In der Unterliga West hat Sportverein FC Dölsach die Saison als Fünfter beendet, auch wenn das letzte 2:6 gegen FC Sillian den Angriff auf die Relegationsplätze stoppte. Trainer Andreas Wenger zieht trotzdem eine positive Bilanz, weil sein Team lange im Rennen war. Gleichzeitig spricht er offen an, wo noch Luft nach oben ist: Gegen vermeintlich schwächere Gegner müsse sich Dölsach öfter früher belohnen und öfter voll punkten.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Andreas Wenger blickt auf die abgelaufene Saison insgesamt mit Zufriedenheit zurück. „Es war sehr positiv, dass wir unser Ziel erreicht haben. Wir wollten bis zum Schluss um die Relegationsplätze mitspielen“, sagt der Trainer. Dass am Ende 44 Punkte und Rang fünf standen, passt zu dieser Einordnung. Dölsach war bis zum Ende in einer Position, in der noch etwas möglich war, und genau das war intern das Ziel. In den letzten fünf Spielen gab es noch einmal drei Siege, darunter das 7:3 bei ASKÖ Irschen, das 3:0 bei SV Arnoldstein und das 1:0 gegen URC Thal/Assling. Dazwischen stand allerdings auch das 1:2 gegen SV Malta, und ganz zum Schluss setzte es das 2:6 bei FC Sillian. Dieses letzte Spiel spart Wenger nicht aus. „Im letzten Spiel haben wir nicht die beste Performance geliefert, aber trotzdem waren wir sehr zufrieden“, sagt er und macht damit klar, dass für ihn das Gesamtbild schwerer wiegt als ein misslungener Abschluss.
Warum Wenger die Saison unter dem Strich positiv bewertet, erklärt er vor allem mit den Auftritten gegen die stärkeren Gegner. „Die positiven Sachen waren sicher, dass wir die direkten Duelle gut gespielt haben“, sagt er. Als Belege nennt er den Heimsieg gegen Meister SV Seeboden, den Auswärtssieg in Gmünd und zwei Unentschieden gegen Rothenthurn. Solche Ergebnisse waren für ihn ein klarer Hinweis darauf, dass seine Mannschaft in den wichtigen Spielen konkurrenzfähig war und über weite Strecken auf einem guten Niveau gespielt hat. Genauso deutlich spricht er aber auch den Punkt an, der Dölsach aus seiner Sicht noch mehr gekostet hat als die Niederlage zum Schluss. „Gegen vermeintlich schwächere Gegner müssen wir auf alle Fälle Tore schießen, uns das Leben leichter machen und auch voll punkten“, sagt Wenger. Genau dort sieht er das größte Verbesserungspotenzial. Wenn Dölsach in solchen Partien konsequenter wird, dann kann aus einer guten Saison rasch noch mehr werden. Beeindruckt hat Wenger in der Liga übrigens besonders Seeboden. „Sie wollten den Meistertitel von Anfang bis zum Schluss mehr als alle anderen“, sagt er über den neuen Meister.
Auch personell bringt der Sommer in Dölsach einige Themen mit sich. Als einzigen bisherigen Abgang nennt Wenger einen Spieler für die linke Seite, ansonsten blieb der Kader bislang weitgehend zusammen. Neu dazu kommen Philipp Straganz von Nußdorf-Debant und Thomas Zraunig von Lendorf, beide für die Außenbahnen. Noch wichtiger als die Neuzugänge ist im Moment aber der Blick auf zwei verletzte Stammkräfte. Kapitän Philipp Hochegger hat sich vor zwei Monaten den Knöchel gebrochen, wurde bereits operiert und ist laut Wenger „auf einem sehr guten Weg“. Auch bei Niclas Brandner, der sich das Syndesmoseband gerissen hat, ist die Operation gut verlaufen. „Wir rechnen bis Ende September, Anfang Oktober, dass beide wieder zurückkommen“, sagt Wenger. Einen einzelnen Spieler wollte der Trainer aus der vergangenen Phase ohnehin nicht herausheben. Auf die Frage nach besonderen Gewinnern innerhalb des Kaders antwortet er bewusst schlicht: „Nein, die gesamte Mannschaft.“ Das passt zu seiner Gesamtbewertung. Dölsach sieht sich auf einem ordentlichen Weg, will die Basis der abgelaufenen Saison mitnehmen und gleichzeitig im entscheidenden Bereich nachschärfen. Dazu gehört in den kommenden Tagen auch das Vereinsleben: Am 3. und 4. Juli veranstaltet der Klub ein großes Kleinfeldturnier. Sportlich ist die Richtung klar, die Wenger vorgibt: gute direkte Duelle bestätigen, gegen die unteren Teams effizienter werden und damit beim nächsten Anlauf noch länger ganz vorne mitmischen.