Derbyfieber in der 21. Runde der 1. Klasse Nord: Der SC Kreuttal verlor zu Hause mit 0:2 gegen den USC Kronberg. Nach einer torlosen ersten Hälfte entschieden späte Treffer von Daniel Suppan (83.) und Vid Vlasic (88.) das intensive Derby. Kronberg vergab zuvor sogar einen Elfmeter, blieb geduldig und holte sich verdient die Punkte – auch dank großer Entschlossenheit. Trainer Felix Wallner sprach von Hunger, einem Lauf und starker Unterstützung von den Rängen.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Von Beginn an war Feuer drin. „Es war von Anfang an ein richtiges Derby, mit vielen Zweikämpfen und Emotionen“, schilderte Kronberg-Coach Felix Wallner. Seine Elf hätte die Partie bereits vor der Pause in die richtige Bahn lenken können. „Wir sind in der ersten Halbzeit fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen, wir müssen bis zur Halbzeit schon zwei Tore machen.“ Die größte Gelegenheit bot sich früh: „In der zehnten Minute haben wir einen Strafstoß vergeben, Adrian Rabo hat ihn an die Latte geknallt. Da entscheiden Zentimeter.“ Kurz darauf bot sich Fabian Zeilinger ein Eins-gegen-eins, doch der Ball strich knapp am Gehäuse vorbei. „Dann kamen wir noch zu zwei, drei guten Möglichkeiten“, so Wallner, der aber fair blieb: „Kreuttal hatte vor der Pause auch ein bis zwei Gelegenheiten, die gefährlich waren.“ So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen – ein Spielstand, der die Offensivlust der Gäste nicht widerspiegelte, aber die Derby-Härte bestätigte.
Nach dem Wechsel war zunächst viel Hektik im Spiel. „Die ersten zehn Minuten in der zweiten Halbzeit waren sehr hektisch und ein wenig zerfahren, ohne Torchancen“, erklärte Wallner. Danach fand Kronberg wieder zu seiner Linie. „Wir haben das Spiel übernommen und uns bis zum Sechzehner durchkombiniert, ohne extrem gefährlich zu werden. Der Torwart von Kreuttal hat viele Bälle gut abgelaufen.“ Als die Kräfte auf beiden Seiten schwanden, nutzten die Gäste die nächste Welle konsequent. In Minute 83 brach Daniel Suppan den Bann: „Nach zwei geblockten Abschlüssen hat er sich den Ball an der Strafraumkante mit der Brust heruntergenommen und mit einem strammen Schuss ins linke untere Eck abgeschlossen.“ Fünf Minuten später folgte die Entscheidung. „Das 2:0 resultierte aus einem Eckball. Adrian Rabo brachte den Ball schön zur Mitte, und Vid Vlasic köpfte präzise ein.“ Kronberg ließ sogar Chancen auf ein 3:0 liegen, doch am Ende überwog die Freude: „In Summe geht der Sieg völlig in Ordnung.“
Worauf der Erfolg fußt, machte Wallner klar: „Wir waren hungrig. Wir wollten den Sieg unbedingt und haben wenig zugelassen. Wir wollten einfach immer weiter.“ Der Trainer spürt, dass die Mannschaft gerade viel trägt. „Wir haben einen Lauf. Wenn du einen Lauf hast, geht auf einmal viel auf und es wirkt fast selbstverständlich.“ Besonders hebt er den Zusammenhalt hervor: „Jeder brennt für den anderen, und jede kleine Tat wird gefeiert wie ein Tor. Das macht dich einfach stärker.“ Respekt gab es auch für den Gegner. „Kreuttal hat Qualität, das wussten wir. Imponiert hat mir vor allem Phillip Wihro, der in die Innenverteidigung reinrücken musste – er hat das bravourös gemeistert.“ Zu möglichen strittigen Szenen blieb Wallner bewusst gelassen: „Es gibt selten ein Spiel ohne Diskussionen. Ich hätte vielleicht ein, zwei Situationen anders gesehen, aber darüber urteile ich nicht.“ In der Tabelle bleibt es eng: Kreuttal hält bei 43 Punkten Rang zwei, Kronberg folgt mit 42. Und die Botschaft an Fans und Team? „Danke an alle, die auswärts dabei waren – die Stimmung war phänomenal. Unser Lauf geht weiter. Wir sind mächtig stolz und gehen von Spiel zu Spiel.“