Nach Jahren im unteren Bereich der Unterliga West soll Rapid Lienz in der kommenden Saison einen Schritt nach vorne machen. Platz 12 und der vorzeitig fixierte Klassenerhalt haben dem Verein zuletzt Luft verschafft, zufrieden gibt man sich damit aber nicht. Im Gespräch mit Ligaportal beschreibt Rapid-Lienz-Trainer Georg Peter Rohracher eine Mannschaft, die ihr Fundament gehalten hat, punktuell verstärkt wurde und sich vor allem in Stabilität und Konstanz verbessern soll.

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Bei der Einordnung der vergangenen Saison setzt Rohracher den Schwerpunkt klar auf das Wesentliche. „Wichtig war der Klassenerhalt“, sagt der Trainer. Rapid Lienz habe in den vergangenen zwei, drei Jahren immer wieder im hinteren Drittel gestanden, umso bedeutender sei es gewesen, den Ligaverbleib diesmal vorzeitig abzusichern. Genau darauf will der Verein nun aufbauen. Die Aussage passt zu einer Saison, die weniger von großen Ausschlägen als von nüchterner Bestandssicherung geprägt war. Der 12. Platz brachte die Osttiroler in eine Position, aus der sie nicht mehr nur reagieren, sondern gezielt an der weiteren Entwicklung arbeiten können. Für Rohracher ist das keine Nebensache, sondern die Grundlage für alles, was nun folgen soll.
Größere Umbrüche gibt es in Lienz nicht. Mit Jonas Huber verliert die Mannschaft lediglich einen Defensivspieler, sonst blieb der Kader laut Trainer weitgehend zusammen. Das ist für einen Verein, der mehr Ruhe ins sportliche Geschehen bringen will, ein wichtiger Punkt. Statt eines Neustarts setzt Rapid Lienz auf Kontinuität und ergänzt die Mannschaft nur an einzelnen Stellen. Neu dazu kommen Jaka Corn für die Offensive, Ahmed Abdulamee Al-Hasaai Offensive, Sandro Putzhuber fürs Mittelfeld und Daniel Gomig für die Defensive. Damit hat Rohracher in allen Mannschaftsteilen nachgeschärft, ohne das bestehende Gerüst aufzubrechen. Für ein Team, das sich aus dem unteren Tabellenbereich lösen will, ist diese Mischung aus Beständigkeit und punktueller Verstärkung entscheidend.
In der Vorbereitung geht es deshalb zunächst nicht um Experimente, sondern um Grundlagen. „Läuferisch und konditionell ist zunächst das Wichtigste“, erklärt Rohracher. Erst in der Folge rücke „natürlich auch das taktische Verhalten“ in den Mittelpunkt. Die Stoßrichtung ist klar: Rapid Lienz will körperlich zulegen und sich zugleich als Mannschaft gefestigter präsentieren. Das klingt nach einem bewussten Gegenentwurf zu einer Spielzeit, in der der Klassenerhalt zwar gelang, die Mannschaft aber noch zu wenig Konstanz für höhere Ansprüche zeigte. Wer sich im gesicherten Mittelfeld etablieren will, muss über Wochen stabiler auftreten als bisher. Genau daran soll nun gearbeitet werden.
Auch personell gibt es abseits der Transfers ein Thema, das für die neue Saison Bedeutung haben kann: Lukas Huber „startet wieder durch“, wie es Rohracher formuliert. Für die Mannschaft bedeutet das eine zusätzliche Option, ohne dass dafür ein Neuzugang nötig gewesen wäre. Gleichzeitig muss Rapid Lienz weiter auf Lukas Schrott verzichten. Der Spieler ist nach Angaben des Trainers noch länger verletzt. Auch das gehört zur Ausgangslage vor der neuen Saison: Der Kader bleibt zwar großteils zusammen, ganz ohne personelle Baustellen geht der Verein aber nicht in den Herbst.
Bei den Erwartungen an die kommende Spielzeit weicht Rohracher nicht aus. „Wichtig ist, vom letzten Drittel wegzukommen“, sagt er. Das erste Ziel sei „ein gesichertes Mittelfeld“ und damit verbunden die Stabilisierung der Mannschaft. Mehr verspricht der Trainer nicht, weniger aber auch nicht. Genau darin liegt derzeit die Geschichte von Rapid Lienz. Der Verein will nicht mit großen Ansagen auffallen, sondern mit einer sauber vorbereiteten Saison, einem fast unveränderten Kern und gezielten Verstärkungen. Nach dem vorzeitig geschafften Klassenerhalt soll diesmal mehr Ruhe in die Tabelle kommen. Es geht also nicht um einen Neuaufbau, sondern darum, aus einer abgesicherten Position heraus in der Tabelle weiter nach oben zu kommen.