug fortsetzen will. Einen einzelnen Spieler wollte Kofler im Rückblick übrigens nicht besonders hervorheben. Auch das ist eine Aussage über diese Saison: Der Erfolg wurde aus seiner Sicht vor allem als Mannschaft erarbeitet.

Zwei Verletzte und ein klarer Blick nach vorne

Ganz ohne Sorgen kommt der Meister aber nicht durch den Sommer. „Wir haben aktuell zwei Verletzte, die etwas länger ausfallen werden“, sagt er. Bei einem Angreifer hofft der Trainer auf eine rechtzeitige Rückkehr: „Ich hoffe, dass unser Top-Scorer wieder bis zum Saisonstart zurückkommt.“ Bei Manuel Linhard wird es dagegen länger dauern. „Manuel Linhard wird noch etwas länger ausfallen“, so Kofler. Für die Vorbereitung ist das natürlich ein Thema, gerade wenn es darum geht, die neue Liga mit einem möglichst breiten Aufgebot anzugehen. Interessant ist auch, wen der Gitschtal-Coach als stärksten Gegner der abgelaufenen Saison nennt. Eine Niederlage setzte es gegen SV Egg, und diesen Eindruck hat Kofler nicht vergessen. „SV Egg hat ein solides Frühjahr gespielt und ist dadurch auch verdient Zweiter geworden.“ Viel deutlicher kann man Respekt vor einem Konkurrenten kaum formulieren. Bei Gitschtal selbst überwiegt aber der positive Blick. Der Meister startet mit Ruhe, mit Kontinuität und mit einem Trainer, der die Lage sehr klar beschreibt: Das Frühjahr war stark, die Stimmung passt, und jetzt soll der Kader so ergänzt werden, dass der nächste Schritt nicht nur möglich ist, sondern auch auf Dauer trägt.