Mit Platz sechs in der Unterliga West und 42 Punkten hat URC Thal/Assling eine starke zweite Saisonhälfte hingelegt. Trainer Markus Hanser spricht nach dem klaren 9:1 zum Abschluss gegen ASKÖ Irschen von einer Mannschaft, die sich vor allem defensiv deutlich gefestigt hat. Vor dem ersten Test gegen den Regionalligisten Kitzbühel bleibt der Kader fast unverändert, und genau darin sieht der Coach eine wichtige Grundlage für die nächsten Wochen.

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Wenn Hanser auf die vergangenen Monate zurückblickt, dann beginnt seine Einordnung nicht mit einzelnen Ergebnissen, sondern mit einer Entwicklung, die aus seiner Sicht die ganze Rückrunde getragen hat. „Sehr gut funktioniert hat die Defensive“, sagt der Trainer, und genau dort setzt seine Analyse an. Thal/Assling habe sich „unheimlich stabilisiert“, gleichzeitig aber auch nach vorne den nötigen Zug entwickelt. Dass diese Einschätzung nicht nur ein Gefühl ist, zeigen auch die letzten Wochen der Meisterschaft. Das 5:0 gegen SV Seeboden, das 6:0 bei der WSG Radenthein, das 4:0 gegen Rapid Lienz und das 9:1 gegen ASKÖ Irschen stehen für eine Mannschaft, die in dieser Phase nicht nur gepunktet, sondern viele Spiele auch sehr klar für sich entschieden hat. Hanser formuliert es entsprechend deutlich: „Von der zweiten Hälfte weg, seit ich übernommen habe, waren wir eigentlich die beste Rückrundenmannschaft.“ Ob er das statistisch ganz exakt meint oder als Gesamtgefühl dieser Phase beschreibt, ist fast zweitrangig. Entscheidend ist, wie zufrieden er mit der Richtung ist. „Mit der jungen Mannschaft bin ich sehr zufrieden“, sagt er, und das zieht sich als roter Faden durch seine gesamte Saisonbilanz.
Dass Hanser die Defensive an die erste Stelle setzt, kommt nicht von ungefähr. Im Unterhaus ist eine gute Rückrunde oft daran zu erkennen, ob eine Mannschaft verlässlicher geworden ist, und genau das sieht er bei seinem Team. Für ihn war nicht nur wichtig, dass Thal/Assling getroffen hat, sondern dass die Mannschaft in ihrem Auftreten geschlossener geworden ist. Aus seinen Aussagen spricht klar heraus, dass sich das eine mit dem anderen verbunden hat. Weil die Mannschaft hinten sicherer geworden ist, konnte sie auch mutiger nach vorne spielen. Weil die jungen Spieler in dieser Phase gereift sind, wurde das Auftreten insgesamt konstanter. Hanser will dabei bewusst nicht nur einen oder zwei Akteure herausheben. „Die Jungen haben sich sehr gut entwickelt“, sagt er, ohne eine lange Namensliste anzuschließen. Gerade das passt zu seiner Sicht auf diese Monate. Für ihn war nicht nur die Form einzelner Spieler wichtig, sondern der Charakter der ganzen Gruppe. „Ich war eigentlich mit der ganzen Mannschaft vom Charakter her unheimlich zufrieden“, erklärt er, und genau aus diesem Zusammenhalt seien am Ende auch die guten Resultate in der zweiten Saisonhälfte entstanden.
Mindestens genauso zufrieden wie mit der sportlichen Entwicklung ist Hanser mit der personellen Lage im Sommer. Große Baustellen gibt es aus seiner Sicht nicht, und das beginnt schon bei den Abgängen. „Keiner hat die Mannschaft verlassen“, sagt er knapp, fügt aber sofort an, warum ihm das wichtig ist. „Da bin ich unheimlich zufrieden, weil wir in der Breite unheimlich gut aufgestellt sind und der Verein unheimlich gut arbeitet.“ Gerade für eine junge Mannschaft ist das ein Punkt, der im Sommer viel wert sein kann. Die Struktur bleibt erhalten, Automatismen müssen nicht neu aufgebaut werden, und der Konkurrenzkampf im Kader bleibt bestehen. Fix dazugekommen ist bisher der 17-jährige Verteidiger Jonas Huber von Rapid Lienz. Hanser beschreibt ihn als „ganz jungen“ Spieler, der in Ruhe an die Aufgabe herangeführt werden soll. Noch wichtiger ist für ihn aber fast die Rückkehr von Julian Moser. Der lange verletzte Julian Moser kommt nach einem Bänderriss wieder zurück. „Der kommt wieder zurück. Ein unheimlich wichtiger Spieler“, sagt Hanser. Abgesehen davon hofft er, dass die Vorbereitung ohne weitere Ausfälle über die Bühne geht: „Momentan haben wir keine Verletzungen, und ich hoffe, dass wir verletzungsfrei bleiben.“
Typisch für Hanser ist, dass er bei aller Zufriedenheit nicht ins Schwärmen gerät. Er spricht ruhig, bleibt bei seinen Beobachtungen und macht klar, dass der Sommer nur eine Zwischenstation ist. „Jetzt wird neu gestartet, und dann werden die Karten wieder neu gemischt“, sagt er. Genau deshalb richtet sich der Blick schon auf das erste Aufbauspiel gegen den Regionalligisten Kitzbühel. „Da freut sich natürlich jeder, weil jeder will sich beweisen“, erklärt der Trainer. Auch in seiner Einschätzung der Liga bleibt er sachlich. Große Überraschungen habe es für ihn nicht gegeben, weil vieles so eingetroffen sei, wie er es erwartet habe. Wichtiger als der Blick auf andere Vereine ist ihm ohnehin der eigene Weg. Mit Dominik Kofler nennt er seinen Kapitän als einen Spieler, der für ihn sportlich herausragt, gleichzeitig betont er aber wieder die Entwicklung der jungen Kräfte. Genau daraus will Thal/Assling jetzt den Schwung in die Vorbereitung mitnehmen. Nach einer starken Rückrunde geht es für Hanser also nicht darum, sich etwas schönzureden. Er sieht eine Mannschaft, die sich gefestigt hat, zusammengeblieben ist und nun zeigen soll, dass diese Monate kein Ausreißer waren.