Nach einer Saison unter den eigenen Erwartungen nimmt der ASK Wilhelmsburg aus der 2. Klasse Traisental einen neuen Anlauf. Trotz großer Offensivkraft fehlte am Ende die Konstanz in den entscheidenden Partien, dazu war die Mannschaft defensiv zu anfällig. „Wir hätten die Chancen gehabt, Meister zu werden“, sagt Gernot Harand, Sektionsleiter des ASK Wilhelmsburg, im Gespräch mit Ligaportal. Mit einem neuen Spielertrainer, vier Zugängen und einem neuen sportlichen Leiter will der Verein nun genau dort ansetzen, wo die vorige Saison aus der Spur geraten ist.

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Harand spart in seiner Saisonanalyse nicht mit Klartext. Der ASK habe sich „unter den Erwartungen“ geschlagen, obwohl aus seiner Sicht deutlich mehr möglich gewesen wäre. Vor allem die Spiele mit besonderem Gewicht blieben in Erinnerung. „Wir haben die wichtigen Spiele leider liegen gelassen und in der Abwehr zu viele Tore bekommen, auch wenn wir im Angriff die meisten Tore geschossen haben“, sagt Harand. Genau dieser Widerspruch zieht sich durch seine Bilanz: Offensiv war Wilhelmsburg stark genug, um ganz vorne mitzuspielen, die Balance im Spiel stimmte aber zu oft nicht. Aus Harands Sicht war das der Hauptgrund, warum der große Wurf ausblieb. Die Mannschaft habe sich Chancen auf den Titel erarbeitet, diese aber nicht konsequent genutzt. Damit ist auch die Richtung für die kommenden Wochen klar: Der ASK will nicht alles umkrempeln, sondern die starke Offensive mit mehr Stabilität verbinden.
Die auffälligste Veränderung betrifft die Seitenlinie. Jan Novak ist nicht mehr Trainer in Wilhelmsburg, künftig übernimmt Daniel Sudar als Spielertrainer. Harand rechnet damit, dass sich damit auch die Ausrichtung verändern wird. „Vermutlich werden wir hinten mehr absichern und vorne lassen wir es, wie es ist. Wir haben ja den stärksten Angriff der Liga und werden sicher mehr auf das Spielerische schauen“, sagt er. Wie das im Detail aussehen wird, lasse sich vor dem Trainingsstart noch nicht abschließend beurteilen.
Personell hat der ASK ebenfalls nachgelegt. Neu im Kader sind Alesandro Prohaska aus Rabenstein, Edi Suare aus Lilienfeld, Benjamin Hetemaj aus Spratzern und Daniel Sudar, der von Wolfstal kommt. Dem stehen zwei Abgänge gegenüber: Innenverteidiger Murat Celik wechselt nach Ratzersdorf, Ersatztormann Dominik Schwarz nach Traisen-Sankt Veit. Weitere Abgänge nennt Harand derzeit nicht. Auch im Umfeld hat sich etwas getan. Seit Mai ist Kevin Bachler der sportliche Leiter des Vereins. Beim öffentlichen Trainingsauftakt am Montag soll er ebenso vorgestellt werden wie der neue Trainer. Dazu sucht der ASK noch einen Co-Trainer, außerdem soll sich eine künftige Masseurin vorstellen. Von Problemen im medizinischen Bereich kann dennoch keine Rede sein: „Zurzeit sind alle fit an Bord“, sagt Harand.
Zur Zielsetzung formuliert der Sektionsleiter keinen vorsichtigen Zwischenweg. Wilhelmsburg will in der Spitzengruppe mitmischen, ein Platz unter den ersten drei ist das Mindestziel. Darüber hinaus spricht Harand offen aus, was intern als größter Anspruch gilt. „Mit diesem Kader ist das Ziel, Meister zu werden. Dafür muss aber alles zusammenpassen: Gesundheit, Fitness, die Auslosung und die Schlüsselspiele“, sagt er.
Der ASK geht damit mit einer klaren Aufgabe in die neue Saison: Die Offensivstärke soll erhalten bleiben, die Fehlerquote sinken. Der Kader wurde punktuell ergänzt, der Trainerwechsel bringt neue Impulse, und auch im Verein selbst gab es Veränderungen. Eine Übergangssaison ist in Wilhelmsburg jedenfalls nicht geplant.